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Mo, 12:06 Uhr
17.10.2011

Industriegebiet kontra Hamster

„Optimal! Die Arbeiten laufen super“ – dieses Fazit zieht Nordhausens Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) mit Blick auf die Vorbereitung von Nordthüringens größter Industriefläche – dem Industriegebiet „Goldene Aue“ neun Monate nach Übergabe der 24 Millionen Euro Fördermittel für die Erschließung des Areals. Aber das ist auch der Feldhamster...

Eingefangen (Foto: privat) Eingefangen (Foto: privat)
Das Einfangen der Hamster verlief unkompliziert. Im Bild Diplom-Biologin Anne Hecht und Diplom-Biologe Ubbo Mammen mit einem jungen Feldhamster auf der künftigen Industriegebiets-Fläche im September.

Der gute Fortschritt liege vor allem darin begründet, „dass die Arbeiten so gut koordiniert sind, dass auf dem 100 Hektar-Areal Hand alle in Hand arbeiten können“, sagte Frau Klaan. Das Ziel, das Gebiet 2013 investorenreif zu haben, stehe. „Baufreimachung“ – unter dieser Überschrift stehen die derzeitigen Arbeiten. „Das Gelände ist aktuell in der Hand der Archäologen und der Biologen. Die Munitionssucher haben ihre Arbeit schon abgeschlossen.“

Im Wortsinne deutliche Spuren hinterlassen die Archäologen – sie ziehen riesige Suchgräben. „Mit Hilfe dieser Gräben wird das Gelände praktisch durchgekämmt an jenen Stellen, an denen später der Boden bewegt wird. Abgeschlossen würden die Grabungen im kommenden Jahr.

„Allerdings bedeutet dies nicht, dass bis dahin alle Arbeiten ruhen. So sind parallel die Biologen aktiv, die sich um die Umsetzung der Feldhamster kümmern auf eine extra vorbereitete Fläche auf der anderen Seite der Autobahn. Im Frühling kommenden Jahres sollen die restlichen Hamster umgesetzt werden. Insgesamt lief die Hamster-Umsetzung bisher unkompliziert und wenig zeitaufwändig, auch dank der Kooperation mit der Naturschutzbehörde“, so die Dezernentin weiter.

Während Biologen und Archäologen vor Ort Hand in Hand arbeiten, sind die Planer an den Schreibtischen aktiv. „So untersuchen die Fachleute derzeit, ob es günstiger ist, die Abwässer des Industriegebiets zur Kläranlage Aumühle- oder zur Nordhäuser Kläranlage zu leiten.“ Darüber hinaus würden Baugrundgutachten erstellt.

Ebenfalls vorbereitet werden die Ausschreibungen: „Im ersten Schritt jene für den Hochwasserschutz. Dabei geht es konkret um die Hochwasserschutzwälle am Krumbach, der quer über die Fläche verläuft, zum zweiten um den Ausbau der Straßenbrücke über den Krummbach und um den Bau jener Anlagen südlich des Industriegebiets, die künftig bei großen Hochwassern die Fluten kontrolliert zurückhalten und abgeben sollen“, sagte Frau Klaan.

Auch für die Umverlegung der Gashochdruckleitung wird derzeit die Ausschreibung vorbereitet. „Die Leitung muss verlegt werden, weil nicht darauf gebaut werden darf. Das wird ein großes Vorhaben, weil es eine riesige und 2,7 Kilometer lange Doppelfernleitung ist.“

Abgeschlossen würden die Erschließungsarbeiten durch die Geländemodulation, den Einbau der unterirdischen Leitungen und den Straßenbau. Dann ist alles bereit für die Firmenansiedlungen“, sagte Frau Klaan.
Autor: nnz

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Kommentare
pumpnC
17.10.2011, 16:46 Uhr
Ich werde...
das Gefühl nicht los, dass dieses Industriegebiet ein riesiges Fass ohne Boden wird. Im Endeffekt wird sich dort kaum Industrie ansiedeln oder zumindest würde es mich wundern wenn da alsbald die Betriebe nur so aus dem Boden sprießen. Wünschenswert wäre es ja aber ich bin da echt skeptisch.
Alex Gösel
17.10.2011, 18:14 Uhr
Benötigen...
wir unbedingt ein Industriegebiet? Haben wir denn nicht schon genug brachliegende Gewerbegebiete?

