So, 10:47 Uhr
15.12.2013
Weiterhin unbezwungen
Die Boxer vom Nordhäuser SV haben im ersten Heimkampf der neuen Saison gegen den Boxring Hanau mithilfe einer fantastischen Kulisse erneut das scheinbar unmögliche möglich gemacht. Nach dem Live-Ticker nun der ausführliche Bericht in Ihrer nnz...
Mit 9:8 besiegte die Mannschaft von Konrad Werner am Ende die Hessen und ist somit seit nun sieben Jahren in der heimischen Ballspielhalle weiter unbesiegt. Für den entscheidenden Punkt sorgte im vorletzten Kampf mit Leon Bunn ausgerechnet ein Eidgenosse der Hanauer, denn Bunn lebt und trainiert in Frankfurt.
Erneut fanden etwa 1.000 Zuschauer den Weg in die Nordhäuser Ballspielhalle um die Boxer bei ihrem ersten Heimkampf in ihrer dritten Bundesliga-Saison entsprechend lautstark zu unterstützen. Wenn der Funke von den Zuschauern auf die Boxer überspringt, sind wir zu allem fähig, wusste der langjährige Nordhäuser Cheftrainer Konrad Werner schon vor Beginn.
Die Marschroute beim zweiten Kampf in diesem Jahr war klar: Nach der knappen 8:10 Niederlage beim Deutschen Meister in Velbert standen die Nordhäuser schon unter Druck, schließlich peilt man im Südharz nach zwei Vize-Meisterschaften erneut einen Platz unter den ersten drei Teams der Liga an. Hinzu kam dass der Gast aus Hanau, der sich durch entsprechende finanzielle Mittel in dieser Saison unter anderem mit dem früheren Nordhäuser Johann Witt verstärkte, Velbert vor zwei Wochen in eigener Halle ein Unentschieden abrang und einen Punkt mit nach Hause nahm.
In den drei leichtesten Gewichtsklassen sollte nach Möglichkeit schon das Unentschieden aus Nordhäuser Sicht perfekt gemacht werden und einer der drei dann noch folgenden, Sebastian Formella, Leon Bunn und Artur Mann, zum Held aus Nordhausen avancieren. Verlieren wir den ersten Kampf, wird es ganz schwer, machte Werner die Bedeutung eines guten Starts deutlich. Wie schon in Velbert gewann aber auch diesmal in der Klasse bis 58 Kilogramm der schwedische Neuzugang Salomo N´Tuve.
Der schwedische Meister hatte es mit Dias Kuzembaew zu tun. Trotz des Sieges kann Salomo noch besser seine große Reichweite ausnutzen, so Werner. Zu oft verfiel der Kampf noch im Infight, trotz dass er Kuzembaew, der in der dritten der insgesamt vier Runden angezählt wurde, am Rande des K.o. hatte.
Im zweiten Kampf des Abends (bis 65 Kilogramm) bekam es der Thüringer David Müller dann mit dem Kroaten Stipan Prtenjaca zutun. Erst vor zwei Tagen verpflichtete Hanau ihn in einer Nacht und Nebel Aktion. Müller, der Angelo Welp im Vergleich zum ersten Kampf in Velbert ersetzte, setzte gute Treffer, trotzdem reichte es für ihn nach dem Wertungsurteil der Kampfrichter nur zu einem Unentschieden. In meinen Augen lag David vorne, ärgert sich Werner, dass der fest eingeplante Sieg aus den Händen gegeben wurde.
Den nächsten Punkt aus Nordhäuser Sicht fuhr schließlich Publikumsliebling Balazs Bacskai aus Ungarn ein. Der frisch gebackene Ungarische Meister besiegte Slawa Kerber. Beim Stand von 8:6 aus Nordhäuser Sicht ging es nun also in eine kurze Pause bevor die abschließenden drei Kämpfe folgen sollten.
