Sa, 06:26 Uhr
23.06.2012
Lebenswege von Landräten (Teil 1)
Im Jahrbuch des Landkreises Nordhausen erschien eine Übersicht von Landräten in der Zeit von 1816 bis 1993. Die Verfasserin Heidelore Kneffel hat hier versucht, in gebotener Erkenntnis und Kürze einige Biografien darzustellen. Die zwar sehr aufschlussreich sind, aber einiger Ergänzungen bedürfen.
Auf Seite 25 und 26 wird der Landrat Albert Knodt 1922 bis 1925 genannt. Wie die Autorin richtig herausstellte wird er im November 1927 nach Wiesbaden verwiesen. Dem ging ein einstweiliger verfügter Ruhestand voraus. Wie die Nordhäuser Allgemeine Zeitung vom 15.08.1933 im Nachhinein feststellte: Wurde er im Rahmen der großen Säuberungsaktion der Nazis entdeckt. Seine rote Farbe, war zu echt.
Tatsache ist aber auch, dass dieser Landrat uneigennützig auch seine jüdischen Bürger in der Stadt unterstützte. War das etwa rotes – war das sozialistisches Handeln? Erinnert sei nur an das große Unternehmen der Gebrüder Barenholz Fabrik- Exporte, Garne und Textilwaren in der Neustadtstraße 12-14 und in der Schützenstraße 9 die seinerzeit schon und das war Ende 1925 einer wüsten antisemitischen Verleugnung ausgesetzt waren.
Als sehr große Steuerzahler der Stadt erlaubten sich die Brüder Darlehen zu geben und bewahrten damit die Stadt und den Kreis vor einer Zwangslage. Sehr zum Unwillen einer Clique die sich um einen Rittergutsbesitzer aus Bliedungen scharte und die ostgalizischen Juden als Schieber und Blutsauger am deutschen Volk verunglimpften.
Sie mobilisierten Teile der Öffentlichkeit gegen die Gebrüder und erreichten sogar, dass richterliche Stellen in der Stadt die Verhaftung von D. Barenholz einleiteten. Das damals sozialdemokratische Blatt, Redakteur Dr. Kleinspehn urteilte: All das geschah ohne Prüfung des Sachverhalt, ohne ökonomischen Verstand und führte zum Konkurs der Firma, zu erhöhter Arbeitslosigkeit, zum Steuerverlust.
Wochenlang war David Barenholz inhaftiert – ein glänzender Erfolg der Judenhetze und Sozialistenverleugnung. Am 04.04.1933 so die Nordhäuser Allgemeine erfolgte die Zwangsversteigerung der offenen Handelsgesellschaft Gebrüder Barenholz.
Neustadtstraße 12 für 3.995 Mark
Neustadtstraße 13 für 2.037 Mark
Neustadtstraße 14 für 1.000 Mark
An die Herren Schlicht Hamburger Kaffeelager und Paul Heise ein Dachdeckermeister aus Nordhausen. Was mit den Brüdern David, Felix und Heinrich Barenholz und ihren Familien geschah, ist nicht bekannt, aber da sie aus dem Osten kamen, waren sie wohl die ersten die mittellos abgeschoben wurden.
Der Landrat Albert Knodt stand auf der Seite dieser Opfer und unterstützte seine jüdischen Bürger. Er war Sozialist. Zwei Jahre später, von 1927 bis 1929 gab es den Landrat Dr. Baerensprung Horst. Als Mitglied der SPD setzte auch er sich für das Wohl seines Kreises ein. Auch ihn erfasste der Naziterror nach 1933. Zunächst, abgeschoben nach Magdeburg, wird er hier Polizeipräsident.
In dieser Funktion im April 1933 in Schutzhaft und streng bewacht in das Sudenhofer Krankenhaus überführt. Auch er war bestimmten Kräften zu rot und vor allem, wie Paul Schifft aussagte, jüdischer Bürger. Bei einer Begegnung der Auswanderer in Shanghai traf er ihn dort. Das Geschehen in Magdeburg, die Misshandlungen während der Schutzhaft, deuten auch auf diesen Zusammenhang hin.
