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Mi, 06:27 Uhr
23.11.2011

nnz-Forum: Woher kommt die große Gefahr?

Rainer Bachmann liest nicht nur die nnz, sondern auch das "neue deutschland". Wie ihm eine Bundesministerin jetzt mitteilte, sei das ein linksextremistisches Medium...


Uns war bisher nicht bewusst, dass wir, meine Frau und ich, mit dem „neuen deutschland“ eine linksextremistische Zeitung lesen. Dies konnte ich heute einer an meine Frau gerichtete Email der Lehrergewerkschaft entnehmen.

Bundesministerin Dr. Kristina Schröder wendet sich mit dem Onlinemagazin ZEITBILD WISSEN (Ausgabe 53, September 2011) auch an Nordhäuser Lehrerinnen und Lehrer. Sie schreibt im Vorwort: „Dieses Magazin soll Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler für das Thema Linksextremismus sensibilisieren. Es soll Sie zu diesem komplexen Thema informieren und eine Grundlage für eine lebhafte und kritische Diskussion in der Schule liefern. Zudem erhalten Sie methodische Anregungen zu pädagogischen Zugängen und Umgangsweisen mit dem Thema Linksextremismus“.

Der Inhalt dieses Magazins warnt auf 35 Seiten vor der steigenden linksextremen Gefahr in Deutschland. Rechtsextremismus und Islamischer Extremismus werden lediglich angerissen. So werden Mutmaßungen zu den zahlreichen Brandanschlägen in Berlin geäußert und linksextremer Gewalt zugeordnet. Zur gegenwärtigen linksextremen Gefahr würde auch die Kommunistische Plattform, eine kleine Strömung innerhalb der Linken zählen. Mit ihren 1.000 Mitgliedern sei sie der stärkste extremistische Zusammenschluss und stelle nach dem Magazin eine „Gefahr der Demokratie dar.“

Es grenzt schon an gesamtpolitische Blindheit, wenn Zeitungen wie „neues deutschland“ als „Linksextremistische Medien“ in Politik und Medienunterricht in Schulen behandelt werden sollen. Danach würden „diese Zeitungen kommunistische bzw. anarchistische Weltdeutungen unterstützen und gegenläufige Nachrichten als bürgerlichen Manipulationszusammenhang diskreditieren. Zudem hätten sie die Aufgabe, die Leser zu einseitigen politischem Aktivismus zu ermuntern“, so das mit Steuergeldern durch die Bundesregierung geförderte Magazin.

Damit ich nicht missverstanden werde, ich bin gegen jegliche Gewalt zur Durchsetzung politischer Ansichten. Die jüngsten Beispiele zeigen jedoch, aus welcher Ecke die tatsächliche Gefahr kommt. Es passieren Sachen, die kann sich der normale Mensch gar nicht vorstellen. Nachdem 13 Jahre die drei Jenaer Neonazis untertauchen, morden und rauben konnten, werden in wenigen Tagen alle Verbrechen dieser Mordserie offenkundig. Wer weiß, was noch alles zutage komm? Eines steht fest, die Zahl der Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland ist weit größer, als Polizei und Justiz bisher einräumen.

Während die Bundesregierung auf der Grundlage offizieller Statistiken von 47 Todesopfern im Zeitraum von 1990 bis 2009 ausgeht, zählt die in Berlin ansässige Amadeu-Antonio-Stiftung für die Zeit von 1990 bis 2011 hingegen 182 Todesopfer. Das gibt zu Denken und nicht die Gefahr von Links!
Rainer Bachmann, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Retupmoc
23.11.2011, 09:25 Uhr
Gefahr
Alle die nicht mit den Wölfen heulen, sind gefährlich für das Wolfsrudel. Ob links, rechts oder Seefahrer.
TeeEff
23.11.2011, 15:19 Uhr
Ruhe bewahren!
Die Frau ist wg. ihres Versagens und ihres Aktionismus mit schwersten Nebenwirkungen derzeit schwer unter Beschuss und man munkelt zunehmend lauter über ihren Rücktritt...

