nnz-Forum: Manches falsch gemacht...
1994 wurde Matthias Mitteldorf durch die Kommunalwahl Mitglied des Nordhäuser Stadtrates und hatte kurz danach gegen die Tiefgarage in der Altstadt gestimmt. Der Hintergrund waren die irren Fotos, die seine damalige Freundin und er verbotener Weise in den dortigen Kellern auf drei Etagen gemacht haben...
Unsere Hoffnung war, einen Jazz-Keller, gerade in der Vorbereitung der Landesgartenschau zu etablieren, wie zum Beispiel in Weimar. Daraus wurde nichts, weil es tausend Gründen gab, die dagegen sprachen und eine FH noch in weiter Ferne lag. Nach bald 20 Jahren erkenne ich diesen Fehler meiner Abstimmung, doch ich stehe dazu, weil es damals richtig war.
Vor drei Jahren habe ich für einen Autohof in Sundhausen in dieser Zeitung geworben. Bei der endgültigen Entscheidung habe ich mich mit Sicherheit nicht durch die BI drängen lassen, um anders zu entscheiden. Hier standen die expliziten Forderungen und berechtigten Zweifel der Sundhäuser Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund, die nicht nur mich überzeugt haben, einen solchen abzulehnen. Einen Autohof gibts ja auch bis heute nicht, und ein solcher ist anderen Orts nicht in Sicht.
Wenn BIs meinen, sie können kommunale Mandatsträger unter Druck setzen, ist das falsch. Ein Mitglied im Stadtrat ist kein Hobbypolitiker, sondern möchte mit seinem Engagement, seiner Sach- und Fachkunde als Einwohner unserer 1085jährigen Stadt für seine Nachbarn wirken. Dafür wurde dieser Stadtrat von unseren Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Und wir sind ja selber Nordhäuser und keine Importvögel.
Die neu gegründete BI gegen eine Agro-Methan-Gas-Anlage versucht schlechterdings, die Stadträte unter Druck zu setzen. Sie unterstellt ihnen Untätig- und Unfähigkeit. Das ist aus meiner Sicht falsch, weil genau diese sich im letzten OB-Rinke-Stadtrat im Juni dazu eine Auszeit erbeten haben. Den Argumenten meines Kollegen Volker Fütterer (SPD) konnte ich nur folgen, weil sie inhaltlich und fachlich zweifelsfrei richtig waren.
Dr. Klaus Zeh als Oberbürgermeister unternimmt gerade zu diesem Thema der Ära EVN/Rinke/Jendricke eine enorme Gradwanderung, die ich ihm als CDU-Politiker nie zugetraut hätte. Es ist nur unfair, wenn empörte Bürger ihre eigenen Stadträte und den OB geißeln, zu mal diese, wie die neue Verwaltung, noch im Findungsprozess sind.
Ich bin sicher, dass es keine unterschrieben Verträge, wie durch Einige in der Gründungsversammlung der BI behauptet, gibt. Wenn ja, würde ich wieder falsch liegen. Ich will keine solche Agro-Gas-Anlage. Denn es gibt bisher keine nachvollziehbare reale Kosten-Nutzen- Rechnung. Wir versiegeln gerade in der Goldenen Aue unwiederbringliches Land. Über zig Kilometer müssten täglich Tonnen von "Biofutter" mit LKWs mit enormen Treibstoffhunger in eine solche Anlage geliefert, der Abfall entsorgt werden.
Ja, auch damals habe ich für das Industriegebiet gestimmt, weil die EU Millionen für das Nichtbestellen von Äckern gerade in der Ex-DDR zahlte, und ich hoffte, Nordhausen könnte wieder eine Industriestadt werden. Die tatenlosen Bauern haben damals richtig profitiert und sich in der Goldenen Aue für damals viel Geld ihr Land von der LEG abkaufen lassen.
Es bleibt für mich dabei, dass ich Fehler gemacht habe. Doch zum Thema Agro-Gas-Anlage folge ich als Stadtrat, obwohl ökologisch denkend, meinem ersten Impuls. Für ein solches Vorhaben gibt es von mir keine Stimme.
Matthias Mitteldorf, Mitglied im Nordhäuser Stadtrat
Autor: nnz
Anmerkung der Redaktion:
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Kommentare
Eckenblitz
20.09.2012, 09:13 Uhr
Vieles falsch gemacht
Herr Mitteldorf Sie schreiben, dass der Stadträte keine Hobbypolitiker sind, nun ich sehe das völlig anders. Auf der einen Seite wollen sie keine Hobbypolitiker sein und auf der anderen Seite geben Sie ehrenhafter weise zu, das sie manche Fehler gemacht haben, auch das sehe ich anders, denn in Nordhausen haben die Politiker viele Fehler gemacht.