Ein Sieg daraus musste noch her, um die Siegesserie in der Festung Ballspielhalle auch diesmal zu halten, doch die Gegner waren auf Hanauer Seite keine geringeren als Xhek Paskali, Serge Michel und Johann Witt. Den Anfang machte Sebastian Formella in der Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm gegen den früheren Nordhäuser Paskali. Formella, der noch beim ersten Kampf wegen einer Kiefer-Operation aussetzen musste, wehrte sich nach Kräften. Letztlich musste er sich aber wie schon bei den Deutschen Meisterschaften in Oldenburg nach Punkten geschlagen geben.
Im Halb-Schwergewicht kam Leon Bunn anstelle von Kevin Künzel zu seinem ersten Einsatz gegen Serge Michel, der noch in Velbert den Niederländischen Meister Peter Mullenberg K.o. schlug. Und Bunn sorgte für einen Paukenschlag, brachte die Halle zum beben: Nachdem er die erste Runde noch verhaltener boxte kam er mithilfe der Zuschauer immer besser in den Kampf und errang den kaum für möglich gehaltenen dritten Sieg für die Nordhäuser. Das Publikum hat mich ab der zweiten Runde ein bisschen wachgerissen. Das Publikum in Nordhausen ist schon einzigartig und eine starke Unterstützung, schwärmt Bunn anschließend.
Der Frankfurter wäre dabei fast in Hanau gelandet – auch bei ihm fragten sie an, doch Bunn entschied sich dafür eine weitere Saison im Südharz zu boxen unter der Bedingung, gegen seine Eidgenossen eingesetzt zu werden. Leon hat vor der Saison deutlich gemacht dass er unbedingt gegen Hanau antreten möchte. Zum Glück haben wir seinem Wunsch zugestimmt, freut sich Konrad Werner. Mit Standing Ovation wurde Bunn, der die Nordhäuser durch seinen Sieg uneinholbar mit 9:7 in Front brachte, gefeiert.
Am Erfolg der Nordhäuser änderte letztlich auch nichts mehr dass sich Artur Mann im Schwergewicht dem früheren Nordhäuser Witt geschlagen geben musste. Das ist ein Erfolg des ganzen Teams. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen für diesen Kampfgeist, bilanziert Werner.
David Müller (Halbweltergewicht, bis 65 Kilogramm): Der Kroate gegen den ich geboxt habe, hat mir gar nichts gesagt. Ich habe mich klar als Sieger gesehen. Was am Ende für einen Punktgewinn gefehlt hat, dass weiß ich nicht. Na klar bin ich traurig über das Urteil, aber ich muss es akzeptieren. Ich werde den Kampf in den nächsten Tagen analysieren und aufschreiben, wo die Fehler lagen.
Leon Bunn (Halbschwergewicht, bis 82 Kilogramm) Ich habe mich sehr gut auf den Kampf vorbereitet. Ich war auf dem Punkt fit, obwohl ich in den vergangenen Tagen noch ein bisschen erkältet war. Ich habe eine kleine Pause eingelegt. Bei meinem ersten Saisoneinsatz war ich zum einen topfit und zum anderen hat mich das Publikum toll unterstützt. Es macht immer viel Spaß in Nordhausen zu kämpfen. Das war ein ganz großes Ding heute. In der ersten Runde hatte ich noch zu viel Respekt gehabt. Ich bin immer ein Spätstarter. Ich muss mich langsam reinarbeiten und das Publikum hat mich ab der zweiten Runde ein bisschen wachgerissen. Das Publikum in Nordhausen ist schon einzigartig und eine starke Unterstützung.
Autor: redMit 9:8 besiegte die Mannschaft von Konrad Werner am Ende die Hessen und ist somit seit nun sieben Jahren in der heimischen Ballspielhalle weiter unbesiegt. Für den entscheidenden Punkt sorgte im vorletzten Kampf mit Leon Bunn ausgerechnet ein Eidgenosse der Hanauer, denn Bunn lebt und trainiert in Frankfurt.
