Di, 12:10 Uhr
31.08.2004
Mit 1 Euro dabei
Nordhausen (nnz). 3,3 Millionen Euro, so viel wird der Erhalt der St. Blasii Kirche wahrscheinlich kosten. Im September startet eine neue Aktion, aber jetzt gab es erstmal Geld.
Mit 1 Euro dabei (Foto: nnz)
Der Förderverein für die St. Blasii Kirche unter Leitung von Frau Dr. Gebhardt übergab heute 20.000,- Euro für die Sanierung des angegriffenen Bauwerks. Angesichts der großen Summe von 3,3 Millionen erscheint es als nur ein kleiner Beitrag.
Aber die Menge der kleinen macht auch eine große Summe. So wird ab September wieder für St. Blasii gesammelt. Jeder Nordhäuser soll nur einen Euro geben, denn den hat bestimmt jeder für ein wichtiges historisches Gebäude übrig, so Dr. Gebhardt.
Seit 2001 besteht der Förderverein. Er verfügt über rund 30 Mitglieder, die regelmäßig spenden. So sind nicht nur die heutigen 20.000, sondern bisher schon 45.000 Euro organisiert worden. Das ist fast die Hälfe von den 100.000,- Euro, welche die Kirchengemeinde als Bauherrin aufbringen muß.
Weitere Mittel kamen aus der Städtebauförderung (1,6 Millionen), vom Landesamt für Denkmalschutz und von verschiedenen Stiftungen. Eigentlich habe man mit nur 2,8 Millionen Euro Baukosten gerechnet, so Detlef Kiel von der arko Bauplanung.
Die Sanierung ist teurer geworden, weil mehr als die Hälfte aller Balken der Dachkonstruktion wegen des Befalls mit echtem Hausschwamm ausgetauscht werden mußten. Weitere Hölzer waren mit einem Holzschutzmittel aus den 70er Jahren vor Wurmbefall geschützt. Doch dieses verlangte nach einer 60.000 Euro teuren Sonderbehandlung.
Als besonders problematisch stellte sich heraus, daß sogar der Innenraum der Kirche vom Schwamm befallen war. Über 400.000 Euro zusätzliche Kosten verursachte der Gebäudeschädling.
Dennoch gibt es positives zu vermelden, die Blasii Kirche wird noch in diesem Jahr öffnen. Am 28.11., pünktlich zum ersten Advent, soll ein Gottesdienst gefeiert werden. Anschließend findet eine Festwoche mit Konzerten und anderen Veranstaltungen statt.
Natürlich ist die Sanierung nicht abgeschlossen. Der Innenraum ist noch nicht gestaltet, er wird auch nicht aufwendig verschönert, weil dafür kein Geld da ist. In Außenbereich sind Restarbeiten wie das Verputzen noch durchzuführen.
Die Bauarbeiten sind stark abhängig vom Wetter. Bei Temperaturen von unter 5 °C binden die Putze nicht mehr ab. Dabei ist die Lufttemperatur nicht entscheidend, sondern die des Gebäudes. Das erwärmt sich aufgrund der dicken Wände sehr langsam. Die Frühjahrssonne im März reicht dafür nicht. Vor Mitte April wird es also an St. Blasii nicht weitergehen, wenn die Arbeiten im Winter erst einmal zum Erliegen kommen.
In den nächsten Wochen werden die Oktogonflächen der Türme verputzt. Die Arbeiten werden sechs bis acht Wochen dauern, dann fällt endlich das Gerüst, so daß die Nordhäuser und ihre Gäste einen unverstellten Blick auf die weiterhin schiefen Türme werfen können.
Die Veränderungen an der Kirche würden nur im Vergleich mit alten Fotos auffallen, meint Detlef Kiel. Das alte Bild sei bei den meisten schon in Vergessenheit geraten.
Wer einmal einen Blick hinter den Bauzaun riskieren möchte, der sollte sich den Tag der offenen Denkmals am 12. September vormerken. Von 14.00 bis 17.00 Uhr geben kompetente Leute Auskunft über die Arbeiten an der Blasii Kirche.
