Do, 13:24 Uhr
24.11.2011
Barbara Rinke ist empört
Wir hatten in dieser Woche über eine Studie der Bertelsmann-Stiftung berichtet, die einen Lernatlas über Deutschland legt. Über die dort veröffentlichten Ergebnisse empört sich Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD)...
Kann es tatsächlich sein, dass unser Landkreis derart schlecht im Deutschen Lernatlas abschneidet im Vergleich zum restlichen Freistaat? Sind wir tatsächlich die Bildungswüste? Wie erklären sich die Unterschiede z.B. zwischen uns und unsere unmittelbaren Nachbarn Kyffhäuserkreis oder Eichsfeld Diese Frage hat sich Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke gestellt bei der Lektüre des Atlasses, den Anfang der Woche die Bertelsmann-Stiftung veröffentlich hatte. Und dann habe ich mich ans Recherchieren gemacht. Das Ergebnis: Ich bin empört!
Zum einen, weil die Datenbasis völlig intransparent sei. Bei der Stiftung wollte oder konnte uns niemand konkrete Auskünfte geben. Dann habe ich zig Einrichtungen angerufen – vom Theater, über Kollegen, bis hin zu den Vertretern der Planungsregionen und der Schulen: Die Antwort war immer dieselbe: Mit uns hat niemand gesprochen. Das hat mich stutzig gemacht.
Exemplarisch ist die Antwort aus unserer Nordthüringer Planungsgemeinschaft: `Daten zu Religion und Kirche erheben wir gar nicht`, obwohl doch in der Studie behauptet wird: Zur Kennzahl `Engagierte Bürger in Kirche in Religion´ liegen die Daten auf der Ebene der Raumordnungsregionen vor. Dar war ich baff. Darauf hin habe ich mir das Begleitmaterial der Studie zur Hand genommen. Und bin auf das zweite Problem gestoßen: Dort stand, dass man auf andere Studien zurückgegriffen habe. Die reichen allerdings teilweise bis ins Jahr 2006 zurück.
Für sie sei das keine seriöse Herangehensweise. Zumal die Studie deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt hat, insbesondere wegen der Kooperation der Stiftung mit dem Nachrichtenmagazin `Der Spiegel´. Und das dort vermittelte schlechte Image hat unser Landkreis nicht verdient. Ich sehe jedenfalls keine Indizien, dass unsere Menschen hier dümmer sind als anderswo.
Persönlich enttäuscht sei sie von der Bertelsmann-Stiftung. Gerade von ihr hätte ich ein sauberes Herangehen erwartet. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass die Stiftung im Vorworteinräumt, dass die Transparenz der Daten und deren Verfügbarkeit ein zentrales Problem sind, und dass der Atlas nicht als Steuerungsinstrument taugt bzw. keine konkrete Handlungsempfehlung darstellen kann. Für uns hat die Bertelsmann-Stiftung an Ansehen eingebüßt und ist kein seriöser Partner mehr, so die Oberbürgermeisterin.
Autor: nnzKann es tatsächlich sein, dass unser Landkreis derart schlecht im Deutschen Lernatlas abschneidet im Vergleich zum restlichen Freistaat? Sind wir tatsächlich die Bildungswüste? Wie erklären sich die Unterschiede z.B. zwischen uns und unsere unmittelbaren Nachbarn Kyffhäuserkreis oder Eichsfeld Diese Frage hat sich Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke gestellt bei der Lektüre des Atlasses, den Anfang der Woche die Bertelsmann-Stiftung veröffentlich hatte. Und dann habe ich mich ans Recherchieren gemacht. Das Ergebnis: Ich bin empört!
Zum einen, weil die Datenbasis völlig intransparent sei. Bei der Stiftung wollte oder konnte uns niemand konkrete Auskünfte geben. Dann habe ich zig Einrichtungen angerufen – vom Theater, über Kollegen, bis hin zu den Vertretern der Planungsregionen und der Schulen: Die Antwort war immer dieselbe: Mit uns hat niemand gesprochen. Das hat mich stutzig gemacht.
Exemplarisch ist die Antwort aus unserer Nordthüringer Planungsgemeinschaft: `Daten zu Religion und Kirche erheben wir gar nicht`, obwohl doch in der Studie behauptet wird: Zur Kennzahl `Engagierte Bürger in Kirche in Religion´ liegen die Daten auf der Ebene der Raumordnungsregionen vor. Dar war ich baff. Darauf hin habe ich mir das Begleitmaterial der Studie zur Hand genommen. Und bin auf das zweite Problem gestoßen: Dort stand, dass man auf andere Studien zurückgegriffen habe. Die reichen allerdings teilweise bis ins Jahr 2006 zurück.
Für sie sei das keine seriöse Herangehensweise. Zumal die Studie deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt hat, insbesondere wegen der Kooperation der Stiftung mit dem Nachrichtenmagazin `Der Spiegel´. Und das dort vermittelte schlechte Image hat unser Landkreis nicht verdient. Ich sehe jedenfalls keine Indizien, dass unsere Menschen hier dümmer sind als anderswo.
Persönlich enttäuscht sei sie von der Bertelsmann-Stiftung. Gerade von ihr hätte ich ein sauberes Herangehen erwartet. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass die Stiftung im Vorworteinräumt, dass die Transparenz der Daten und deren Verfügbarkeit ein zentrales Problem sind, und dass der Atlas nicht als Steuerungsinstrument taugt bzw. keine konkrete Handlungsempfehlung darstellen kann. Für uns hat die Bertelsmann-Stiftung an Ansehen eingebüßt und ist kein seriöser Partner mehr, so die Oberbürgermeisterin.


