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Mi, 06:45 Uhr
16.11.2011

Fitness-Checks für Senioren

Mobilität bis ins hohe Alter, ein Wunsch vieler Verkehrsteilnehmer. In der Bundesrepublik ist das auch problemlos möglich. Denn anders als in einigen europäischen Ländern, ist bei uns der einmal erworbene Führerschein ein Leben lang gültig. Eine Nachkontrolle, ob eine eventuelle altersbedingte Einschränkung der Fahrtauglichkeit besteht, ist in der Fahrerlaubnis-Verordnung nicht vorgesehen...


Das Thema Verkehrssicherheit sollte in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert haben. Oftmals steht aber die persönliche Mobilität des Einzelnen vor verkehrserzieherischen Maßnahmen, Unfallprävention oder Sicherheit benachteiligter Verkehrsteilnehmer.

Der TÜV Thüringen hat sich, wie viele andere Organisationen und Institutionen, die Verkehrssicherheit auf seine Fahnen geschrieben. Nicht ohne Grund, 2011 ist die Zahl der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten in Thüringen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen.

Auf einer Fachtagung des Thüringer Verkehrssicherheitsrates in Erfurt diskutierten kürzlich Experten mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und mehr öffentliche Wahrnehmung sowie Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Schwerpunkte der Fachtagung waren: „Lebenslange Verkehrs- und Mobilitätserziehung beginnt beim Kind“, „Mobil – auch ohne Auto“, „Risikofaktor junge Fahrer“ sowie „Altersgerechte Mobilität“.

Nach Ansicht des Verkehrspsychologen Dr. Don DeVol, Leiter des Instituts für Verkehrssicherheit des TÜV Thüringen, sollten ältere Fahrzeugführer ihre Fahrerfitness freiwillig frühzeitig auf den Prüfstand stellen. „Altern ist ein schleichender Prozess. Die Sehstärke lässt nach, aber auch die physische Fitness des Fahrers nimmt mit zunehmendem Alter nahezu unbemerkt ab“, so der Verkehrsexperte. Dennoch warnt DeVol vor pauschalen und voreiligen Forderungen, ältere Autofahrer zu einer regelmäßigen Überprüfung ihrer Fahreignung zu verpflichten.

„Senioren sind nicht pauschal eine Risikogruppe. Viel größere Sorgen bereitet die Altersgruppe der zwischen 18 und 24 Jahre alten Fahrer. Ihr Risiko einer Unfallbeteiligung ist bis zu sechs Mal höher als bei den über 65-Jährigen“, erklärt DeVol. Die individuelle Fahrerfitness ist bei jedem Menschen unterschiedlich, da auch der Alterungsprozess sehr verschiedenartig verläuft. Die Festlegung einer Altersgrenze, ab welcher eine verpflichtende Eignungsprüfung stattfinden sollte, ist daher aus seiner Sicht höchst problematisch.

DeVol begrüßt das jüngst vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vorgestellte Verkehrssicherheitsprogramm 2011. Darin werden freiwillige Gesundheitschecks als eine sinnvolle präventive Maßnahme erachtet, um sich über die eigene Fahrkompetenz und die Bedeutung krankheitsbedingter Leistungseinbußen zu informieren. Erwachsene Kinder und der Hausarzt sind wichtige Bezugspersonen von älteren Menschen. Ihre Rolle sollte gestärkt werden, um Ängste vor freiwilligen Untersuchungen abzubauen und die Akzeptanz zu erhöhen.

Die Ergebnisse von freiwilligen Fahrtauglichkeitsuntersuchungen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und werden ausschließlich dem Teilnehmer in einem umfassenden Beratungsgespräch mitgeteilt. Dadurch kann der Teilnehmer seine Fähigkeit zur Selbsteinschätzung verbessern und erhält individuell wichtige Empfehlungen zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr.
Autor: nnz

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