Erneut fanden etwa 1.000 Zuschauer den Weg in die Nordhäuser Ballspielhalle um die Boxer bei ihrem ersten Heimkampf in ihrer dritten Bundesliga-Saison entsprechend lautstark zu unterstützen. Wenn der Funke von den Zuschauern auf die Boxer überspringt, sind wir zu allem fähig, wusste der langjährige Nordhäuser Cheftrainer Konrad Werner schon vor Beginn.
Die Marschroute beim zweiten Kampf in diesem Jahr war klar: Nach der knappen 8:10 Niederlage beim Deutschen Meister in Velbert standen die Nordhäuser schon unter Druck, schließlich peilt man im Südharz nach zwei Vize-Meisterschaften erneut einen Platz unter den ersten drei Teams der Liga an. Hinzu kam dass der Gast aus Hanau, der sich durch entsprechende finanzielle Mittel in dieser Saison unter anderem mit dem früheren Nordhäuser Johann Witt verstärkte, Velbert vor zwei Wochen in eigener Halle ein Unentschieden abrang und einen Punkt mit nach Hause nahm.
In den drei leichtesten Gewichtsklassen sollte nach Möglichkeit schon das Unentschieden aus Nordhäuser Sicht perfekt gemacht werden und einer der drei dann noch folgenden, Sebastian Formella, Leon Bunn und Artur Mann, zum Held aus Nordhausen avancieren. Verlieren wir den ersten Kampf, wird es ganz schwer, machte Werner die Bedeutung eines guten Starts deutlich. Wie schon in Velbert gewann aber auch diesmal in der Klasse bis 58 Kilogramm der schwedische Neuzugang Salomo N´Tuve.
Der schwedische Meister hatte es mit Dias Kuzembaew zu tun. Trotz des Sieges kann Salomo noch besser seine große Reichweite ausnutzen, so Werner. Zu oft verfiel der Kampf noch im Infight, trotz dass er Kuzembaew, der in der dritten der insgesamt vier Runden angezählt wurde, am Rande des K.o. hatte.
Im zweiten Kampf des Abends (bis 65 Kilogramm) bekam es der Thüringer David Müller dann mit dem Kroaten Stipan Prtenjaca zutun. Erst vor zwei Tagen verpflichtete Hanau ihn in einer Nacht und Nebel Aktion. Müller, der Angelo Welp im Vergleich zum ersten Kampf in Velbert ersetzte, setzte gute Treffer, trotzdem reichte es für ihn nach dem Wertungsurteil der Kampfrichter nur zu einem Unentschieden. In meinen Augen lag David vorne, ärgert sich Werner, dass der fest eingeplante Sieg aus den Händen gegeben wurde.
Den nächsten Punkt aus Nordhäuser Sicht fuhr schließlich Publikumsliebling Balazs Bacskai aus Ungarn ein. Der frisch gebackene Ungarische Meister besiegte Slawa Kerber. Beim Stand von 8:6 aus Nordhäuser Sicht ging es nun also in eine kurze Pause bevor die abschließenden drei Kämpfe folgen sollten.
Ein Sieg daraus musste noch her, um die Siegesserie in der Festung Ballspielhalle auch diesmal zu halten, doch die Gegner waren auf Hanauer Seite keine geringeren als Xhek Paskali, Serge Michel und Johann Witt. Den Anfang machte Sebastian Formella in der Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm gegen den früheren Nordhäuser Paskali. Formella, der noch beim ersten Kampf wegen einer Kiefer-Operation aussetzen musste, wehrte sich nach Kräften. Letztlich musste er sich aber wie schon bei den Deutschen Meisterschaften in Oldenburg nach Punkten geschlagen geben.