Aber freuen wir uns - das Verfahren gegen den allseits beliebten Baron Guttenberg wegen Urheberrechtsverletzungen, wurde ja heute, gegen Zahlung in Höhe von 20.000 EUR, als Spende an die Krebshilfe - damit da diese gemeinnützig ist wohl steuerlich absetzbar, eingestellt. Er hat damit natürlich auch keinerlei Eintragung ins Führungszeugnis und die Kosten für die Ermittlungen fallen an die Staatskasse...

Hätte er jedoch eine handvoll Songs aus dem Internet heruntergeladen, ja dann...!

Die Pressemeldung der zuständigen Staatsanwaltschaft ist übrigens amüsant.
Naja ist wäre ja kein echter Schaden entstanden, und über seine nun doch nichts sparende Wehrreform, mit deren heftigen Auswirkungen auf den Gesundheitsbereich und die übervollen Hochschulen und die Auswirkungen seiner Aktion auf die Wissenschaftsliche Welt, wie auch die "Spenden" an seine Hochschule, die ihm eher ungeprüft den Dr. erteilte, lassen wir auch total unter den Tisch fallen - wie auch das sich hochschwindeln mit geschönter Vita, das belügen des Volks als Minister - wir erinnern uns: "kleine handwerkliche Fehler"...

Tja ja - Gleichheit vor dem Gesetz und so...oder kann man Recht und Urteile sich doch kaufen?
Bodo Schwarzberg
23.11.2011, 19:21 Uhr
Ablenkungsmanöver von Frau Schröder von Systemkrise
Es ist immer einfach, anderen die Schuld für eigenes Versagen in die Schuhe zu schieben. Zu Honeckers Zeiten musste der Klassenfeind aus dem Westen dafür herhalten, wenn es in der DDR mal wieder kein Klopapier gab oder Schaumkronen auf den toten Flüssen schwommen. Die Sicherheitskräfte gingen aber damals deutlich zielgerichteter gegen Ungesetzlichkeiten vor, als heute.

Die Defizite des heutigen Systems, die tagtäglich die Gazetten füllen, werden sich die heute Mächtigen genauso wenig selbst ankreiden wie zu Hagers, Honeckers und Mielkes Zeiten. Wieder müssen andere herhalten, um von eigener Unfähigkeit abzulenken. Vor allem gibt mir zu denken, was sich z.B. in der deutschen Hooliganszene abspielt.

Der FC Hansa kapituliert mittlerweile nach Aussage der eigenen Führung vor dem Problem. Und dieses Phänomen wird uns bald auch bei anderen Vereinen begegnen. Offenbar braucht der Mensch Feindbilder.

Der Fußballplatz wird zur Enklave dieses Denkens. Im Moment noch! Die Demokratie aber steht sich an dieser Stelle selbst im Wege, sie gefährdet sich selbst und lässt in den Köpfen von immer mehr Menschen nach Alternativen suchen. Unbewusst oder ganz bewusst. Schauen wir nach Grobritannien, nach Spanien und auch in die USA. Die Unzufriedenheit steigt sichtbar.

Ein Land, das nicht in der Lage ist, seinen Bürgern mit Nachdruck Grenzen, Werte und Richtungen aufzuzeigen, nährt zwangsläufig ganz rechte und ganz linke Kräfte. Ich habe schon mehrfach hier die Frage aufgeworfen, warum die Menschheit immer erst eine Diktatur "braucht", um grundlegende Werte aufzuzeigen und klare Richtungen und Strukturen vorzugeben. Waren es nicht aktuelle BILDUNGSminister, die über die Abschaffung der Kopfnoten fabulierten?
In der Demokratie wird tage-, wochen- und monatelang beraten, um sich dann doch nicht einig zu werden. Das gibt links- und rechtsaußen natürlich Auftrieb und erhöht die Politikverdrossenheit der anderen. Und es erzeugt hilflose Reaktionen wie jene von Chistina Schröder.
abc123
23.11.2011, 20:19 Uhr
@Rainer Bachmann
"Rechtsextremismus und Islamischer Terrorismus werden lediglich angerissen."

Rechtsextremismus ist in den zurückliegenden Tagen das Nummer 1 Thema in allen Medien. Die Tatsache, dass sich mal ein Presseartikel nicht mit ihm beschäftigt soll also gleich den Wert des hier angesprochenen Artikels mindern? Das kann ich nicht verstehen.

