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Fr, 07:44 Uhr
02.07.2004

Abnehmen bis in den Tod

Nordhausen (nnz). Etwa fünf Millionen Frauen und Männer in Deutschland leiden an Essstörungen. Besonders junge Mädchen sind häufig mit ihrem Gewicht unzufrieden. Fast zwei Drittel aller Mädchen in Thüringen haben bis zum 18. Lebensjahr bereits Erfahrungen mit Diäten...


Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt davor, dieses Essverhalten der Teenies als jugendlichen Leichtsinn zu verharmlosen. Denn Angaben einer Studie der Universität Heidelberg zufolge stirbt jeder sechste schwer erkrankte Magersüchtige an den Folgen der Krankheit. "Magersucht (Anorexie) und Ess-und-Brech-Sucht (Bulimie) gehören zu den bekanntesten Essstörungen. 99 Prozent aller Bulimiker sind Frauen, wobei die Zahl der betroffenen Männer jährlich zunimmt. Besonders dramatisch ist die Tatsache, dass bereits Zehnjährige zu den Erkrankten gehören. Wegen der hohen Dunkelziffer ist die genaue Anzahl der Erkrankungen nicht zu ermitteln. Man kann jedoch mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Zahlen in Wirklichkeit noch viel schlimmer aussehen" erklärt Rainer Holldorf von der Landesvertretung der TK in Thüringen.

Da eine Essstörung in der Regel zwischen dem 14. und 15. Lebensjahr beginnt, ist hier die besondere Aufmerksamkeit der Eltern und Erzieher gefordert. In dieser Zeit leiden viele Jugendliche unter Minderwertigkeitsgefühlen, müssen sich mit Eltern und Lehrern auseinandersetzen und dabei noch feststellen, dass sich ihr Körper verändert. Auf der Suche nach der eigenen Identität, versuchen viele, allen Ansprüchen ihrer Umwelt gerecht zu werden und entwickeln dabei Essstörungen.

"Eltern und Erzieher sollten sich ihrer Vorbildfunktion im Klaren sein und den Kids Freude an einem gesunden Essverhalten vermitteln. Die Jugendlichen sollen lernen, ihren Körper als Teil ihres Wesens anzunehmen. Gerade im Vorfeld und in der Anfangsphase dieser Störungen, ist es wichtig, aufmerksam zu sein und den Kindern die richtige Unterstützung anzubieten", appelliert Holldorf weiter.

Schön zu sein bedeutet heutzutage schlank zu sein. Dabei ist der psychologische Druck, einem vermeintlichen Schönheitsideal nicht zu entsprechen, besonders groß. "Man hungert sich krank. Tragisch dabei ist, dass den Meisten die gesundheitlichen Folgeschäden des Schlankheitswahns bekannt sind. Trotzdem überwiegen hier gesellschaftliche Wertorientierungen gegenüber der eigenen Gesundheit " gibt Holldorf weiterhin zu bedenken. Nähere Informationen für Betroffene und Angehörige gibt es auf der Internetseite der TK.
Autor: nnz

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