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Do, 15:45 Uhr
30.08.2012

nnz-Forum: Nicht länger zusehen...

Eine junge Dame schreibt an die nnz-Redaktion. Das ist eigentlich keine große Sache, doch in ihrem Text setzt sie sich mit den Kommentarschreibern und den jüngsten Ereignissen der Nordhäuser Neonazi-Szene auseinander. Aus ihrer Sicht gibt es dabei einige Zusammenhänge, die manch einer so nicht sehen will – oder kann...


Sehr geehrte Damen und Herren Kommentarschreiber,

mit Verwunderung habe ich die Kommentare von „Hans Dittmar“ und „Reputmoc“ zum Artikel „Stadt ist gefragt“ vom Landtagsabgeordneten Dirk Adams gelesen. In ihrer Betrachtung liegen einige gewaltige Fehler, die ich so nicht stehenlassen kann.

Zum einen hat Nordhausen ganz offensichtlich ein Problem mit Rechts. Es lässt sich spätestens mit der Gedenkveranstaltung am 3. April eines jeden Jahres nicht mehr wegdiskutieren.

Anders als sie meinen gibt es ständig Ausschreitungen von Rechten, neben Hakenkreuzen zum Rolandsfest wurden in diesem Jahr bereits die Stadtoberhäupter von den Verwirrten angegriffen.

Mehrfach sind außerdem inzwischen neben dem Büro der Linken auch der Eine-Welt-Laden, die Kulturkonditorei und selbst Wohngebäude in den Fokus der Verwirrten geraten.

Das auch Mitglieder von NDH-City immer wieder mit dabei sind, eine Gruppierung welche durch schwerste Straftaten bekannt wurde, ignorieren sie einfach.

Das Problem hierbei ist nicht nur das hierdurch das Ansehen der Stadt nachhaltig beschädigt wird, welches wiederum Auswirkungen auf Einwohnerzahl, Investitionen, Tourismus und Zivilcourage hat. Von den Neonazis werden gezielt Aktivitäten, die FÜR diese Stadt Initiative zeigen, angegriffen.

Als ob Nazi-Propaganda im Stadtbild nicht schon völlig inakzeptabel wäre, sie leisten dem braunen Stumpfsinn mit ihrer unglaublich naiven Rechts-wie-Links-Gerede einen guten Dienst.

Es geht bei diesen Leuten also nicht einfach um ein wenig Propaganda, es ist nicht einfach eine Sachbeschädigung wie Graffiti. Es sind gezielte Aufrufe und Androhungen von Gewalt. Mit derartigen Aktionen soll Einschüchterung betrieben werden, als Ziel ist hier die Mitte der Gesellschaft ausgemacht worden. Das ist der Unterschied.

Viel schlimmer sind jedoch die Relativierungsversuche von Menschen wie Ihnen.

Leider offenbaren Sie ihre völlige Ahnungslosigkeit, wenn Sie die Straße zwischen Bahnhof und Jobcenter als Beispiel für linke Propaganda nennen. Wenn über Wochen in großen Lettern am Hercules-Markt etwas von „nationalem Sozialismus“ steht kann hierüber nicht nur auf die politische Einstellung der Betreiber geschlossen werden. In dem von Ihnen genannten Beispiel geht es vor allem um Nazi-Propaganda und es offenbart sich das sie einfach keine Ahnung haben und die Gefahr von Rechts einfach nicht sehen wollen – oder können?

Ich wünsche mir von den Kommentarschreibern der NNZ insgesamt mehr Acht auf die Qualität der abgegebenen Kommentare und weniger auf die Quantität ihrer Texte zu geben. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf ihre Kommentare, denn es ist ein interessantes Muster zu erkennen: zunächst wird alles relativiert, der Verfasser des Artikels wird diskreditiert und des öfteren schweifen sie ganz von Thema des Artikels ab. Viel zu oft wird dann noch einem DDR-Vergleich das Sahnehäubchen aufgesetzt. Ich möchte nicht mit den NNZ-Mitarbeitern tauschen, die ihre Kommentare lesen MÜSSEN. Ich wünsche mir von Ihnen dass Sie lieber öfter mal mit offenen Augen nach draußen gehen.
S. K., der vollständige Name ist der Redaktion bekannt
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Wolfi65
30.08.2012, 16:14 Uhr
Schlimm
Ich kann dem nur zustimmen und bin für einen Verweis an die schuldigen Kommentatoren.
Erst heute mußte ich festellen, dass Unbekannte auch nicht vor dem Parteibüro der SPD-NDH halt machen. Sie hängten ein Plakat mit weisser Schrift und brauen!-Untergrund in den Aushang. Ich bin entsetzt und völlig fertig!
Retupmoc
30.08.2012, 16:52 Uhr
Das ist viel zu Ernst
@ Wolfi, das man dann auf lächerlich macht.Die Leserin S. K. hat ihre Meinung, dazu steht Sie und das verdient erst einmal Respekt. Das man zu verschiedenen Punkten eine andere Meinung haben kann, steht auf einem anderen Blatt. Deshalb antworte ICH auch mit dem nötigen Respekt:

Liebe Frau K. Sie haben in verschiedenen Dingen Recht. Es geht nicht, das Nazis auf unseren Straßen Parolen schreien, das Sie Politiker angreifen, den Holocaust verleugnen usw. Allerdings - nicht alles was man der rechten Szene anhängt, macht Sie auch.