Reinhard Gündel
Autor: nnzAuf Seite 25 und 26 wird der Landrat Albert Knodt 1922 bis 1925 genannt. Wie die Autorin richtig herausstellte wird er im November 1927 nach Wiesbaden verwiesen. Dem ging ein einstweiliger verfügter Ruhestand voraus. Wie die Nordhäuser Allgemeine Zeitung vom 15.08.1933 im Nachhinein feststellte: Wurde er im Rahmen der großen Säuberungsaktion der Nazis entdeckt. Seine rote Farbe, war zu echt.
Tatsache ist aber auch, dass dieser Landrat uneigennützig auch seine jüdischen Bürger in der Stadt unterstützte. War das etwa rotes – war das sozialistisches Handeln? Erinnert sei nur an das große Unternehmen der Gebrüder Barenholz Fabrik- Exporte, Garne und Textilwaren in der Neustadtstraße 12-14 und in der Schützenstraße 9 die seinerzeit schon und das war Ende 1925 einer wüsten antisemitischen Verleugnung ausgesetzt waren.
Als sehr große Steuerzahler der Stadt erlaubten sich die Brüder Darlehen zu geben und bewahrten damit die Stadt und den Kreis vor einer Zwangslage. Sehr zum Unwillen einer Clique die sich um einen Rittergutsbesitzer aus Bliedungen scharte und die ostgalizischen Juden als Schieber und Blutsauger am deutschen Volk verunglimpften.
Sie mobilisierten Teile der Öffentlichkeit gegen die Gebrüder und erreichten sogar, dass richterliche Stellen in der Stadt die Verhaftung von D. Barenholz einleiteten. Das damals sozialdemokratische Blatt, Redakteur Dr. Kleinspehn urteilte: All das geschah ohne Prüfung des Sachverhalt, ohne ökonomischen Verstand und führte zum Konkurs der Firma, zu erhöhter Arbeitslosigkeit, zum Steuerverlust.
Wochenlang war David Barenholz inhaftiert – ein glänzender Erfolg der Judenhetze und Sozialistenverleugnung. Am 04.04.1933 so die Nordhäuser Allgemeine erfolgte die Zwangsversteigerung der offenen Handelsgesellschaft Gebrüder Barenholz.
Neustadtstraße 12 für 3.995 Mark
Neustadtstraße 13 für 2.037 Mark
Neustadtstraße 14 für 1.000 Mark
An die Herren Schlicht Hamburger Kaffeelager und Paul Heise ein Dachdeckermeister aus Nordhausen. Was mit den Brüdern David, Felix und Heinrich Barenholz und ihren Familien geschah, ist nicht bekannt, aber da sie aus dem Osten kamen, waren sie wohl die ersten die mittellos abgeschoben wurden.
Der Landrat Albert Knodt stand auf der Seite dieser Opfer und unterstützte seine jüdischen Bürger. Er war Sozialist. Zwei Jahre später, von 1927 bis 1929 gab es den Landrat Dr. Baerensprung Horst. Als Mitglied der SPD setzte auch er sich für das Wohl seines Kreises ein. Auch ihn erfasste der Naziterror nach 1933. Zunächst, abgeschoben nach Magdeburg, wird er hier Polizeipräsident.
In dieser Funktion im April 1933 in Schutzhaft und streng bewacht in das Sudenhofer Krankenhaus überführt. Auch er war bestimmten Kräften zu rot und vor allem, wie Paul Schifft aussagte, jüdischer Bürger. Bei einer Begegnung der Auswanderer in Shanghai traf er ihn dort. Das Geschehen in Magdeburg, die Misshandlungen während der Schutzhaft, deuten auch auf diesen Zusammenhang hin.
Reinhard Gündel


