Di, 06:26 Uhr
30.08.2011
Der Countdown hat begonnen
Heimlich, still und leise bereiteten sich die Handballer des Nordhäuser Sportvereins (NSV) auf ihre zweite Spielserie in der Thüringenliga vor. Ohne großes Aufsehen flossen die Schweißtropfen und das Team um Trainer Andreas Meyer hatte ein umfangreiches Programm zu absolvieren. Ein Bericht von Frank Ollech...
Aller Anfang war schwer. Nach den Konditionseinheiten standen die spielerischen Aspekte im Vordergrund. Gerade der Deckungsverband war in der letzten Serie das Sorgenkind. Die ersten Gehversuche gegen den Regionalligisten Münden, gingen gründlich in die Hose. In den vereinbarten 3x30 Spielminuten zeigten die Niedersachsen ihre Ambitionen auf einen Ausstiegsplatz zur 2. Bundesliga. Nur gelegentlich öffneten die Nordhäuser die Tür vom Lokschuppen, herausfahren vermochten sie ihren Express jedoch noch nicht.
Zeit zum verschnaufen gab es nicht, der Trainingsplan ließ dies nicht zu. Insgesamt absolvierten die Rolandstädter zwölf Vorbereitungsspiele in vier Wochen. Der letzte große Test fand am zurückliegenden Wochenende in Lovosice statt. Es sollte der letzte Härtetest vor dem Saisonstart, am 10. September in Schnellmannshausen, werden. In der tschechischen Kleinstadt, wo Handball ganz groß geschrieben wird, standen binnen zwei Tagen drei Begegnungen auf dem Plan.
Die erste Hürde stellte sich am Samstag mit Chodov Prag. Die jungen Spieler der Gastgeber brannten förmlich, dementsprechend der Beginn. Für die Nordhäuser stand die Festigung ihrer Abwehrsysteme auf dem Plan. Die Abwehr stand, nur im Angriff blieben die NSV - Spieler, wie schon in den Testspielen zuvor, in der Torwurfeffektivität weit unter ihren Möglichkeiten. Nach 15 Minuten bekamen sie das Spiel und den Gegner besser in den Griff. Jedoch dauerte es noch einige Zeit ehe Ende der ersten Halbzeit die Betriebstemperatur erreicht wurde und der Südharzexpress Prag zum 18:9 Halbzeitstand auskonterte.
Anlaufschwierigkeiten wiederum zu Beginn der zweiten 30 Spielminuten. Der NSV wollte sich scheinbar für die noch bevorstehenden Aufgaben schonen. Die Begegnung verflachte und die Konzentration ließ merklich nach. Der Südharzexpress spulte kontrolliert im Bummelzugtempo die Spielzeit runter und gewann am Ende sicher mit 35:27. Bestnoten verdienten sich Thomas Riemekasten, Mathias Thiele sowie Torhüter Sören Ahlert und Kay Näther.
In die Nachmittagspartie gegen Banik Most gingen die Meyer Schützlinge konzentrierter, ihre Spielweise dynamischer und aggressiver. Den Gastgebern gelang erst nach fünf Minuten der erste Treffer. Zu diesem Zeitpunkt verbuchten die Nordhäuser bereits vier auf ihrem Konto. Von Müdigkeit keine Spur, die Abwehr stand, nur im Angriff ließen sie wieder hochkarätige Chancen ungenutzt. Im weiteren Spielverlauf bekamen sie jedoch auch dieses Problem Zusehens besser in den Griff. Die nötige Motivation holten sie sich immer wieder in der Abwehr.
Die Spieler von Most, immerhin dritte tschechische Liga, rannten sich Angriff um Angriff fest. Den zweiten Treffer ließ der NSV erst in der 13. Spielminute zu! Und der einseitige Schlagabtausch ging weiter. Es stand die Frage: Wie lange können die Nordhäuser dieses enorm hohe Tempo durchhalten. Dies sah Trainer Andreas Meyer ebenso und nahm in der 15. Spielminute eine Auszeit.
Auch den weiteren Spielverlauf bestritten die Südharzer unter Volldampf, jedoch die Fehler im Abschluss häuften sich wieder. Da aber die Abwehr, mit Torhüter Sören im Rücken, ausgezeichnet stand, blieben diese Schönheitsfehler unbestraft. Zur Halbzeit war der Vorsprung auf 18:8 angewachsen.
