Do, 12:50 Uhr
17.03.2016
Neue Station für den Lutherweg
Gott zur Ehre, dem Nächsten zum nutzen
So früh im Jahr ist eigentlich noch nicht viel los an den Bielener Kiesgewässern. Heute morgen aber versammelte sich eine kleine Schar, um die letzte Lücke des Lutherweges im Landkreis zu schließen. An anderer Stelle ist bezüglich des Lutherjahres 2017 aber kaum ein vorankommen in Sicht...
Lückenschluss auf dem Lutherweg - am Kiesschacht wurde heute der letzte Wegpunkt des Lutherweges im Landkreis Nordhausen eröffnet (Foto: Angelo Glashagel)
Sogar Luther höchstselbst war gekommen, um der Enthüllung von Informationstafel und Sitzgelegenheit und damit dem Lückenschluss auf dem Lutherweg in Nordhausen beizuwohnen.
Gegeben wurde der Martin von Matthias, nicht Jendricke sondern Mitteldorf. Ersterer war natürlich auch zugegen und mit ihm Oberbürgermeister Zeh, der Bürgermeister der Landgemeinde Heringen, Maik Schröter, der Superintendent des Südharzer Kirchenkreises, Herr Andreas Schwarze und noch einige andere Gäste.
Die konnten nicht nur den Luther'schen Weisheiten zu Kultur, Kunst, Geld, Gier und Barmherzigkeit lauschen, sondern auch der Enthüllung der letzten Luthertafel beiwohnen. Sieben dieser Wegpunkte gibt es im ganzen Landkreis, der Lutherweg selbst führt durch ganz Thüringen, auf 38 Kilometern nun auch durch den Nordhäuser Kreis.
Bereits in den vergangenen Jahren hatte man ähnliche Punkte des Weges etwa bei Stempeda, Steigerthal und Himmelgarten eingeweiht. Neben einer Bank zum ausruhen informieren Tafeln über Geschichte Besonderheiten der Region. Gekostet hat das ganze nicht übermäßig viel, zum einen läuft der letzte Wegabschnitt entlang der bereits erschlossenen Kaiserweges und zum anderen fördert das Land Thüringen die Maßnahmen mit 42.000 Euro, rund 90% der Gesamtkosten, erklärte Landrat Jendricke.
Der Grund dafür ist in der Geschichte zu suchen, genauer in der engen Verbindung von Martin Luther und Thüringen, erläuterte der Oberbürgermeister. Neben Eisenach und Erfurt war Luther auch in Nordhausen aktiv, zweimal soll der Reformationsvater die Rolandsstadt besucht haben, 1516 und 1525. Hinzu kommt, dass Nordhausen über Michael Meyenburg und den langjährigen Wegbegleiter und Freund Luthers, Justus Jonas, von Beginn an eng mit der reformatorischen Bewegung verquickt war.
Luther höchstselbst gab seine alten Weisheiten zum besten (Foto: Angelo Glashagel)
Diese Freundschaft ist es, die der evangelische Kirchenkreis im kommenden Jahr, dem 500. Jubiläum des Thesenanschlags zu Wittenberg, in den Vordergrund stellen will. "Wege machen nur dann Sinn, wenn man sie auch geht", sagte Superintendent Andreas Schwarze, im Leben wie auch auf der Wanderung. Mit einem großen Wandermarathon am 25. Juni 2017 soll denn auch der Lutherweg im Landkreis belebt werden, erklärte Superintendent Schwarze. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, für den will man auch kürzere Strecken und eine Familienwanderung organisieren.
Von Seiten der Verwaltungen sieht man sich mit dem Lückenschluss, der von Nordhausen über Windehausen, Heringen und Auleben bis an die Kreisgrenze führt, gut gerüstet für das Lutherjahr 2017 und hofft auf einige Pilgerer und Touristen, die den Spuren des Reformators folgen könnten. Sowohl Jendricke wie auch Heringens Bürgermeister Maik Schröter äußerten zudem die Hoffnung, dass Tafeln und Bänke auch über das kommende Jahr hinaus nachhaltig genutzt werden können, nicht dem Vandalismus zum Opfer fallen und die Bereitschaft in der Bevölkerung da ist, auf den Weg acht zu geben. "Gott zur Ehre, dem Nächsten zum nutzen", hätte wohl Luther gesagt, heute morgen tat's der Schauspieler für ihn.
An anderer Stelle aber bewegt sich erst einmal nicht viel: ein neues Lutherdenkmal in der Stadt wird es bis 2017 vorraussichtlich nicht geben. Das war von Oberbürgermeister Zeh am Rande der Veranstaltung zu erfahren. Kurzzeitig hatte man in der Arbeitsgemeinschaft Lutherdenkmal eine historische Variante der Statue favorisiert, die einst den Lutherplatz am Rathaus schmückte. Der Bund aber fördert ein solches Vorhaben nicht und damit ist ein Denkmal zum jetzigen Zeitpunkt "nicht finanzierbar", sagte Zeh, "der Bund fördert Projekte, keine größeren Investitionen". Es gibt allerdings Pläne, das Lutherjahr anderweitig zu begleiten, etwa in Form einer Ausstellung, erklärte der Oberbürgermeister.