Weiter schreiben Sie, dass Sie sich nicht von einer BI unter Druck setzen lassen, geben aber auch wieder zu, dass Sie ohne den Druck der BI für den Autohof gestimmt hätten. Genau so verhält es sich mit der Biogasanlage nur durch die BI sind Sie aufgewacht und sind gegen die Anlage, im Schulterschluss mit Herrn Fütterer.
Sie sehen also, wie wichtig so eine BI ist, ohne Druck auf die Hobbypolitiker geht vieles in die Hose, nehmen wir nur das Industriegebiet Goldene Aue was hier geschieht ist ein Fehler wider besseren Wissens. Man versiegelt keine Flächen von dem man weiß, das sie nicht benötigt werden, oder haben sich schon die großen Industriebosse bei den Stadtvätern gemeldet und haben gefragt, man sie ihre großen Industrieobjekte bauen dürfen.
Schauen Sie sich einmal in der Stadt um, dann könne Sie die Fehler der Politik nicht übersehen, man muss natürlich ehrlich zu sich selber sein und nicht etwas schön reden wollen, nur weil unter Parteienzwang steht.
Harzer_Wolf
20.09.2012, 09:17 Uhr
Respekt
Für diesen Beitrag, Herr Mitteldorf ziehe ich meinen Hut. Hier ist praktisch nichts weiter hinzuzufügen.
Thomas Fichtner
20.09.2012, 11:27 Uhr
OPT-OUT-DAY nutzen!
Lieber Stadtrat Mitteldorf, liebe andere Stadträte, lieber Oberbürgermeister, sehr geehrte Mitbürger,
die Menschen der Bürgerinitative versuchen KEINE Stadträte unter Druck zu setzen.
Sie informieren lediglich sich und andere über die Anlage und deren Hintergründe und werben um Verständnis für ihre Anliegen, Sorgen und Ängste, die bisher nämlich auf breiter Front sträflich ignoriert wurden.
Wenn die Stadträte allerdings kritische Fragen über ihr bisheriges Handeln und nach der Wissensbasis, auf der sie regelmäßig (oft falsche) Entscheidungen fällen oder wichtige Dinge dabei vergessen (Flohburg-Archiv-Klimatisierung, Inneneinrichtung Kulturbibliothek), als Druck interpretieren - sollten sich die Stadträte mal überlegen ob sie nicht generell was falsch machen.
Klar, wir leben in einer repräsentativen Demokratie - aber dann sollen diese Stadträte bitte auch die Interessen der Bürger repräsentieren und ihnen NICHT bei jeder Gelegenheit auf der Nase herumtanzen und wenn sie man mal wieder Bockmist gebaut haben dem Bürger aufs neue in die Tasche greifen - der Steuermichel zahlt es ja - was kostet also die Welt?
UND DIESE AGRARGAS-ANLAGE WIRD KOSTEN!
Erstmal etliche Millionen an Investitionen, sprich Schulden durch Krediten die über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auch wieder abbezahlt werden wollen, die der Bürger mit seinen Steuern und Abgaben zahlt und dann noch einmal jeden Bürger durch die dort abgeschöpften Subventionen, ohne die diese Anlage nicht halbwegs kostendeckend zu betreiben wäre und dann noch einmal durch die in Zukunft weiter steigenden Stromkosten, schon wieder durch jeden Bürger zu zahlen und durch die Konkurrenz zur Nahrungsmittelherstellung, selbst hier vor Ort und nicht nur in Afrika, durch steigende Lebensmittelpreise für Brot und Fleisch - alles im derzeitigen Projekt versteckte Kosten die durch, Sie erraten es sicherlich, schon wieder von jedem Bürger zu zahlen sind.
Darüber hinaus vertrete ich die Position, das man an einer Wahlurne zwar abstimmt, aber deswegen dort doch nicht wirklich seine Stimme abgibt und zukünftig immer andere für sich reden und entscheiden lassen muss!
Außerparlamentarische Opposition ist nicht nur zulässig, sondern auch richtig und wichtig!
Die Zeiten wo in kleinen Zirkeln von sogenannten ehrenwerten Herren (und Damen), Stadträten zum Beispiel, oft gar unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit über deren Belange bestimmt wurde, sind vorbei!