Im zweiten Spielabschnitt ließ die Konzentration etwas nach. Die Gastgeber aus Most nutzten dies um den Vorsprung nicht weiter anwachsen zu lassen. Zwar legte der NSV immer ein bis drei Treffer vor, verschenkte diese dann aber wieder. Einzig Torhüter Kay Näther hielt seine Form konstant. In der 55. Spielminute war endgültig Schluss mit der Experimentierphase, das bereits hohe Tempo wurde nochmals verschärft. Für die Gastgeber etwas zu viel. Am Ende verbuchten die Südharzer einen deutlichen 35:21 Erfolg.
Am Sonntag stand mit Vrosovice Prag ebenfalls ein Drittligist auf dem Parkett. Die Sorgenfalten auf Nordhäuser Seite waren unübersehbar. Gleich drei Spieler meldeten sich bei der medizinischen Abteilung, darunter beide Torhüter. Für Mathias Thiele und Sören Ahlert war das Trainingslager gelaufen, einzig Kay Nähter wurde rechtzeitig halbwegs fit. Umso erstaunlicher seine Top-Leistung während der 60. folgenden Spielminuten.
Und wieder zog die aggressive Abwehr den Gastgebern frühzeitig den Zahn. Im letzten Jahr noch knapp unterlegen, sollte Vrsovice in diesem Jahr arg unter die Räder kommen und dies in Bestbesetzung. Bei den Südharzern klappte fast alles. Sie erkämpfte sich die Bälle und die Konterangriffe bestachen durch Präzision. Feilschnell überrannten Thomas Riemekasten und Andreas Ramonat die Gäste zu Torerfolg. Zur Halbzeit lagen die Gastgeber bereits mit 21:9 zurück. Ein Halbzeitstand der von keinem, schon gar nicht in dieser Höhe, erwartet wurde.
Nach schlimmer kam es in der zweiten Halbzeit. Mit Volldampf durchfuhr der Südharzexpress diese und gewann sie mit 17:2. In der Addition beider Halbzeiten war der Erfolg mit 38:11 ein deutliches Zeichen.
Bis zum Saisonstart stehen noch einige Trainingseinheiten auf dem Plan ehe der offizielle Startschuss beim traditionellen internen Spaßturnier am Freitagabend ab 19:00 Uhr in der Nordhäuser Ballspielhalle ertönt.
Frank Ollech
Autor: nnzAller Anfang war schwer. Nach den Konditionseinheiten standen die spielerischen Aspekte im Vordergrund. Gerade der Deckungsverband war in der letzten Serie das Sorgenkind. Die ersten Gehversuche gegen den Regionalligisten Münden, gingen gründlich in die Hose. In den vereinbarten 3x30 Spielminuten zeigten die Niedersachsen ihre Ambitionen auf einen Ausstiegsplatz zur 2. Bundesliga. Nur gelegentlich öffneten die Nordhäuser die Tür vom Lokschuppen, herausfahren vermochten sie ihren Express jedoch noch nicht.
Zeit zum verschnaufen gab es nicht, der Trainingsplan ließ dies nicht zu. Insgesamt absolvierten die Rolandstädter zwölf Vorbereitungsspiele in vier Wochen. Der letzte große Test fand am zurückliegenden Wochenende in Lovosice statt. Es sollte der letzte Härtetest vor dem Saisonstart, am 10. September in Schnellmannshausen, werden. In der tschechischen Kleinstadt, wo Handball ganz groß geschrieben wird, standen binnen zwei Tagen drei Begegnungen auf dem Plan.
Die erste Hürde stellte sich am Samstag mit Chodov Prag. Die jungen Spieler der Gastgeber brannten förmlich, dementsprechend der Beginn. Für die Nordhäuser stand die Festigung ihrer Abwehrsysteme auf dem Plan. Die Abwehr stand, nur im Angriff blieben die NSV - Spieler, wie schon in den Testspielen zuvor, in der Torwurfeffektivität weit unter ihren Möglichkeiten. Nach 15 Minuten bekamen sie das Spiel und den Gegner besser in den Griff. Jedoch dauerte es noch einige Zeit ehe Ende der ersten Halbzeit die Betriebstemperatur erreicht wurde und der Südharzexpress Prag zum 18:9 Halbzeitstand auskonterte.