Haben wir denn für dieses Gebiet schon Bewerbungen?
meister
17.10.2011, 20:16 Uhr
größenwahn???
ich kann mich 5vor12 nur anschließen!
nicht schlimm genug das wir in nordhausen schon genug freie gewerbeflächen haben,nein es werden 100 ha bestes ackerland umgewühlt um dann am ende endlose millionen beträge in den wind zu schießen,weil sich wieder keine industrie ansiedeln wird!!!
Wolfi65
18.10.2011, 00:17 Uhr
Tierschutz
Wo 24 Millionen Euro Fördermittel gegeben werden, ist einfach kein Platz für Tierschutz. Da darf man kein Mitleid zeigen.
Was wollen da die Feldhamster erreichen?
Arbeitsplätze vs. Tierschutz. Das kann nicht gut gehen. Da sind wieder die Heimatkundler gefragt.
Hero
18.10.2011, 11:09 Uhr
Der Wahnsin begann
als aus einer guten Idee der Goldene Aue -Dörfer unbedingt auch noch Nordhausen mit einsteigen musste .Wo gibt Nordhausen eigentlich seinen Senf im Kreisgebiet nicht dazu? So hat man sich die Wasserversorgung schon lange unter den Nagel gerissen, und ich bin mir sicher das Abwasser geht auch nach Nordhausen.

Die eigentlichen Ideengeber sind doch schon lange nur noch Statisten und Geldgeber. Zu viel Geld wurde hier schon sinnlos verbrand. Ich bin mir 100 Prozent Sicher ohne Nordhausen, in einer Nummer kleiner würden dort schon lange die ersten Schornsteine rauchen.
Retupmoc
18.10.2011, 12:37 Uhr
Im Käfig
Vielleicht sollte man die beiden Dipl.-Biologen zusammen mit Frau Klaan in einen Käfig sperren und die Hamster in Ihrer Umgebung lassen. Ich wette, da kommt mehr Vernünftigeres raus. Die stehen einfach auf meinem Feld (kein Witz) und siedeln Tiere um.

Und die Leute, denen die Felder gehörten, haben noch keinen müden Cent gesehen. OK - Frau Klaan - nun sehen wir uns vor Gericht wieder. Ich habe zwar die Zustimmung zum Verkauf gegeben, aber solange kein Geld fließt ist das mein Grund und Boden. Und der vieler anderer Leute auch.
Doerfler
18.10.2011, 19:11 Uhr
Glückwunsch Frau Klaan,
da kann man nur gratulieren! Nachdem in der Nordhäuser Innenstadt Groß(kotzige) Investoren nichts vollbracht haben (erinnert sei nur an das Carree Bäckerstraße/ Gumpertstr./Kranichstr; die ehem. Polizei, den Hagen etc.) wird man jetzt eine neue Gegend verschandeln... Meine Prognose: das "Gewerbegebiet" wird genauso aussehen wie die am OA Sondershausen, in Gebra, zwischen Bielen und NDH, etc.

Es werden asphaltierte und abends sinnlos beleuchtete Straßen ins Nichts führen und LKW als Stell- und Ruheplatz dienen...

Bestes Ackerland zu mißbrauchen - die Mönche, die einst die Goldene Aue urbar gemacht haben, um davon zu leben, dürften im Grabe rotieren...

mfg Doerfler
Gudrun1974
18.10.2011, 21:08 Uhr
Sachlich bleiben!
Was ist so schlimm, wenn Hamster umgesiedelt werden? Offenbar sind es Fachleute, die dies tun und es ist allemal besser, als die Tiere zugrunde gehen zu lassen!

Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es Nordhausen schadet, wenn Arbeitsplätze entstehen, nachdem die Sundhäuser "Elite" bestehend aus Beamten, gut situierten Vorruheständlern und abgesicherten öffentlich Bediensteten schon einen Investor vergrault haben.

Man sollte eins Bedenken: Unser Wohlstand muss erarbeitet werden, dazu muss u.a. auch etwas produziert werden - egal, ob immateriell oder materiell. Und genau das könnte im Industriegebiet passieren. Da gibt es wichtigere Kritikpunkte vor unserer Haustür.
NDHler
18.10.2011, 21:08 Uhr
@ alle Gegner des Industriegebietes
Ist ja lustig, die Grundstücke wurden doch an die LEG verkauft was wollen Sie rwe62 von Frau Klaan vor Gericht? Das ist übrigens auch ein Hinweis an alle die, die hier die Stadt Nordhausen für das schleppende Geschehen im IG Goldene Aue verantwortlich machen, einzig und allein verantwortlich für alle Tätigkeiten dort ist die LEG und somit das Land Thüringen. Wenden sie sich bitte also an ihre Landtagsabgeordneten ihres Vertrauens, z.B. Herrn Primas oder Herrn Zeh von der CDU welche untätig seit Jahren in der Landesregierung mehr oder weniger Verantwortung tragen leider nur mit mäßigem Erfolg!
Bodo Schwarzberg
19.10.2011, 00:47 Uhr
Industriegebiet - ein Wort an die Kritiker und Unternehmer
Ich habe beruflich als Autor mit vielen Unternehmern zu tun und ich verstehe deren Wunsch nach mehr Flächen für Investitionen. Doch aus diesem aus ihrer Sicht berechtigtem Ansinnen ergeben sich einige Fragen: Die Hauptfrage ist, ob sich die Erschließungskosten am Ende tatsächlich auch auszahlen, das heißt, Kommen tatsächlich Ansiedlungen von Betrieben? Wie groß ist die Chance dafür?

Die wahrscheinliche Antwort haben einige hier bereits gegeben: Es gibt zahllose in den Sand gesetzte Erschließungsgebiete ohne Unternehmen. Das Größte, das mir bekannt ist liegt in Halle-Queis an der A 14/A 9: Das Bett, das man dort BMW bereitet hat, liegt bis heute brach, BMW ging vor Jahren nach Leipzig.

Viele Steuermillionen versickerten und das nicht nur dort. Wieder andere, ich glaube z.B. das von Werther, wird nun in Ermangelung von Arbeitsplatzbringern in einen Solarpark gewandelt, was ja andererseits noch gar nicht mal schlecht ist.

Die gestellte Frage ist auf Grund dieser Erfahrungen eher negativ zu beantworten.
Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Produktion nach Osteuropa oder Asien, wo sie viel billiger ist. Auch das spricht nicht unbedingt für ein neues, teures Industriegebiet auf der Grünen Wiese bei uns.

Zweitens: Brauchen wir für unseren Wohlstand tatsächlich ein Industriegebiet?
Ich glaube, dass die Zukunft angesichts der vorher genannten Argumente eher in kleineren dezentralen Strukturen liegt. In Halle gibt es z.B. den neuen Wohn- und Gewerbepark Heide-Süd mit vielen kleinen Firmen inmitten der Stadt. Hierzu war kein weiterer Landschaftsverbrauch notwendig. Es entstanden Arbeitsplätze, Grünflächen, Kindergärten, Einkaufzentren.

