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Fr, 12:46 Uhr
06.12.2013

Bürgermeister im Schloss

Mit einer Führung durch das Schloss Heringen begann in dieser Woche die Beratung der haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeister, zu der Landrätin Birgit Keller regelmäßig einlädt. Der Bürgermeister der Landgemeinde Maik Schröter zeigte, was sich im Schloss durch die zurückliegende jahrelange Sanierung getan hat und wie die Ausstellungsräume inzwischen bestückt sind...


Er verwies aber auch auf die finanziellen Herausforderungen, die das große Schloss für Heringen mit sich bringe, allein angesichts der Betriebskosten. Der Tagungsort passte gut zu einem der Tagesordnungspunkte – der Entwicklung eines überregionalen Kulturkonzepts, die das Kultusministerium für die Landkreise Nordhausen und Kyffhäuser als eine von zwei Modellregionen fördert.

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Als Koordinatorin vor Ort wird Sylvia Spehr das Projekt begleiten. Das Institut für Kulturpolitik aus Bonn wird das Konzept erarbeiten. Die Bestandserhebung der kulturellen Anbieter hat bereits begonnen. Noch vor Weihnachten wird sich der Regionalbeirat zu seiner konstituierenden Sitzung treffen. Im Frühjahr nächsten Jahres sind Kulturwerk­stätten geplant, um möglichst viele Akteure einzubeziehen. Zusätzlich wird das Institut Experteninterviews durchführen Bis Ende kommenden Jahres soll das Kulturentwicklungskonzept stehen. „Wir bekommen die Chance, als modellhaftes Beispiel für andere Regionen in Thüringen zu wirken“, sagte Sylvia Spehr.

Außerdem solle die Konzeption dazu beitragen, dass die beiden Landkreise in der Kulturarbeit noch enger zusammenwachsen. „Ziel ist es, die kulturelle Infrastruktur zu erhalten, herauszufiltern, welche Instrumente jetzt schon wirken und zu beschreiben, wo wir effektivere Strukturen brauchen, welche finanzielle Ausstattung notwendig sein wird und wie sich diese realisieren lässt.“ Viele der anwesenden Bürgermeister wiesen gerade auf die Schwierigkeiten in diesem Bereich hin, da Kultur als freiwillige Aufgabe definiert sei und dadurch hier oft zuerst der Rotstift angesetzt werden müsse.
Bürgermeister berieten im Schloss (Foto: J. Piper)
Bürgermeister berieten im Schloss (Foto: J. Piper)
Bürgermeister berieten im Schloss (Foto: J. Piper)
Auch in anderer Hinsicht spielten die Finanzen zum wiederholten Male eine wichtige Rolle in der Bürgermeisterberatung. Auf die Auswirkungen Steuerschätzungen ging die 1. Beigeordnete Jutta Krauth ein. Zwar wurden für Thüringen insgesamt steigende Steuereinnahmen prognostiziert. Aber im Landkreis Nordhausen treffe dies nicht zu.

So beliefen sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im 1. bis 3. Quartal des vergangenen Jahres auf rund 17 Mio. Euro im Landkreis, im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es jedoch nur 13,5 Millionen Euro. Auch die Umlagegrundlagen für den Landkreis, aus denen die Kreisumlage ermittelt wird, sinken von rund 65,5 Mio. Euro in diesem Jahr auf rund 64 Mio. Euro im kommenden Jahr. Der Landkreis wird im nächsten Jahr rund 740.000 Euro weniger über die Kreisumlage erhalten als erwartet, weil die Schlüsselzuweisungen des Landes an die Gemeinden in den drei vorvergangenen Jahren gesunken sind.

Ob und inwieweit die Soforthilfen, die derzeit auf Landesebene im Gespräch sind, sich für den Landkreis Nordhausen auswirken werden, ist erst klar, wenn das Land dazu konkrete Beschlüsse gefasst hat. Landrätin Keller forderte in diesem Zusammenhang, dass die Kommunen dringend weitere Unterstützung vom Land bedürfen, um ihre Aufgaben noch finanzieren zu können.

Schließlich ging es in der Bürgermeisterberatung um die Zusammenarbeit der Kommunen mit den Kirchen. Der stellvertretende Superintendent der evangelischen Kirche, Pfarrer Werner Heizmann und Pfarrer Richard Hentrich vom Dom zum Heiligen Kreuz schilderten, wie die Situation in den einzelnen Gemeinden sei, beispielsweise dass das ehrenamtliche Engagement zunehmend wichtiger werde.

„Wir sind immer mehr auf das Ehrenamt angewiesen, um unseren gesellschaftlichen Auftrag erfüllen zu können. Dies geschieht in den Kirchen auch in der kleinsten Gemeinde und das schätze ich sehr hoch ein“, sagte Landrätin Keller. Die Beigeordnete Jutta Krauth bedankte sich insbesondere für die gute Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit und der Betreuung von Asylbewerbern, bei der der Landkreis mit dem Verein "schrankenlos" zusammenarbeitet. „Ohne den Verein wäre es uns nicht gelungen, die Flüchtlinge so gut unterzubringen und zu betreuen“, so Jutta Krauth.

Auch im Bündnis gegen Rechts laufe die Zusammenarbeit mit den Kirchen sehr gut. Pfarrer Hentrich betonte, die Sichtweise, hier sei die Kirche, da die Gesellschaft treffe nicht zu, vielmehr gehöre beides zusammen. Viele der Bürgermeister nannten Beispiele, wie es in ihren Städten und Gemeinden gelinge, die Kirchen gemeinsam mit anderen Akteuren einzubinden. Besonders in der Adventszeit sei dies wichtig, sagte Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek, denn da ginge es schließlich um mehr als Glühweintrinken und Bratwurstessen.
Autor: red

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