Der Bürger fordert seine Rechte ein!
Besonders da seine Pflichten - nämlich dauernd die Melkkuh zu machen und Steuern zu zahlen - immer umfangreicher und belastender werden.
Und DAS liebe Stadträte, sollte sie endlich, und zwar lieber früher als später, begreifen und diese Entwicklungen sehr sehr Ernst nehmen und endlich auf die Bürger zugehen!
Und wenn die Stadträte das Stellen von Fragen, das Aneignen von Wissen durch die Bürger und das Teilen von Informationen bereits als Bedrohung, oder unangenehmen Druck ansehen, dann weiß zumindest ich das hier ganz extrem was ganz schief läuft! Den das ist das Ausüben von über Jahrhunderte hart erkämpfter Bürger- und Menschenrechte! Die Freiheit des mündigen Staatsbürgers. Des Souveräns!
Ich jedenfalls werde heute, auch aus deutlichen Protest, meine Bürgerrechte ausüben und beim OPT-OUT-DAY mitmachen und den Antrag ausfüllen, das meine personenbezogenen Daten nicht weiter von der Stadt an Werbefirmen verkauft werden können.
Das kostet mich einen Antrag ausfüllen und 5 Minuten Wartezeit im Rathaus - aber DAS ist mir aber mein Grundrecht der informellen Selbstbestimmung wert!
Denn lieb Stadträte: Es reicht! Oder bezogen auf die Agrargas-Anlage:
ES RIECHT!
Für seine Bürgerrechte einzutreten sollte jedem Bürger endlich etwas wert sein und die Leute sollten langsam aber sicher mal ihren Hintern hoch kriegen und sich nicht immer nur abducken und nicht mehr alles hinnehmen!
Und so verbleibe ich mit freundlichen, aber fest zur Freiheitlich Demokratischen Grundordnung stehenden und vor allem souveränen Grüßen
Thomas Fichtner
suedharzer
20.09.2012, 11:39 Uhr
fast guter Artikel
Lieber Matthias,
eigentlich ein guter und sympathischer Artikel, der zeigt wie wichtig und richtig es ist in der Kommunalpolitik gemeinsam zum Wohle der Stadt Sachpolitik zu machen. Nur mit dem letzten Satz schießt Du Dir leider selber ins Knie.
Bei einer so wichtigen Entscheidung sollte man (oder Frau) eben nicht seinem ersten Impuls folgen, sondern sich erst einmal gut informieren. Andernfalls musst Du vielleicht diese voreilige Festlegung in Zukunft auch unter der Rubrik "Manches falsch gemacht" abheften.
Franz Tabak
20.09.2012, 11:47 Uhr
Herr Mitteldorf
sie kommen hier auch mit der Floskel, die aus dem "Politikerhandbuch" stammen muss: "Wir sind von den Bürgern gewählt wurden!"
Das Sie gewählt wurden, zweifle ich nicht an, aber Sie sollten doch lieber sagen, wir sind von ein PAAR Bürgern gewählt wurden. Schauen sie sich doch die Wahlbeteiligung an, sie schaffen ja nicht einmal 40 % Wahlbeteiligung, auf Ihr eigenes Ergebniss möchte ich erst garnicht eingehen.
Sie sollten einmal unter das Volk gehen und dort nachfragen, wie man zu den Politikern steht. Es hat keinen Sinn, nur die politischen Nutznießer zu befragen! An der Wahlbeteiligung können Sie erkennen, dass die MEHRHEIT der Bürger Politiker für überflüssig hält.
Eckenblitz
20.09.2012, 12:11 Uhr
@ Hanni
Dem letzten Absatz des Kommentars, stimme ich voll und ganz zu.
Ist es nicht so, dass die eigentliche Arbeit von den Angestellten der Stadt gemacht wird und die Politiker ihren Senf dazu geben.
Genau auf diesen Senf kann die MEHRHEIT der Bürger verzichten und genau aus diesem Grund geht über die HÄLFTE der Bürger nicht zur Wahl.
Eben weil man die Politiker nur als Kostenpflichtigen Balast warnimmt.
Hans Dittmar
20.09.2012, 21:15 Uhr
@Hanni und abraham Wählen gehen
Sie sagen die Wahlbeteiligung wäre zu gering, weil die Leute unzufrieden sind. Ich sehe das ganz anders. Den Leuten hier geht es zu gut! Sie kümmern sich nicht um Politik und somit nicht um das Gemienwohl un die Interessen aller, sondern nur um sich.