Anlaufschwierigkeiten wiederum zu Beginn der zweiten 30 Spielminuten. Der NSV wollte sich scheinbar für die noch bevorstehenden Aufgaben schonen. Die Begegnung verflachte und die Konzentration ließ merklich nach. Der Südharzexpress spulte kontrolliert im Bummelzugtempo die Spielzeit runter und gewann am Ende sicher mit 35:27. Bestnoten verdienten sich Thomas Riemekasten, Mathias Thiele sowie Torhüter Sören Ahlert und Kay Näther.
In die Nachmittagspartie gegen Banik Most gingen die Meyer Schützlinge konzentrierter, ihre Spielweise dynamischer und aggressiver. Den Gastgebern gelang erst nach fünf Minuten der erste Treffer. Zu diesem Zeitpunkt verbuchten die Nordhäuser bereits vier auf ihrem Konto. Von Müdigkeit keine Spur, die Abwehr stand, nur im Angriff ließen sie wieder hochkarätige Chancen ungenutzt. Im weiteren Spielverlauf bekamen sie jedoch auch dieses Problem Zusehens besser in den Griff. Die nötige Motivation holten sie sich immer wieder in der Abwehr.
Die Spieler von Most, immerhin dritte tschechische Liga, rannten sich Angriff um Angriff fest. Den zweiten Treffer ließ der NSV erst in der 13. Spielminute zu! Und der einseitige Schlagabtausch ging weiter. Es stand die Frage: Wie lange können die Nordhäuser dieses enorm hohe Tempo durchhalten. Dies sah Trainer Andreas Meyer ebenso und nahm in der 15. Spielminute eine Auszeit.
Auch den weiteren Spielverlauf bestritten die Südharzer unter Volldampf, jedoch die Fehler im Abschluss häuften sich wieder. Da aber die Abwehr, mit Torhüter Sören im Rücken, ausgezeichnet stand, blieben diese Schönheitsfehler unbestraft. Zur Halbzeit war der Vorsprung auf 18:8 angewachsen.
Im zweiten Spielabschnitt ließ die Konzentration etwas nach. Die Gastgeber aus Most nutzten dies um den Vorsprung nicht weiter anwachsen zu lassen. Zwar legte der NSV immer ein bis drei Treffer vor, verschenkte diese dann aber wieder. Einzig Torhüter Kay Näther hielt seine Form konstant. In der 55. Spielminute war endgültig Schluss mit der Experimentierphase, das bereits hohe Tempo wurde nochmals verschärft. Für die Gastgeber etwas zu viel. Am Ende verbuchten die Südharzer einen deutlichen 35:21 Erfolg.
Am Sonntag stand mit Vrosovice Prag ebenfalls ein Drittligist auf dem Parkett. Die Sorgenfalten auf Nordhäuser Seite waren unübersehbar. Gleich drei Spieler meldeten sich bei der medizinischen Abteilung, darunter beide Torhüter. Für Mathias Thiele und Sören Ahlert war das Trainingslager gelaufen, einzig Kay Nähter wurde rechtzeitig halbwegs fit. Umso erstaunlicher seine Top-Leistung während der 60. folgenden Spielminuten.
Und wieder zog die aggressive Abwehr den Gastgebern frühzeitig den Zahn. Im letzten Jahr noch knapp unterlegen, sollte Vrsovice in diesem Jahr arg unter die Räder kommen und dies in Bestbesetzung. Bei den Südharzern klappte fast alles. Sie erkämpfte sich die Bälle und die Konterangriffe bestachen durch Präzision. Feilschnell überrannten Thomas Riemekasten und Andreas Ramonat die Gäste zu Torerfolg. Zur Halbzeit lagen die Gastgeber bereits mit 21:9 zurück. Ein Halbzeitstand der von keinem, schon gar nicht in dieser Höhe, erwartet wurde.
Nach schlimmer kam es in der zweiten Halbzeit. Mit Volldampf durchfuhr der Südharzexpress diese und gewann sie mit 17:2. In der Addition beider Halbzeiten war der Erfolg mit 38:11 ein deutliches Zeichen.
Bis zum Saisonstart stehen noch einige Trainingseinheiten auf dem Plan ehe der offizielle Startschuss beim traditionellen internen Spaßturnier am Freitagabend ab 19:00 Uhr in der Nordhäuser Ballspielhalle ertönt.
Frank Ollech