Das würde ich mir in Nordhausen auch wünschen. Hier hätte Nordhausen meiner Meinung nach größere Entwicklungschancen, schon angesichts der Fachhochschule. Viele dieser kleinen Unternehmen in Halle sind nämlich von der Martin-Luther-Universität "angezogen" worden. Die Millioneninvestitionen in das Industriegebiet hätten in diesem Sinne auch in die finanziell hoch belasteten brachliegenden Grundstücke im Kernstadtgebiet Nordhausen fließen können, um sie für Käufer interessanter zu machen.

Drittens: Noch einmal Wohlstand oder besser die Frage, was eigentlich verstehen wir darunter? Aus den interessanterweise eher kritischen Tönen der Vorkommentatoren zum Industriegebiet entnehme ich zwischen den Zeilen, dass sie ihren Wohlstand nicht unbedingt von dem Industriegebiet abhängen sehen.

Wir sollten tatsächlich nicht vergessen, dass die eigentliche Grundlage unseres Wohlstandes nicht etwa die Aktienkurse sind, sondern das, was uns die Natur an Ressourcen bietet: Boden, Luft, Wasser, Artenvielfalt. Sie sind es, aus deren Nutzbarmachung wir unseren materiellen Wohlstand beziehen und die wir seit 150 Jahren nachweislich überstrapazieren, ja, die wir an den Rand ihres Regenerationsvermögens gebracht haben: Stichwort: Klimawandel, Tipping Points, sechste Ausssterbewelle, Meeresversauerung, ja ansatzweise schon sinkender Sauersoffgehalt der Athmopshäre. Und vergessen wir nicht: All diese Änderungen vollziehen sich in einem erdgeschichtlich gesehen winzigen, ja dadurch katastrophal winzigen Zeitabschnitt!

Will sagen, Mittelfristig entscheidet nicht ein Industriegebiet über unseren so genannten Wohlstand, sondern die Fähigkeit der Natur, uns Menschen zu ertragen. Vor dem Hintergrund dieser unendlich oft nachgewiesenen Tatsachen brauchen wir eine neue Wirtschaftspolitik, und zwar auch um der Wirtschaft willen. Es wurden bereits Wirtschaftsnobelpreise für derartige Denkansätze vergeben. Das sei all jenen gesagt, die mich als unverbesserlichen wirtschaftsfeindlichen Grünen kritisieren.

Die Münchner Rück rechnet uns doch alljährlich vor, wie stark die Belastungen der Volkswirtschaften durch menschgemachte Umweltkatastrophen wieder gestiegen sind. Einige Länder werden allein durch die Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel an den Rand des Konkurses geraten. Ist das eine gute Wirtschaftspolitik? Wir werden uns rein wirtschaftlich ein immer weiter so einfach nicht mehr leisten können!

Auch vor diesem Hintergrund ist das Industriegebiet skeptisch zu betrachten. Es ist ein winziger Vorgang im großen, beschriebenen Ganzen der genannten Entwicklung, aber es ist einer davon.
Übrigens: An alle Unternehmer: Wir brauchen Euch an allererster Stelle für all die notwendigen Umdenkungen und Umstellungen. Eurere Tatkraft und Eueren Einfallsreichtum. Niemand will euch vertreiben.

Im Gegenteil: Damit ihr weiter machen, ja weiter leben könnt, und damit wir alle Arbeit und materiellen Wohlstand haben, und ebenso die nächsten Generationen, müsst auch ihr umsteuern.

Mit Wirtschaftsfeindlichkeit hat eine kritische Haltung zum Industriegebiet, bitte versteht das, absolut nichts zu tun.
Retupmoc
19.10.2011, 09:09 Uhr
Richtig ist
@ ndhler... das nicht die LEG auf dem Grund und Boden Hamster fangen lässt, sondern die Stadt (also Frau Klaan). Von wem auch immer - solange nicht dafür bezahlt ist, ist das noch mein (unser)Eigentum. Und ich liebe Hamster !

PS: Weder Zeh noch Primas sind die Abgeordneten meines Vertrauens. Das Gegenteil ist der Fall, denen traue ih nicht über den Weg!
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