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Mo, 10:11 Uhr
09.08.2004

Doppelt Korn

Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser, diese Schnapsnasen, jetzt huldigen sie ihrem Kultgetränk auch noch in einer Ausstellung auf der Landesgartenschau. Was Korn mit Korn zutun hat, erklärt Ihnen die nnz.

Doppelt Korn (Foto: nnz) Doppelt Korn (Foto: nnz)
Noch zwanzig Körner bis zur Landesgartenschau, so wirbt das Huhn in der Halleschen Straße auf Höhe der Fachhochschule. Fragt sich nur, was für welche, Getreide oder flüssig? Mit dem Flüssigen sollte man lieber warten, bis nach dem Ausstellungsbesuch.

In der Hallenschau können die Besucher erfahren, wie aus dem Getreidekorn der Kornbrand wird. Natürlich ist ein echter Nordhäuser aus Roggen hergestellt. Damit schmeckt er kräftiger als die sonst meist in Deutschland gebrannten Weizenkorne. Die Rohstoffe kommen ganz aus der Nähe, unter anderem aus der Goldenen Aue, einer der Kornkammern der Region.

Für die Herstellung wird außerdem Gerstenmalz benötigt um die Stärke im Getreide in Zucker umzuwandeln. Das geschieht in der Maische, wo das geschrotete Korn in Wasser geweicht und auf über 150 Grad erhitzt wird. Die Körner quellen auf und die Stärke wird anschließend in einer speziellen Apparatur aufgeschlossen.

Dann kommt das Malz, mit Wasser versetzt, hinzu und wirkt als Katalysator bei der Stärkeverzuckerung. Nun bewirken hinzugefügte Hefekulturen die Vergärung des Zuckers in Alkohol und Kohlendioxid. Jetzt hat die Vorstufe von Nordhausens "Nationalgetränk" schon einen Alkoholgehalt von 8,5 bis 9,5 %.

In zwei Schritten entsteht der Korn, ein Rohbrand, wo der Alkohol aus der Maische gelöst wird, und ein Feinbrand, der das ganze erst genießbar macht, sind notwendig.

Der Rohbrand enthält nämlich noch einige unerwünschte Stoffe, die ihn auch verdünnt alles andere als schmackhaft machen. Beim zweiten destillieren nimmt ein echtes Huhn natürlich nur das Beste, der "Vor und Nachlauf" enden als technischer Alkohol, nur der "Mittellauf" mit rund 96 % vol. werden zu Genußmitteln.

Drei Monate Wartezeit vom Korn zum Korn muß man jetzt einplanen. So lange dauert es nämlich, bis die Spezialität in mit Eichenholz ausgeschlagenen Tanks reifen darf. Erst danach kommt dieses echte Nordhäuser Naturprodukt zu den Kunden.

1,4 Liter Korn trinkt statistisch gesehen jeder Deutsche im Jahr. Natürlich keinen 96 %igen, sondern den Korn mit 32 % und den Doppelkorn mit 37,5% Alkohol, ganz wie es den Vorschriften entspricht.

Historische Geräte zur Kornherstellung und das Ausgangsprodukt, der Roggen sind in der Hallenschau zu sehen. Viel Raum gibt es außerdem für die Präsentation der unterschiedlichsten Produkte von Nordbrand. Eiskorn aus Wasser, was schon die Mammuts tranken, steht in einer künstlichen Eisdekoration. Beim Eierlikör präsentiert das Huhn persönlich die Spezialitäten.

Die modernen Herstellungsanlagen können bei täglichen Führungen durch die Produktionsstätte von Nordbrand Nordhausen erkundet werden. Wer dazu keine Zeit hat, erhält bei einem amüsanten Film in der Hallenschau Einblicke.

Wenn Sie bis hier hin gekommen sind, dann haben Sie sich ein Korn verdient. Was für eines, das entscheiden Sie selbst. Prost.
Autor: wf

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