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Do, 13:59 Uhr
11.10.2012

Vater und Sohn

Peter Sodann und sein Sohn Franz präsentierten am Mittwochabend im Rahmen der SparkassenKulturtage ein kurzweiliges Programm mit literarischen Perlen aus Klassik und Moderne in der Nordhäuser Kreissparkasse...

Lesung mit Franz und Peter Sodann (Foto: KSK)
Von links: Wolfgang Asche, Franz Sodann, Peter Sodann, Thomas Seeber (Foto: KSK)
Lesung mit Franz und Peter Sodann (Foto: KSK)
Die zahlreichen Zuschauer konnten sich auf amüsante Anekdoten, philosophische Geschichten, heitere Gedichte, klassische Theaterdialoge, traurige Lieder und erstaunliche Weisheiten freuen. Es war ein auf- und anregender Abend voller Poesie, Menschlichkeit und Witz, lustvoll vorgetragen von zwei exzellenten Schauspielern.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
11.10.2012, 20:15 Uhr
Peter Sodann: in Halle geliebt und geschmäht
Peter Sodann gehörte zu seinen besten Zeiten als Chef des Neuen Theaters zu den ganz wenigen Hallensern, die dieser einst von Chemie und Verfall gekennzeichneten "Diva in Grau" wirklichen Glanz verleihen konnten. Er tat etwas, womit die Saalestadt als "Vorstadt" des mehr als doppelt so großen, schon früher etwas glänzenderen und stets freundlicheren Messestadt Leipzig wenigstens ein wenig schmimmern konnte.

Er würzte den etwas drögen, ungehobelten Charakter des Durchschnitts-Hallensers mit einem Schuss Humor, Initiativreichtum und Weltläufigkeit. Halle bekam durch ihn so etwas wie ein Lächeln. Er machte seine hallesche Kulturinsel zu einem wirklichen Zentrum der Kultur und des abendlichen Ausgehens. Niemand konnte u.a. dank Peter Sodann eigentlich behaupten, in der Saalestadt sei nichts los: z.B.am 1. Mai, den er mit großem Publikum und Programm auch nach 1989 weiterhin auf seine Art feierte und Partys, die das Jahr 1948 oder andere vorsintflutliche Jahre thematisierten, - von Kleidung, Musik bis zu den Menüs und ganz zu schweigen von den nt-Silvesterfeiern.

Seine Auftritte als Tatort-Kommissar Ehrlicher taten ein Übriges, um Halle als ostdeutsche Großstadt im Westen überhaupt erst einmal einen Namen zu geben. Mit einem Augenzwinkern könnte ich noch anfügen, dass Sodann ja auch nur deswegen so viel Humor zeigt, weil er ein gebürtiger Sachse und kein Sachsen-Anhalter ist. - Nach meinen Erfahrungen und engen Beziehungen zu Sachsen muss ich sagen, dass daran wohl tatsächlich etwas dran sein muss.

Vor einigen Jahren interviewte ich eine Person aus seinem nahen Umfeld. Da hatte das Theater bereits einen neuen Chef. Dem war das ("Sodann"-) Theater von der Stadt Halle übergeben worden. Das war aber wohl eher einer Liebe zwischen Stadt und neuem Intendanten geschuldet, als einer Liebe des neuen Intendanten zum nt. Der Tatort-Kommissar durfte altersbedingt nicht noch einmal antreten, - obwohl er wollte.

Der neue nt-Chef aber war wohl nicht sein Wunsch-Kandidat. Nach meinen Informationen sanken auf einen Schlag die Zuschauerzahlen auf der Kukturinsel. Der Witz und Sodann-typische Charme fehlte. Aber vielleicht muss das so sein, wenn Ikonen gehen. Selten geht es danach ohne Frustrationen weiter. Wohl etwas verlegen ob des Halle-typischen Fehlers verlieh ihm die Stadt dann die Ehrenbürgerwürde.

Er sei frustriert darüber, wie mit seinem Lebenswerk umgegangen werde, wurde mir gesagt. Vielleicht hat sich das ja wieder geändert, mittlerweile.

Allerdings ist Peter Sodann in Halle nicht überall beliebt. Einige Händler, die ich interviewte, zeichneten ein nicht rund herum rosiges Bild, vielleicht das eines Prominenten, der frustriert darüber ist, allmählich an Bedeutung zu verlieren.

Wieder andere berichteten mir vom netten Onkel von nebenan, mit dem man sofort ins Gespräch über seinen, von ihm regelmäßig ausgeführten Dackel kommt oder mit dem man in dessen Stammkneipe, natürlich in nt-Nähe, ein Bier trinken kann.

Nichtsdestotrotz: Der gescheitere Bundespräsidentenkandidat war und ist im Theatersektor ein ostdeutsches Aushängeschild, das gerade auf Grund der Erfahrung zweier Gesellschaftssysteme zu einer besonderen Würze unserer Kulturlandschaft wurde.
Jürgen Wiethoff
12.10.2012, 10:49 Uhr
Es darf gezweifelt werden
Wenn Peter Sodann 2009 der gescheitere Bundespräsidentenkandidat war, bin ich der dümmere Kommentator. Eine derartige Wertung hätte ich mir angesichts der anderen Kandidaten (Horst Köhler, Gesine Schwan, Frank Rennicke) nicht zugetraut. Allerdings kenne ich auch keine der genannten Damen und Herren persönlich und nur nach „Aktenlage“ mag ich das nicht beurteilen, aber leichte Zweifel darf ich doch äußern, oder?
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