Im Halb-Schwergewicht kam Leon Bunn anstelle von Kevin Künzel zu seinem ersten Einsatz gegen Serge Michel, der noch in Velbert den Niederländischen Meister Peter Mullenberg K.o. schlug. Und Bunn sorgte für einen Paukenschlag, brachte die Halle zum beben: Nachdem er die erste Runde noch verhaltener boxte kam er mithilfe der Zuschauer immer besser in den Kampf und errang den kaum für möglich gehaltenen dritten Sieg für die Nordhäuser. Das Publikum hat mich ab der zweiten Runde ein bisschen wachgerissen. Das Publikum in Nordhausen ist schon einzigartig und eine starke Unterstützung, schwärmt Bunn anschließend.
Der Frankfurter wäre dabei fast in Hanau gelandet – auch bei ihm fragten sie an, doch Bunn entschied sich dafür eine weitere Saison im Südharz zu boxen unter der Bedingung, gegen seine Eidgenossen eingesetzt zu werden. Leon hat vor der Saison deutlich gemacht dass er unbedingt gegen Hanau antreten möchte. Zum Glück haben wir seinem Wunsch zugestimmt, freut sich Konrad Werner. Mit Standing Ovation wurde Bunn, der die Nordhäuser durch seinen Sieg uneinholbar mit 9:7 in Front brachte, gefeiert.
Am Erfolg der Nordhäuser änderte letztlich auch nichts mehr dass sich Artur Mann im Schwergewicht dem früheren Nordhäuser Witt geschlagen geben musste. Das ist ein Erfolg des ganzen Teams. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen für diesen Kampfgeist, bilanziert Werner.
Stimmen zum Kampf
Salomo N´tuve (Leichtgewicht, bis 58 Kilogramm): Ich habe mich bei meinem ersten Heimeinsatz für den NSV sehr gut gefühlt. Einmal habe ich schon in Nordhausen geboxt, aber für einen anderen Verein. Bisher habe ich für zwei Vereine in Deutschland geboxt. Die Mannschaft des NSV ist bisher die beste, die ich in Deutschland erlebt habe. Das Publikum hat mir sehr viel Kraft gegeben. Wie sie mich angefeuert haben, das war große Klasse. Das hat mir den Extrakick gegeben, um den Kampf zu gewinnen. Nach den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in London war das die beste Atmosphäre, die ich bisher erlebt habe. Ich werde immer kämpfen, wenn Leute hinter mir stehen und mich unterstützen. Es war keine schwierige Aufgabe für mich, als Erster in den Ring zu steigen. Ich will Erster im Ring sein, um den Kampf als Erster hinter mich zu bringen.David Müller (Halbweltergewicht, bis 65 Kilogramm): Der Kroate gegen den ich geboxt habe, hat mir gar nichts gesagt. Ich habe mich klar als Sieger gesehen. Was am Ende für einen Punktgewinn gefehlt hat, dass weiß ich nicht. Na klar bin ich traurig über das Urteil, aber ich muss es akzeptieren. Ich werde den Kampf in den nächsten Tagen analysieren und aufschreiben, wo die Fehler lagen.
Leon Bunn (Halbschwergewicht, bis 82 Kilogramm) Ich habe mich sehr gut auf den Kampf vorbereitet. Ich war auf dem Punkt fit, obwohl ich in den vergangenen Tagen noch ein bisschen erkältet war. Ich habe eine kleine Pause eingelegt. Bei meinem ersten Saisoneinsatz war ich zum einen topfit und zum anderen hat mich das Publikum toll unterstützt. Es macht immer viel Spaß in Nordhausen zu kämpfen. Das war ein ganz großes Ding heute. In der ersten Runde hatte ich noch zu viel Respekt gehabt. Ich bin immer ein Spätstarter. Ich muss mich langsam reinarbeiten und das Publikum hat mich ab der zweiten Runde ein bisschen wachgerissen. Das Publikum in Nordhausen ist schon einzigartig und eine starke Unterstützung.



