eic kyf msh nnz uhz tv nt
So, 15:47 Uhr
30.03.2014

Neues Exponat des Monats

Albert Seewald-Harz (1870-1923) - mit diesem Künstler wird am 1. April um 11.00 Uhr in der Flohburg die neue Veranstaltungsreihe „Exponat des Monats“ eröffnet, die zukünftig monatlich wechseln wird...

Münchenlohra (Foto: Archiv Kneffel) Münchenlohra (Foto: Archiv Kneffel)

Die Besucher sehen einige Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Seewald-Harz, die zur Kunstsammlung der Stadt Nordhausen gehören, und Reproduktionen aus den „Heimatlandbroschüren“, die das Kreisarchiv zur Verfügung stellte.

Anzeige Refinery (lang)
Über diesen sensiblen Künstler wissen wir nicht all zu viel, jedoch genug, um sich ein Bild von seiner Persönlichkeit machen zu können. Über ihn geschrieben hat der für unsere Region verdienstvolle Lehrer Wilhelm Kolbe aus Bleicherode in der Schrift: „Unsere Landschaft in der deutschen Kunst: Die Maler des Südharzes und seiner Vorlande“, 1923 herausgekommen.

Den Beitrag über ihn hat Seewald-Harz noch gelesen und ergänzt. Außerdem hat sein Schüler Walther Hans Reinboth, der bei ihm die Techniken des Malens und Zeichnens erlernte, von ihm berichtet. Im 7. Jahrbuch „Heute und einst“, 1999 erschienen, habe ich zusammengestellt, was in der hiesigen Presse zu seinen Lebzeiten über und von ihm erschien, denn er schrieb zahlreiche Kunstrezessionen als führendes Mitglied des Nordhäuser Kunstvereins.

Selbstbildnis (Foto: Archiv Kneffel) Selbstbildnis (Foto: Archiv Kneffel)

Wie gestaltete sich sein Leben? Geboren wurde er in Nordhausen am 25. 8. 1870 in einer Handwerkerfamilie. Künstlerische Neigung zeigte sich bei ihm im 12. Lebensjahr während eines längeren Krankseins. Sein Großvater väterlicherseits war Orgelbauer und Alberts Bruder übte in Nordhausen den Beruf des Klavier- und Orgelbauers aus. In seiner Geburtsstadt erlernte er den Beruf des Lithographen, da der Familie die finanziellen Mittel zum Kunststudium an einer Akademie fehlten. Zehn Jahre lang verdiente sich Albert Seewald sein Geld mit Lithographien, er zog durch viele Städte und Landschaften in Deutschland, z. B. Rothenburg o. Tauber.

Endlich konnte er die Kunstgewerbeschule in Dresden besuchen. Dank seines Talentes folgte das Studium an der königlichen Akademie der Künste an der Elbmetropole. Besonders in Prof. Gotthard Kuehl (1850-1915) fand er einen einfühlsamen Förderer, der ein Vertreter des frühen Impressionismus in Deutschland war. Dieser wurde bekannt durch seine einfühlsamen Interieurs und atmosphärischen Ansichten von Dresden, oft als Draufsichten dargestellt. Seine Werke hängen in zahlreichen Kunstsammlungen. Seewald bekam bei ihm ein Meisteratelier. Damals schuf der Studierende das Werk „Erlkönig“, drei Meter lang, für das er eine Auszeichnung bekam, und die „Faunfamilie“.

Der junge Mann half seinem Meister bei der Ausführung von Dresdner Stadtmotiven, insbesondere zweier vom Magistrat der Stadt in Auftrag gegebener Ansichten. Bei diesen Arbeiten traten auf dem Turm der Dresdner Kreuzkirche schwere Herzstörungen auf, so dass er 1903 nach Nordhausen zurückkehren musste. Diese Krankheit behinderte den Künstler, der sich nun Seewald-Harz nannte, bis zum Lebensende. Den Doppelnamen legte er sich zu, weil es damals in München einen bekannten Künstler gleichen Nachnamens gab, Richard Seewald (1889-1976), der vor allem als ausgezeichneter Illustrator auf sich aufmerksam machte. In Nordhausen trat Seewald-Harz mit Stadtansichten an die Öffentlichkeit.

Merwigslinde in Nordhausen (Foto: Archiv Kneffel) Merwigslinde in Nordhausen (Foto: Archiv Kneffel)

Er wohnte in der Freiheitsstraße 15, heute Weberstraße, und wurde im Adressbuch von 1910/11so vorgestellt: „Kunstmaler, Malschule, Unterricht in Liebhaberkünsten, Atelier für Kunstgewerbsentwürfe, allgemeine- und Theaterdekoration, Restaurierung alter Gemälde.“ Er malte auch Porträts, z. B. für den General Friedrich von Bötticher 20 Gemälde für dessen Ahnengalerie, in der zahlreiche bekannte Persönlichkeiten unterschiedlicher Berufe versammelt sind. Selbstverständlich wandte sich Seewald Harz auch Harzmotiven zu, musste aber wegen seines Herzleidens überwiegen in den Tälern verweilen. Auch die Dörfer und Denkmale der näheren und weiteren Umgebung seiner Heimatstadt zogen ihn an. Wilhelm Kolbe veröffentlichte eine ganze Anzahl davon in der Zeitschrift „Heimatland“. Der Künstler organisierte über mehrere Jahre die Kunstausstellungen in Nordhausen, die der Kunstverein veranstaltete. Auf diese Art und Weise bekamen die Stadtbewohner originale Werke bekannte Künstler der Zeit zu Gesicht.

In gewissen Abständen musste sich Albert Seewald-Harz zur Kur nach Bad Nauheim begeben, wo er auch Bildnisaufträge erhielt. Der Tod ereilte ihn mitten im Schaffen in der Nacht vom 13. zum 14. Juli 1923. Einen Tag vorher hatte er in Borna bei Leipzig noch im Freien skizziert. Es sind diesem Maler und Grafiker aus unseren Gefilden aufgeschlossene Besucher zu wünschen.
Heidelore Kneffel
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)