Angelo Glashagel
Autor: red
Lückenschluss auf dem Lutherweg - am Kiesschacht wurde heute der letzte Wegpunkt des Lutherweges im Landkreis Nordhausen eröffnet (Foto: Angelo Glashagel)
Sogar Luther höchstselbst war gekommen, um der Enthüllung von Informationstafel und Sitzgelegenheit und damit dem Lückenschluss auf dem Lutherweg in Nordhausen beizuwohnen.
Gegeben wurde der Martin von Matthias, nicht Jendricke sondern Mitteldorf. Ersterer war natürlich auch zugegen und mit ihm Oberbürgermeister Zeh, der Bürgermeister der Landgemeinde Heringen, Maik Schröter, der Superintendent des Südharzer Kirchenkreises, Herr Andreas Schwarze und noch einige andere Gäste.
Die konnten nicht nur den Luther'schen Weisheiten zu Kultur, Kunst, Geld, Gier und Barmherzigkeit lauschen, sondern auch der Enthüllung der letzten Luthertafel beiwohnen. Sieben dieser Wegpunkte gibt es im ganzen Landkreis, der Lutherweg selbst führt durch ganz Thüringen, auf 38 Kilometern nun auch durch den Nordhäuser Kreis.
Bereits in den vergangenen Jahren hatte man ähnliche Punkte des Weges etwa bei Stempeda, Steigerthal und Himmelgarten eingeweiht. Neben einer Bank zum ausruhen informieren Tafeln über Geschichte Besonderheiten der Region. Gekostet hat das ganze nicht übermäßig viel, zum einen läuft der letzte Wegabschnitt entlang der bereits erschlossenen Kaiserweges und zum anderen fördert das Land Thüringen die Maßnahmen mit 42.000 Euro, rund 90% der Gesamtkosten, erklärte Landrat Jendricke.
Der Grund dafür ist in der Geschichte zu suchen, genauer in der engen Verbindung von Martin Luther und Thüringen, erläuterte der Oberbürgermeister. Neben Eisenach und Erfurt war Luther auch in Nordhausen aktiv, zweimal soll der Reformationsvater die Rolandsstadt besucht haben, 1516 und 1525. Hinzu kommt, dass Nordhausen über Michael Meyenburg und den langjährigen Wegbegleiter und Freund Luthers, Justus Jonas, von Beginn an eng mit der reformatorischen Bewegung verquickt war.
Luther höchstselbst gab seine alten Weisheiten zum besten (Foto: Angelo Glashagel)
Diese Freundschaft ist es, die der evangelische Kirchenkreis im kommenden Jahr, dem 500. Jubiläum des Thesenanschlags zu Wittenberg, in den Vordergrund stellen will. "Wege machen nur dann Sinn, wenn man sie auch geht", sagte Superintendent Andreas Schwarze, im Leben wie auch auf der Wanderung. Mit einem großen Wandermarathon am 25. Juni 2017 soll denn auch der Lutherweg im Landkreis belebt werden, erklärte Superintendent Schwarze. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, für den will man auch kürzere Strecken und eine Familienwanderung organisieren. Von Seiten der Verwaltungen sieht man sich mit dem Lückenschluss, der von Nordhausen über Windehausen, Heringen und Auleben bis an die Kreisgrenze führt, gut gerüstet für das Lutherjahr 2017 und hofft auf einige Pilgerer und Touristen, die den Spuren des Reformators folgen könnten. Sowohl Jendricke wie auch Heringens Bürgermeister Maik Schröter äußerten zudem die Hoffnung, dass Tafeln und Bänke auch über das kommende Jahr hinaus nachhaltig genutzt werden können, nicht dem Vandalismus zum Opfer fallen und die Bereitschaft in der Bevölkerung da ist, auf den Weg acht zu geben. "Gott zur Ehre, dem Nächsten zum nutzen", hätte wohl Luther gesagt, heute morgen tat's der Schauspieler für ihn.
An anderer Stelle aber bewegt sich erst einmal nicht viel: ein neues Lutherdenkmal in der Stadt wird es bis 2017 vorraussichtlich nicht geben. Das war von Oberbürgermeister Zeh am Rande der Veranstaltung zu erfahren. Kurzzeitig hatte man in der Arbeitsgemeinschaft Lutherdenkmal eine historische Variante der Statue favorisiert, die einst den Lutherplatz am Rathaus schmückte. Der Bund aber fördert ein solches Vorhaben nicht und damit ist ein Denkmal zum jetzigen Zeitpunkt "nicht finanzierbar", sagte Zeh, "der Bund fördert Projekte, keine größeren Investitionen". Es gibt allerdings Pläne, das Lutherjahr anderweitig zu begleiten, etwa in Form einer Ausstellung, erklärte der Oberbürgermeister.
Angelo Glashagel


