Mo, 06:29 Uhr
17.10.2011
BUND pflegt Orchideenwiese
Zwei Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Nordhausen hatten sich am Sonntag zur Pflege der Feuchtwiese des Flächennaturdenkmals "Feuchtgebiet Windlücke" verabredet. Dazu ein bericht in Ihrer nnz...
Seltene Art (Foto: B. Schwarzberg)
Die Natternzunge erscheint alljährlich ca. Ende Juni zu etwa 100 Exemplaren. Diese sind aber leicht zu übersehen. In einzelnen Jahren kamen aber auch schon mehr als 300 Orchideen-Pflanzen zur Blüte. Die untere Naturschutzbehörde konnte eine Mahd des ursprünglich stark verschilften, früher landwirtschaftlich wahrscheinlich als Streuwiese genutzten Standortes meist sicherstellen, was finanziell und logistisch nicht immer einfach war. Riesige Mengen Mähgut fallen an und müssen abgefahren werden.
Der Autor dieses Beitrages überwacht seit Jahren den Orchideenbestand und den Farnbestand und untersucht deren Entwicklung. 1991 erhielt er für seine Bemühungen den Sven-Símon-Umweltpreis der BILD-Zeitung (Titel damals: "Bodo kämpft gegen Kuhfladen"). Der Schilfaufwuchs konnte im wegnahen Teil der Wiese im Laufe der Jahre zurückgedrängt werden.
Probleme:
Das Grundproblem besteht darin, dass der massive Biomasseaufwuchs durch die hohe Nitratbelastung des Rossmannsbaches gefördert wird. Trotz 20-jähriger Bemühungen konnte es der Autor in Zusammenarbeit mit der UNB nicht erreichen, dass der Quellbereich des Baches nicht mehr intensiv mit Rindern beweidet und von der Beweidung ausgeklammert wird. Und das, obwohl dies laut Naturschutzgesetzgebung gar nicht erlaubt ist.
Dennoch gebührt der UNB und allen Kräften Anerkennung, die sich für die Mahd der Wiese seit Jahren stark machen.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzGeschichte:
Die Wiese beherbergt Vorkommen des in Thüringen laut Roter Liste stark gefährdeten Breitblättrigen Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis, RL-2) und des ebenfalls stark gefährdeten Farns Gemeine Natternzunge (Ophioglossum vulgatum). Sie wurde daher in der Wendezeit auf Betreiben des Autors unter Schutz gestellt. Während 1988 noch 33 Orchideen-Exemplare zur Blüte kamen, sind es durch konsequente Pflege heute meist um die 170.
Seltene Art (Foto: B. Schwarzberg)
Die Natternzunge erscheint alljährlich ca. Ende Juni zu etwa 100 Exemplaren. Diese sind aber leicht zu übersehen. In einzelnen Jahren kamen aber auch schon mehr als 300 Orchideen-Pflanzen zur Blüte. Die untere Naturschutzbehörde konnte eine Mahd des ursprünglich stark verschilften, früher landwirtschaftlich wahrscheinlich als Streuwiese genutzten Standortes meist sicherstellen, was finanziell und logistisch nicht immer einfach war. Riesige Mengen Mähgut fallen an und müssen abgefahren werden. Der Autor dieses Beitrages überwacht seit Jahren den Orchideenbestand und den Farnbestand und untersucht deren Entwicklung. 1991 erhielt er für seine Bemühungen den Sven-Símon-Umweltpreis der BILD-Zeitung (Titel damals: "Bodo kämpft gegen Kuhfladen"). Der Schilfaufwuchs konnte im wegnahen Teil der Wiese im Laufe der Jahre zurückgedrängt werden.
Bedeutung des FND:
Im Flach- und Hügelland ist das Breitblättrige Knabenkraut infolge Entwässerung und Intensivierung der Bewirtschaftung heute weitestgehend verschwunden, während es im Harz noch über eine ganze Anzahl von allerdings oft kleinen und ungepflegten Standorten verfügt. Im Raum Rothesütte z.B. gibt es noch größere, gut gepflegte Vorkommen. Die Art war einst die häufigste Feuchtwiesenorchidee, ist aber seit den 60-er Jahren drastisch zurückgegangen. Im FND Windlücke verfügt sie über einen in einer Höhe von rund 200 m NN in Thüringen nur noch sehr selten anzutreffenden größeren Standort. Deswegen ist das Vorkommen, auch auf Grund der Stadtnähe, besonders erhaltenswert, zumal das Breitblättrige Knabenkraut auf Pflegemaßnahmen im Allgemein schnell positiv reagiert und im Vergleich zu anderen Orchideenarten relativ robust ist.Probleme:
Das Grundproblem besteht darin, dass der massive Biomasseaufwuchs durch die hohe Nitratbelastung des Rossmannsbaches gefördert wird. Trotz 20-jähriger Bemühungen konnte es der Autor in Zusammenarbeit mit der UNB nicht erreichen, dass der Quellbereich des Baches nicht mehr intensiv mit Rindern beweidet und von der Beweidung ausgeklammert wird. Und das, obwohl dies laut Naturschutzgesetzgebung gar nicht erlaubt ist.
Dennoch gebührt der UNB und allen Kräften Anerkennung, die sich für die Mahd der Wiese seit Jahren stark machen.
Unser Einsatz:
Zu zweit entfernten wir am Sonntag von Hand und mit Wissen der UNB auf ca. 300 m² Schilf und andere Gräser, die bei der jüngsten offiziellen Maßnahme ausgerechnet dort stehengeblieben waren, wo sich die meisten Orchideenpflanzen befinden.Vorschläge:
- Durch die jahrelange Beobachtung weiß der Autor, dass es ausreicht, die zu bewirtschaftende Fläche künftig viel kleiner als bisher zu halten, weil sich die Orchideen auf die besonders nassen Bereiche in Richtung der beiden Teiche nicht weiter ausbreiten. Es würde künftig also Geld und Aufwand sparen, die Biomasse bis ca. 35 m Entfernung vom Weg zu mähen, statt wie bisher ca, 70 oder 80 Meter.
- Weiterhin muss der Rossmannsbach unbedingt von der Weide ausgeklammerrt werden. Kuhfladen haben in einem Bach einfach nichts zu suchen. Zudem ist der hohe Rinderbesatz am Rossmannbach und dessen Umfeld zu senken, um dessen überhöhte Nährstofffracht zu reduzieren (42 mg//l Nitrat laut Karstwanderwegsschild).
- Vor allem die wegnahen Bereiche der Wiese sind intensiver und flacher zu mähen, als bisher.
Bilder:
Die Bilder zeigen ein Exemplar des Breitblättrigen Knabenkrautes, sowie die Wiese in der Windkücke vor und nach unserem Einsatz in diesem Jahr. Beteilgte waren Rainer Peix und der Autor. Rainer Peix gebührt besonderer Dank für seinen sonntäglichen Einsatz.Bodo Schwarzberg