Sie schrieben weiterhin: "Die jüngsten Beispiele zeigen doch, aus welcher Ecke die tatsächliche Gefahr kommt."
Sie versuchen hier, mit den Verbrechen von d r e i Personen, auch wenn diese schrecklich und abscheulich waren, sämtliche Verbrechen aus dem Bereich des Linksextremismus zu relativieren, dass spricht nicht gerade für Sie.

Die Gelegenheit, die sich aktuell bietet, ist für die Linken natürlich ideal, Rechtsextremisten im allgemeinen und die NPD im speziellen sind wieder einmal das Feindbild Nummer 1. Dadurch kann man sich selbst natürlich in ein besseres Licht rücken. Da passt der hier erwähnte Artikel über den Linksextremismus natürlich nicht so gut.

Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich bin kein Freund oder Sympathisant der NPD. Im Gegenteil, ich verurteile jegliche Form von Extremismus, ob nun von rechts, von links oder von wo auch immer. Ich mag nur einfach die ständig praktizierte einseitige Betrachtungsweise des Problems des Extremismus in Deutschland nicht.

Ich als normaler Bürger muss aber auch sagen, dass mich die paar braunen Idioten, die gelegentlich Parolen singend durch die Straßen ziehen weniger stören als die Linksextremen, die umherziehen und öffentliches oder privates Eigentum beschädigen oder zerstören, denn das schadet der Gesellschaft mehr.

Da es auch zum Thema passt möchte ich gerne noch ein paar Gedanken zum NPD-Verbot, dass aktuell wieder besprochen wird, loswerden. Auch wenn man die NPD verbietet, dass Problem mit dem Rechtsextremismus bekommt man so nicht in den Griff. Im Gegenteil, dass Problem würde sich meiner Meinung nach noch verschlimmern, da viele Rechte momentan den Eindruck haben, durch die NPD politisch etwas bewegen zu können. Wie aber sieht die Realität aus? Die Anzahl der Sitze, die die NPD in kommunalen und anderen Parlamenten hält ist verschwindend gering. Ich las vor einiger Zeit auch irgendwo (die Quelle fällt mir leider nicht mehr ein), dass die NPD ihr Wählerpotenzial weitesgehend ausgereizt hat und aus diesem Grund nun, mit mehr oder weniger großen Erfolg, gezielt Frauen für sich gewinnen will. Mit einer Zunahme der Prozente für die NPD bei den nächsten Wahlen ist also nicht unbedingt zu rechnen und mit der momentanen Anzahl ihrer Sitze spielen sie bei politischen Entscheidungen absolut keine Rolle.

Ich stelle also die Frage in den Raum: schadet uns die NPD wirklich? Ich sage nein, im Gegenteil,sie hält meiner Meinung nach einige Rechte davon ab, sich auf andere Weise Gehör zu verschaffen.
-Insider-
23.11.2011, 22:17 Uhr
das
ist doch im kreis gedrehe! die rechten leugnen ihre taten und schieben alles auf links. die linken leugnen ihre taten und schieben alles auf rechts.

wie im kindergarten.
Herr Taft
24.11.2011, 14:46 Uhr
rechts, links - und im kreis :-)
schön - wie in der Tanzschule ! Ich möchte Herrn Schwarzbergs Kommentar gerne etwas hinzufügen: Deutschland hat in der jüngeren Vergangenheit zwei Diktaturen erlebt. In einer zeit, in welcher die Demokratien in anderen Nationen blüten. Beide Diktaturen (ironischerweise eine "rechte" und eine "linke" - gescheitert sind sie beide...) entstanden in einem Umfeld der absoluten Machtlosigkeit.

die 1. Diktatur
Die Konfusionen der Weimaer Republik (die die Demokratie auf die Spitze trieb !) waren maßgeblich dafür, dass die Braunen bei demokratischen Wahlen erfolgreich sein konnten. Das weitere Umfeld: Wirtschaftskrise, Inflation, Massenarbeitslosigkeit. Deutschland unter der Knute der Sieger des ersten Weltkrieges. Bis einer kam (mit Ösi-Akzent, Seitenscheitel und Chaplin-Bärtchen), der den einfachen Leuten sagte, dass sie etwas Besonderes sein. Das 3. Reich wurde demokratisch gewählt !