Jeder NICHTWÄHLER begeht STIMMENENTHALTUNG und trägt somit das Entergebnis mit!
Die ewigen Ausreden "es ändert sich ja doch nichts" oder "wen soll ich denn wählen?", zeigt nur, das sich die Menschen garnicht für das alltägliche Leben interessieren. Wenn es aber sie selbst betrifft, dann werden Sie zu HOBBYPOLITIKERN und HOBBYWISSENSCHAFTLERN und wissen innerhalb weniger Tage mehr als gestandene Professoren. Warum sollen die Menschen jetzt den HOBBY-ALLESWISSERN glauben schenken. Nur weil Sie Unterschriften sammeln. Wenn ich Unterschriften für eine Anlage sammle, unterschreiben bestimmt auch welche von Ihren LEuten bei mir, das ist halt so.
Gründen Sie doch in Nordhausen eine Freie Bürgerpartei und stellen sich zur Wahl. Dann könnten Sie es allen beweisen. Sie hätten eine hohe Wahlbeteiligung, Alle hätten endlich eine Perspektive - weil ja nun ALLES richtig gemacht wird. UPPS Sie sind dann Politiker, naja - vielleicht reicht ja die Mehrheit von 60 Prozent zur Errichtung einer Diktatur. Ihr macht das schon!!!
Retupmoc
21.09.2012, 09:14 Uhr
Wählbar
Aber Herr Dittmar ... das sind wieder die Floskeln. Haben die Bürger nicht Recht, wenn Sie sagen, es ändert sich nichts wenn wir wählen? Denken Sie mal an die letzte Thüringenwahl. Über 30 Prozent der Bürger wollten etwas ändern und haben die LINKE gewählt.
Was ist passiert? Matschie und Lieberknecht haben sich über den Wählerwillen erhoben und wursteln gekonnt in CDU/SPD - Manier wie schon immer weiter. Und die 30 Prozent der L-Wähler wurden betrogen. Oder gehen Sie in den Bundestag. Da bestimmen Mitglieder einer Partei die aktuell 3 Prozent der Wählerstimmen hat über die ganze Bundesrepublik und die EU gleich noch mit.
Allerdings, wo Sie Recht haben, wäre auf kommunaler Ebene. Eine starke Bürgerbewegung könnte sogar den OB stellen. Deshalb ist ihr Vorschlag sehr gut. Ich würde aus den o.a. Gründen immer eine Bürgerbewegung wählen.
W. Roßmell
21.09.2012, 14:57 Uhr
Sehr geehrter Herr Mitteldorf, vielen
Dank für Ihre offenen Worte, zeigen Sie doch, dass auch Politiker nicht unfehlbar sind und Fehler in seiner Politikerkarriere feststellen musste! Und es ehrt Sie noch mehr, dass Sie sich eindeutig gegen den Bau einer solchen Agrogasanlage stellen, weil Ihnen bisher keine nachvollziehbare reale Kosten-Nutzung-Rechnung vorliegt. Wenn jeder unserer Stadräte so denken und rechnen würde, dann wäre das "Biogaskonzept der EVN" von 2012 vergessen, ist es doch mehr oder weniger ein Konzept der "frisierten und geschönten Zahlen" und paßt in keiner Form in den Rahmen der Kosten-Nutzungsstruktur einer solch staatlich geförderten Anlage! Es sind weder Kosten für eventuelle Notfälle kalkuliert, noch Kosten nach der Stilllegung und den Abriß einer solchen Anlage vorgesehen. Wir haben mit unserer Pressemappe jedem Stadtrat wichtige Informationen übergeben, die zu einem berechtigten Nachdenken führen sollten.
