Do, 14:37 Uhr
24.11.2011
Weniger Holz geschlagen als zuwächst
Mit Stichtag 1. Januar 2011 erfolgte im Staatswald des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz die zweite Neueinrichtung seit der Wende. Nach einer Inventur des gegenwärtigen Waldzustandes, wie Holzvorrat, Pflegezustand, Waldschäden und die Verjüngungssituation, wurden die forstbetrieblichen Maßnahmen für die kommenden zehn Jahre festgelegt. Und hier sind die Fakten...
Diese Planungsarbeiten führte die Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei in Gotha durch. Die Vorbereitungsarbeiten begannen im Herbst 2009. Neun freiberufliche Forsteinrichter mit entsprechender Qualifikation, in der Regel eine akademische Ausbildung, und ein staatlicher Forsteinrichter übernahmen die Außenarbeiten. Die Taxation ist im November 2010 beendet worden. Ein permanenter Abgleich mit dem örtlichen Wirtschafter ist da eine Selbstverständlichkeit. Die Landeswaldfläche des Forstamtes ist mit ca. 7.100 ha beträchtlich und ergab eine Menge Arbeit bei der Erstellung der Planungsgrundlagen. Erste Ergebnisse lagen Mitte 2011 vor und wurden mit dem Forstamt revierweise besprochen. Die Zustandserfassung ergab:
Im kommenden Dezennium soll im Rahmen der Pflegenutzung (z.B. Jungbestandespflege oder Durchforstung) auf 4.350 ha Forst der Waldzustand verbessert werden. Eine Verjüngungsplanung erfolgte auf einer Fläche von 580 Hektar fast ausschließlich über Naturverjüngung. Das heißt, die Auflichtung des Altbestandes ermöglicht über den Baumsamen die Wiederbegründung der nachfolgenden Waldgeneration natürlich vor Ort und ohne künstliche Pflanzung von Kleinpflanzen aus der Baumschule. Naturnah und kostengünstig ist das.
Im Jahr wachsen auf jedem Hektar Wald im Südharz 7,5 Festmeter zu und 5,8 Festmeter werden genutzt, das sind 77 Prozent. Dies bedeutet, es wächst mehr Holz nach als geerntet wird! Der Forstmann nennt das nachhaltig!
Klaus Brüggemann, Forstamtsleiter
Autor: nnzDiese Planungsarbeiten führte die Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei in Gotha durch. Die Vorbereitungsarbeiten begannen im Herbst 2009. Neun freiberufliche Forsteinrichter mit entsprechender Qualifikation, in der Regel eine akademische Ausbildung, und ein staatlicher Forsteinrichter übernahmen die Außenarbeiten. Die Taxation ist im November 2010 beendet worden. Ein permanenter Abgleich mit dem örtlichen Wirtschafter ist da eine Selbstverständlichkeit. Die Landeswaldfläche des Forstamtes ist mit ca. 7.100 ha beträchtlich und ergab eine Menge Arbeit bei der Erstellung der Planungsgrundlagen. Erste Ergebnisse lagen Mitte 2011 vor und wurden mit dem Forstamt revierweise besprochen. Die Zustandserfassung ergab:
- Die Wälder des Südharzes spiegeln insgesamt einen guten Pflegezustand wider.
- Der Mehreinschlag von Rohholz infolge Kyrill und nachfolgende Borkenkäferholz-sanierungen konnte weitestgehend durch Mindereinschläge ab 2008 kompensiert werden.
- Der Landeswald wird mit insgesamt 70% Laubholz und 30% Nadelholz als relativ naturnah bezeichnet. Es dominieren die Rotbuche und die gemeine Fichte.
- Der Laubholzanteil hat seit 2000 leicht zugenommen (1%).
- Edellaubhölzer, wie einheimischer Ahorn, Ulme und gemeine Esche, sind im Waldbild stärker vertreten, Mischbestände dominieren.
- Der Staatswald ist mit 6 Landschaftsschutzgebieten, 9 FFH-Gebieten, 4 Vogelschutz-gebieten und 12 Naturschutzgebieten belegen.
Im kommenden Dezennium soll im Rahmen der Pflegenutzung (z.B. Jungbestandespflege oder Durchforstung) auf 4.350 ha Forst der Waldzustand verbessert werden. Eine Verjüngungsplanung erfolgte auf einer Fläche von 580 Hektar fast ausschließlich über Naturverjüngung. Das heißt, die Auflichtung des Altbestandes ermöglicht über den Baumsamen die Wiederbegründung der nachfolgenden Waldgeneration natürlich vor Ort und ohne künstliche Pflanzung von Kleinpflanzen aus der Baumschule. Naturnah und kostengünstig ist das.
Im Jahr wachsen auf jedem Hektar Wald im Südharz 7,5 Festmeter zu und 5,8 Festmeter werden genutzt, das sind 77 Prozent. Dies bedeutet, es wächst mehr Holz nach als geerntet wird! Der Forstmann nennt das nachhaltig!
Klaus Brüggemann, Forstamtsleiter




