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Sa, 11:08 Uhr
26.09.2015
Landespolitik

Mehr Schutz für Thüringens Naturschätze

Thüringens Naturschutzministerin Anja Siegesmund hat heute bei einem Festakt in Plothen an das fünfundzwanzigjährige Jubiläum des Nationalparkprogramms erinnert und angekündigt, Thüringens einzigartige Naturschätze weiterzuentwickeln...


Entwicklungschancen sieht die Ministerin unter anderem für den Biotopverbund Grünes Band, den Naturpark Südharz sowie das Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke.

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„Wir wollen, dass die Familie der Naturlandschaften Thüringens weiter wächst. Das Grüne Band besticht nicht nur durch seine unberührte Artenvielfalt, sondern ist zudem ein naturgewordenes Mahnmal deutscher Geschichte. Wir arbeiten deshalb daran, das Grüne Band als Nationales Naturmonument auszuweisen. Auch die Einzigartigkeit des Naturparks Südharz kann durch die Weiterentwicklung zu einem UNESCO-Biosphärenreservat neue Qualität erlangen“, so Siegesmund.

Durch den Beschluss des ehemaligen Ministerrates der DDR gehen sechs der heute insgesamt acht Nationalen Naturlandschaften Thüringens auf das Nationalparkprogramm zurück. Heute zählt rund ein Drittel der Landesfläche Thüringens zu den Nationalen Naturlandschaften.

Mit Dr. Lebrecht Jeschke nahm einer der vier Urheber des Nationalparkprogramms an der Veranstaltung in der Plothenbachhalle teil. Dass der Schutz von Natur und Umwelt in den letzten Tagen der DDR durch einen Wegweisenden Beschluss in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken konnte, sei nicht zuletzt ein Verdienst der oppositionellen Umweltbewegung, erinnerte Siegesmund.

Die Ministerin dankte den engagierten Verwaltungen und Trägervereinen der acht Nationalen Naturlandschaften sowie der Arbeit ehrenamtlicher Naturschützer, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für den Erhalt der Naturschätze Thüringens einsetzen. „Die Naturparke, Biosphärenreservate und der Nationalpark schützen nicht nur Natur und Artenvielfalt. Daneben erfüllen die Nationalen Naturlandschaften wichtige Bildungsaufgaben und unterstützen eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen“, so Siegesmund.

Hintergrund: Durch einen Beschluss des DDR-Ministerrates vom 12. September 1990 wurden 14 Großschutzgebiete unter Schutz gestellt und über den Einigungsvertrag für das wiedervereinigte Deutschland gesichert. In Thüringen wurden damit das Biosphärenreservat Rhön ausgewiesen und das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald vergrößert.

Darüber hinaus wurden die Naturparke Kyffhäuser, Eichsfeld-Hainich-Werratal, Frankenwald – der heutige Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale – und der Naturpark Thüringer Wald ins Leben gerufen.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
26.09.2015, 12:22 Uhr
Ministerin: mehr effektiven Naturschutz!
Die Idealisten um den damaligen stellvertretenden DDR-Umweltminister Prof. Dr. Succow haben 1989/90 mit ihrem Großschutzgebietsprogramm Naturschutzgeschichte geschrieben. Und das meine ich keinesfalls ironisch. Dennoch sind Schutzgebiete auch nach 1990 fast inflationär beschlossen worden. Und ebenfalls dennoch werden die Roten Listen gefährdeter Arten immer länger. Es hapert also an der Umsetzung jener Programme und Richtlinien, die das Inventar vieler Schutzgebiete erhalten sollen. Mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, dass die auch in Thüringen oft fehlende, nicht artenschutzgerechte oder dilettantisch ausgeführte Landschaftspflege ein viel größeres Problem darstellt, als eventuell noch immer fehlende weitere Schutzgebiete: Frau Siegesmunds Pläne klingen ganz hervorragend: Natürlich möchte auch ich hier In Biosphärenreservat. Lieber heute als morgen. Aber was nützt das alles, wenn, zumindest bisher, der Artenschutz in seiner praktischen Umsetzung ein Inseldasein führt, wenn die intensive Landwirtschaft praktisch Narrenfreiheit genießt. Wie ich erst jüngst hörte, wird der Naturschutz in wichtigen Institutionen kaum von maßgeblichen Leuten bzw. Stellen in Thüringen vertreten.
Die Situation im Artenschutz in Thüringen ist schwierig bis desolat. Darüber täuschen die Worte der Ministerin hinweg.
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