Allerdings haben uns Ihre Äußerungen bezüglich unserer Bürgerinitiative, bezüglich der Unterstellungsvorwürfe an die Stadträte, dass sie untätig und unfähig seien, etwas verwirrt. Wir haben zu keiner Zeit Unfähigkeit vorgeworfen und auch der Untätigkeit in diesem Sinne nicht so geäußert! Wir haben immer und immer wieder auf das Schweigen des Oberbürgermeisters und der Stadträte auf unsere Petition, auf unseren offenen Brief und auf all die Fragen hingewiesen, die unsere Bürger beantwortet haben wollen. In diesem Zusammenhang haben wir, wie das auch Politiker im Bundestag oft machen, an die Beantwortung dieser Fragen, an den schriftlich versprochenen Dialog mit dem Stadtrat durch den OB und an die vom Gesetzgeber vorgesehene Bürgerbeteiligung hingewiesen und was ist bis heute passiert? Nichts Herr Mitteldorf und das empfinden wir als nicht richtig und fühlen uns von den Politikern nicht ernst genommen und verschaukelt, zumal in der Projektgruppe wie vom OB versprochen, auch niemand von der Bürgerinitiative integriert ist. Diese Projektgruppe soll "sachlich, unabhängig alle weitere Untersuchungen und notwendigen Prüfungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen. Außerdem beschränken sich die weiteren Planungen nicht ausschließlich auf die Standorte NDH-Himmelgarten und NDH-Bielen. Vielmehr sollen auch andere Standorte in Betracht gezogen werden." so im ersten Antwortschreiben des OB, Herrn Dr. Klaus Zeh. Weiter schreibt er: "Eine Projektgruppe wird das weitere Verfahren begleiten und dabei die Verwaltungsspitze, den Stadtrat sowie die Öffentlichkeit unterrichten" und endet damit:"Wir würden uns freuen, wenn wir den weiteren Dialog wie bisher sachlich und mit gegenseitiger Achtung und gegenseitigem Respekt führen. Dazu laden wie Sie und weitere Vertreter der Petition ausdrücklich ein, das Projekt in den konkreten Planungsphasen zu begleiten." Ja Herr Mitteldorf und außer diesen "nett geschriebenen Zeilen" ist bisher keines dieser Angebote und Zusagen auch nur in einem Punkt erfüllt worden, obwohl die Projektgruppe die Arbeit aufgenommen hat und der Hauptausschuß fleißig zusammenkommt und eben auch sicher schon Entscheidungen getroffen werden oder wurden! Die Bürgermeinungen, die von uns als Bürgerinitiative vertreten werden, werden bisher ignoriert und da kann man schon mal Meinungen in der Öffentlichkeit äußern, die in Richtung Untätigkeit gehen... Wir würden es gern anders sehen, aber dann sollte vom OB angefangen, weiter über die Stadträte und nicht zuletzt auch von den Verantwortlichen Personen, die den Bau der Anlage planen und prüfen angefangen werden, uns mit einzubeziehen! Solange man weiter nur schweigt, uns nicht mit an den Tisch holt (wie versprochen!), solange werden auch künftig Vermutungen geäußert werden, dass Verträge bestehen könnten oder auch der Standort feststeht. Wir haben jedenfalls das Wort "Hobbypolitiker" als Ersatz für den Stadtrat niemals öffentlich so abgegeben und werden dies auch künftig nicht tun! Wir schätzen gerade jetzt die Arbeit eines Stadtrates und ganz besonders, wenn er sich auch mit uns als Bürgerinitiative verbunden fühlt, mit uns spricht und nicht durch Schweigen "links" liegen läßt... Wir haben den Auftrag von inzwischen über 2.300 besorgten Bürgern der Stadt, das sind mehr als es je Mitglieder in den vorhandenen Parteien gibt (!) und auch mehr, als Sie Stimmen bei der Wahl gesammelt hatten und diesen Auftrag nehmen wir ernst und wollen ihn auch erfüllen! Deshalb hoffen wir weiter auf ein sachliches Miteinander, einen offenen und konstruktiven Dialog mit dem gesamten Stadtrat, mit allen Parteien und auch mit den Befürwortern als auch Gegnern einer solchen Anlage, nur wir müssen und sollten miteinander Sprechen! Dass es geht, haben die persönlichen Gespräche mit einigen Stadträten bei der Übergabe der Pressemappe, das Treffen mit dem Bundestagsabgeortneten Manfred Grund, der Besuch bei der Büroeröffnung von Frau Diana Skibbe von den Linken (Abgeordnete des Thüringer Landtages) gezeigt, die alle für unsere berechtigten Fragen und Sorgen Gehör fanden und bestätigten, dass eine solche Anlage in der Nähe von Wohnbebauung nichts zu suchen hat.
Wir erwarten und freuen uns auf den weiteren Dialog mit Ihnen und der Stadt und hoffen auf eine sinnvolle und vor allem einer Lösung im Interesse der besorgten Bürger dieser Stadt!