Wer seinen Euro zum Erhalt dieses Nordhäuser Wahrzeichens geben möchte, findet ab September Spendendosen in vielen Geschäften. Was aus der eigenen Spende geworden ist, kann jeder bei einem Spaziergang selbst überprüfen.
Autor: wf
Mit 1 Euro dabei (Foto: nnz)
Der Förderverein für die St. Blasii Kirche unter Leitung von Frau Dr. Gebhardt übergab heute 20.000,- Euro für die Sanierung des angegriffenen Bauwerks. Angesichts der großen Summe von 3,3 Millionen erscheint es als nur ein kleiner Beitrag. Aber die Menge der kleinen macht auch eine große Summe. So wird ab September wieder für St. Blasii gesammelt. Jeder Nordhäuser soll nur einen Euro geben, denn den hat bestimmt jeder für ein wichtiges historisches Gebäude übrig, so Dr. Gebhardt.
Seit 2001 besteht der Förderverein. Er verfügt über rund 30 Mitglieder, die regelmäßig spenden. So sind nicht nur die heutigen 20.000, sondern bisher schon 45.000 Euro organisiert worden. Das ist fast die Hälfe von den 100.000,- Euro, welche die Kirchengemeinde als Bauherrin aufbringen muß.
Weitere Mittel kamen aus der Städtebauförderung (1,6 Millionen), vom Landesamt für Denkmalschutz und von verschiedenen Stiftungen. Eigentlich habe man mit nur 2,8 Millionen Euro Baukosten gerechnet, so Detlef Kiel von der arko Bauplanung.
Die Sanierung ist teurer geworden, weil mehr als die Hälfte aller Balken der Dachkonstruktion wegen des Befalls mit echtem Hausschwamm ausgetauscht werden mußten. Weitere Hölzer waren mit einem Holzschutzmittel aus den 70er Jahren vor Wurmbefall geschützt. Doch dieses verlangte nach einer 60.000 Euro teuren Sonderbehandlung.
Als besonders problematisch stellte sich heraus, daß sogar der Innenraum der Kirche vom Schwamm befallen war. Über 400.000 Euro zusätzliche Kosten verursachte der Gebäudeschädling.
Dennoch gibt es positives zu vermelden, die Blasii Kirche wird noch in diesem Jahr öffnen. Am 28.11., pünktlich zum ersten Advent, soll ein Gottesdienst gefeiert werden. Anschließend findet eine Festwoche mit Konzerten und anderen Veranstaltungen statt.
Natürlich ist die Sanierung nicht abgeschlossen. Der Innenraum ist noch nicht gestaltet, er wird auch nicht aufwendig verschönert, weil dafür kein Geld da ist. In Außenbereich sind Restarbeiten wie das Verputzen noch durchzuführen.
Die Bauarbeiten sind stark abhängig vom Wetter. Bei Temperaturen von unter 5 °C binden die Putze nicht mehr ab. Dabei ist die Lufttemperatur nicht entscheidend, sondern die des Gebäudes. Das erwärmt sich aufgrund der dicken Wände sehr langsam. Die Frühjahrssonne im März reicht dafür nicht. Vor Mitte April wird es also an St. Blasii nicht weitergehen, wenn die Arbeiten im Winter erst einmal zum Erliegen kommen.
In den nächsten Wochen werden die Oktogonflächen der Türme verputzt. Die Arbeiten werden sechs bis acht Wochen dauern, dann fällt endlich das Gerüst, so daß die Nordhäuser und ihre Gäste einen unverstellten Blick auf die weiterhin schiefen Türme werfen können.
Die Veränderungen an der Kirche würden nur im Vergleich mit alten Fotos auffallen, meint Detlef Kiel. Das alte Bild sei bei den meisten schon in Vergessenheit geraten.
Wer einmal einen Blick hinter den Bauzaun riskieren möchte, der sollte sich den Tag der offenen Denkmals am 12. September vormerken. Von 14.00 bis 17.00 Uhr geben kompetente Leute Auskunft über die Arbeiten an der Blasii Kirche.
Wer seinen Euro zum Erhalt dieses Nordhäuser Wahrzeichens geben möchte, findet ab September Spendendosen in vielen Geschäften. Was aus der eigenen Spende geworden ist, kann jeder bei einem Spaziergang selbst überprüfen.