die 2. Diktatur:
Deutschland lag (wieder einmal) in Trümmern - die Folge der 1. Diktatur. Die Deutschen hatten Angst, waren verunsichert - es gab keine wirkliche Führung. Die Alliierten übernahmen das Kommando. Während die Franzosen, Briten und Amerikaner die Demokratie predigten, der Wirtschaft huldigten und das Wachstum schufen, wurde die russische Besatzungszone mit dem "Kommunisten-Gen" infiziert. Den einfachen Leuten, die sich tagtäglich für ein bisschen wohlstand abkämpften, wurde wieder gesagt: IHR seit die Stütze der Gesellschaft, IHR seit etwas besonderes. Das Ganze wurde noch militärisch gezuckert und mit Propaganda versüsst bis 61 die Mauer das Ende der Demokratie besiegelte.

Fazit:
Diktatur (egal in welcher Ausprägung) ist schlecht, zuviel Demokratie ist nicht immer gut, der gemeine Wähler ist dumm und schafft sich (eben die Demokratie) im Zweifel selber ab, bis alles im Chaos endet. Sollten wir heute nicht klüger sein ? Unser System ist nicht perfekt - aber die einzige bekannte Variante des dauerhaften, friedlichen Zusammenlebens.
Retupmoc
24.11.2011, 16:07 Uhr
3 Diktaturen
Ich muss Sie leider korrigieren, Herr Nussbaum - es sind 3 Diktaturen. Die Braune, dann die Rote und heute die Diktatur der Wirtschaftsbosse mit " Mutti " als Marionette.

Und dauerhaftes, friedliches Zusammenleben? Wen meinen Sie ? Die Frösche mit den Störchen? Da gab es aber bei den " Roten " weniger Mord und Totschlag. Und schon gar keinen Krieg wie heute? Oder zählen die Afghanen nicht als Menschen mit denen man friedlich zusammenlebt?
NDHler
24.11.2011, 16:42 Uhr
Lieber rwe62...
...sie vergessen (absichtlich oder nicht) das unser aller Freund der Russe, oh nein der Sowjetbürger als solches sich ebenfalls in Afghanistan versucht hat, und in Vietnam (wenn auch indirekt) und in Prag und in Ostberlin… Alles vergessen, wie fatal! Es ist bei weitem nicht Gold was heute hier in Deutschland so glänzt, aber jeder einzelne lebt freier und meist auch besser als zu Honnis Zeiten. Wer das ignoriert der hat Tomaten auf den Augen! Gehen Sie mal in sich und überlegen sie mal wo die DDR heute stände würde sie es noch geben! Telefonanschluss, Handys, Computer, moderne umweltfreundliche Heizungsanlagen, Rede-, Meinungs- und Pressefreiheit….???? Ich bin mir sicher, wir hätten heute wieder Lebensmittelmarken, die Getränke gäbe es im Sommer auf Zuteilung und im Winter wären Strom- und Heizungsausfälle wieder an der Tagesordnung. Oder warum mussten die Schüler der KKS im Winter immer auf andere Schulen aufgeteilt werden, ich meine weil die Heizung nicht funktionierte!
Retupmoc
24.11.2011, 17:01 Uhr
Ewig auf der falschen Schiene...
Der Artikel sehr geehrter Ndhler bezog sich meines Erachtens auf Deutschland und nicht auf Russen, Amerikaner oder Chinesen. Das der Russe in Afghanistan Krieg geführt hat ist mir schon klar, nur ich kann mich nicht erinnern, das die NVA da mitgemischt hätte. Sie haben gerade das Thema vollständig verfehlt.

Zur Erinnerung: Das Thema hiess: Woher kommt die große Gefahr ?

Aus der ehemaligen DDR kann Sie defintiv nicht mehr kommen, sondern nur von links, rechts oder der Mitte. Ich verstehe ja das Sie als Verfolgter der DDR nach 22 Jahren immer noch jammern, aber jedesmal das gleiche Lied?
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