Zum Beispiel gibt es in der Gruppierung NDH-City sogar Mitglieder anderer (Volksparteien). Diese Pauschalverurteilungen gefallen mir nicht. Wenn jetzt ein paar Jugendliche die zum Beispiel Mitglied der JU sind, eine alte Dame überfallen - sind dann alle JU-Mitglieder Verbrecher? Genauso wie das offt zitierte Zwickauer-Nazi-Trio. Die Frage ist doch, wieso die zehn Jahre lang unter Beobachtung der Staatsmacht morden konnten ( durften ) ? Und warum verbietet man nicht die NPD und alle daraus resultierenden Ansichten, so wie das in der DDR im Gesetz verankert war? Und bitte was soll der Satz, das die Nazis gegen alles arbeiten was der Stadt zu Gute kommt? Ich bin in einigen Ehrenämtern dabei und habe noch keinen Nazi gesehen, der gegen mich oder das Ehrenamt gearbeitet hat.

Und nun kommen wir zum Eigentlichen. Der Herr von den Grünen hat Schmierereien und Aufkleber angeprangert. Zu Recht! Allerdings bin ich der Meinung, das ein Aufkleber "Es lebe die Antifa" oder "Tod dem Staat" oder "Anarchiw jetzt" oder "Nazis in die Tonne kloppen" auch nicht gut für das Stadtbild sind. Und wenn wir bei Aktionen der Rechten hinsehen sollen bzw. müssen - dann bitte liebe Frau K., dann sehen wir auch bei Aktionen von Linksautonomen hin. Oder wollen Sie mir jetzt erzählen, die brennenden Autos und Geschäfte im Schanzenviertel Hamburg gehen auf das Konto der Rechten? Wer rechte Gewalt verurteilt muß auch linke Gewalt verurteilen. Oder sind wir einäugig?

Ich bin für ein sofortiges Verbot der NPD und angrenzender Parteien. Aber dann werden ja einige Staatsdiener arbeitslos.
Dora75
30.08.2012, 19:46 Uhr
Herr Adams
1.
Es gibt die Meinungsfreiheit ein gut unserer Demokratie.

2.
Ich denke schon das wir Bürger mit Offenen Augen Rumlaufen.

3.
Warum sitzen die Braunen in den Kreistagen und Landtagen,haben sie sich mal diese Frage gestellt.

4.
Allein schon durch unsere Geschichte dürfte es diese Partei überhaupt nicht mehr geben
oder wie sehen sie das.
Eigendlich sitzen sie ja im Landtag um uns Bürger zu vertreten und diesen Leuten endgegenzutreten.
5.
NDH-City
Warum gibt es sie überhaupt und wieso gibt sie sie Heute noch. Und warum laufen so viele Junge Menschen dort hin.

6.
Was die nnz lesen muss und was nicht dürfte sie nicht Interessieren.

7.
Warum schaffen es die Vereine nicht diese Jungen leute von diesen Personen fernzuhalten.

Fahren sie doch mal Nachmittags oder in den Abendstunden durch NDH und den Landkreis und schauen sie wo die Jugendlichen sind.

Zum Beispiel die VGH in Ilfeld. Hier werden sie keine Jugendarbeit mehr finden, aber stellen wo sich auch viele an der Kirche oder am Bahnhof treffen das zum Thema Augen auf.
Marie 2010
30.08.2012, 20:26 Uhr
Wünschen kann man sich viel...
....aber zum Glück sind die Zeiten vorbei, wo einem der Mund verboten wurde! Und das ist gut so!
Der Spiegel der Gesellschaft hat viele Facetten.... die Meinungen und Ansichten sind sehr verschieden und nicht jedem gefällt alles!
Das muß eine Demokratie aushalten können! ....Den Satz wollte ich schon immer gern mal sagen!
Denn bisher nennt sie sich noch so!
In diesem Sinne, ich freu mich weiterhin über über Kommentare der kommentierfreudigen Leser, die schreiben, was sie denken und fühlen! Ohne "Wünsche" oder gar Vorgaben berücksichtigen zu müssen.
Hans Dittmar
30.08.2012, 21:35 Uhr
Extremisten kommen aus zwei Lagern, dabei bleibe ich.
Liebe Frau, deren vollständiger Name der Redaktion bekannt ist.

Sie haben es ja an den Kommentaren des ersten Artikels gemerkt, alle sind keine Nazis und auch keine Anhänger dieser, aber alle warnen davor, die Extremen nur Rechts zu suchen. Und es scheint ein Stich ins Wespennest gewesen zusein, denn die Linke Szene wehrt sich jetzt.

Sie spielen auf die Kranzniederlegung vom April diesen Jahres an, nicht alle Bürger sehen die dort gelaufene Aktion so wie Sie. Natürlich soll man Rechten keine Platform geben, aber die wurde Ihnen mit der Aktion im April gegeben. Hätten die Rechten Ihren Kranz einfach abgelegt, wäre der Tag vorübergegangen ohne ein Aufsehen. Durch die Kranzwegnahme hat man ein Vorhandensein von Rechten in Nordhausen erst richtig in die Presse gebracht und sie hatten ihren Auftritt.

Ach ja, die linke Szene war auch da, neben dem Schirmaufspannen mussten es dann auch noch welche übertreiben, in dem Sie mit den Schirmen die Nazis in den Rücken stupsten.

Ich habe in Städten gelebt, wo eine rechtsextreme Szene nicht nur zu Hause war, sondern im täglichen Leben ständig gegenwärtig war. Von solchen Zuständen sind wir in Nordhausen zum Glück weit entfernt. Und ich möchte mich soweit aus dem Fenster legen und behaupten, das gut 90 Prozent der Bevölkerung einen gesunden demokratischen Menschenverstand haben und den Nazis keine größere Plattform geben.
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