Wilfried Roßmell
Bürgerinitiative "Stoppt Biogas Nordhausen"
dirfido
21.09.2012, 17:04 Uhr
kommt am 26.09.2012 um 15:00Uhr Sitzung des Stadtrates der Stadt
Zitat:
Doch zum Thema Agro-Gas-Anlage folge ich als Stadtrat, obwohl ökologisch denkend, meinem ersten Impuls. Für ein solches Vorhaben gibt es von mir keine Stimme.
Matthias Mitteldorf, Mitglied im Nordhäuser Stadtrat
Warum obwohl ökologisch denkend?
Die Aussage müsste heißen: gerade weil ökologisch denkend!
Als Stadtrat ist auch der finanzielle Aspekt einer solchen Entscheidung sehr wichtig. Desto bemerkenswerter ist die eindeutige Position gegen die Methangasanlage. Der Druck ist durch das Schweigen der Verantwortlichen entstanden. Eine Geißelung ist dieses nicht, es ist ehr ein Rütteln und Schütteln; ein Klopfen und Klagen gegen die Stille – die Raum für Spekulationen und Befürchtungen lässt. Es waren die Verantwortlichen der Methangasanlage die mit einer Überrumpelungs-Taktik die kurze Orientierungslosigkeit in Verbindung mit dem Machtwechsel ausnutzen wollten. Gepaart mit dem Argument: die Bauern müssten sich bei der Bestellung des Saatgutes kurzfristig entscheiden wurde eine Drohkulisse mit Hallenbad, Straßenbahn und Busverkehr erzeugt. Die wahren Zahlen und Argumente bleiben indes im Dunklen.
Druck erzeugt nur Gegendruck und die Bürger können nicht weichen, die meisten sind an dem Ort fest verwurzelt und können ihn nicht aufgeben.
Es ist die Methangasanlage die den Menschen auf die Pelle rückt – und nicht umgekehrt!
Wenn sich einige Mitglieder des Stadtrates zwischen Methangasanlage und Bürgerinitiative eingeklemmt fühlen, so sollten sie sich für die Menschen entscheiden – gegebenenfalls auch nur aus Mitgefühl.
Der denkende Mensch macht Fehler - aber er lernt daraus!
Ich kann nur alle Mitbürger aufrufen:
Bürger kommt am 26.09.2012 um 15:00Uhr zur 24. Sitzung des Stadtrates der Stadt Nordhausen im Bürgersaal.
Bürger zeigt Gesicht!
Es scheint wichtiger denn je!!!!!
Zorro
23.09.2012, 09:03 Uhr
Manöver
Ich kann mich dem Aufruf meiner Vorkommentatoren nur anschließen, kommt zum Stadtrat. Hier geht es auch um die Abstimmung für einen zweiten Beigeordneten. Hat doch die SPD vor der Oberbürgermeisterwahl VERSPROCHEN zwei Beigeordnete zu wollen und jetzt plötzlich nicht mehr. Warum?
Nicht etwa aus Geldgründen, was spielt Geld im Rathaus schon für eine Rolle, siehe Flohburg, Bibliothek ect. nein aus machtpolitischem Kalkül. Nach dem Willen der SPD soll ja über einen zweiten Beigeordneten erst in zwei Jahren abgestimmt werden. Glaubt die SPD, wenn 2014 die Wahlen zum Stadtrat stattfinden, eine solche Mehrheit zu erhalten, dass sie dann die Wahl eines zweiten Beigeordneten zu ihren Gunsten beeinflussen kann?
Die Angst des Herrn Jendricke und seiner "Gefolgschaft" muss groß sein, dass er die Herrschaft über Ämter abgeben muss und so in die Bedeutungslosigkeit fällt.
Wolfi65
23.09.2012, 13:40 Uhr
Jawohl Herr Mitteldorf
Sie haben einen Fehler gemacht und versagt.
Ich hoffe, dass Sie wissen, was Sie jetzt zu tun haben.
MFG
Herr Taft
23.09.2012, 18:49 Uhr
Fehler machen
Es ist nichts Schlimmes Fehler zu machen - sofern man daraus lernt. Dazu gehört, dass man merkt falsch zuliegen, darüber nachdenkt und am Ende zu einem neuen Standpunkt kommt. Wenn man in der Öffentlichkeit steht zeugt es von Rückgrat und Selbstbewusstsein, seine Fehler auch öffentlich einzugestehen. Gut und richtig ! Ich ziehe meinen Hut vor Herrn Mitteldorf. Hätten wir nur mehr Politiker wie ihn, die Fehler erkennen und daraus lernen.
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