Mi, 20:07 Uhr
15.09.2004
Von der Demo zur Info
Nordhausen (nnz). In der Aula des Nordhäuser Herder-Gymnasiums fand am Abend das erste Sozialforum statt. Angeregt hatte es Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD), die auch die Moderation des Forums übernahm...
Von der Demo zur Info (Foto: nnz)
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landrat Joachim Claus (CDU), der die Teilnehmer – es waren rund 120 – aufforderte, von diesem Diskussionsangebot Gebrauch zu machen. Gleichzeitig bat er darum, die Diskussion sachlich zu führen. In ihrer Einleitung faßte Barbara Rinke das Anliegen des Forums in die Worte Von der Demonstration zur Information!
Die Informationen übernahmen zu Beginn die Geschäftsführerin der Nordhäuser Agentur für Arbeit, Dr. Simone Simon, Loni Grünwald vom Landratsamt und der neue Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Georg Müller. So wurden die Strukturen erläutert, die mit dem Inkrafttreten von Hartz IV wirken werden. Da ging es um Ermessensspielräume beim Zuschuß für Wohnungen, der Wohnungsgröße oder um die Vorteile, die die neuen Regelungen für Sozialhilfeempfänger mit sich bringen. Doch da gab es auch die ersten Zwischenrufe wie Wir wollen Arbeit! Bei einigen umqualifizierten Rufen klang sofort wieder eine Neiddebatte an.
Jürgen Nagel vom Organisationskomitee der Montagsdemos bekam schon vor seiner Rede Beifall aus dem Publikum. Die entscheidende Frage der Demos sei für ihn: Wo kommt Arbeit her? Die konnte ihm zwar niemand beantworten, dafür wurden in punkto Ein-Euro-Jobs einige Unklarheiten geklärt. Weiterhin wurden Fragen zu Unzumutbarkeitsregeln beantwortet.
Besonders aufwühlend waren dann die Worte eines Nordhäusers. Er berichtete von seinem Schicksal, das ihn in die alten Bundesländer führte. Eine schwere Krankheit brachte ihn um seinen Job, er kam mit seiner Familie zurück nach Nordhausen. Sechs Kinder hat die Familie, drei befinden sich in Ausbildung oder haben schon einen Job. Mit Tränen in den Augen fragte er in Richtung Politik und Arbeitsverwaltung, welche Zukunft seine Kinder in Nordhausen hätten?
Der Nordhäuser lobte die Aufbauarbeiten in der Stadt Nordhausen, er freue sich über Veränderungen, doch letztlich würden immer mehr Menschen die Stadt verlassen, weil sie hier keinen Job finden. Mit der Agentur für Arbeit hätten er und seine Frau gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Dr. Simone Simon versprach, sich darum zu kümmern.
Das heutige Sozialforum war ein erster Versuch, aufeinander zu zugehen. Es war höchste Zeit zum Handeln. Doch wie fast immer bei solchen Veranstaltungen wurden ausschließlich persönliche Schicksale zum Ausdruck gebracht und persönliche Probleme geschildert. Und plötzlich erhält eben auch ein Obdachloser, der aus seinem Leben berichtete, einen Termin bei der zweiten Beigeordneten der Kreisverwaltung, Loni Grünwald. So hat sich wenigstens für ihn der heutige Abend gelohnt.
Autor: nnz
Von der Demo zur Info (Foto: nnz)
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landrat Joachim Claus (CDU), der die Teilnehmer – es waren rund 120 – aufforderte, von diesem Diskussionsangebot Gebrauch zu machen. Gleichzeitig bat er darum, die Diskussion sachlich zu führen. In ihrer Einleitung faßte Barbara Rinke das Anliegen des Forums in die Worte Von der Demonstration zur Information!
Die Informationen übernahmen zu Beginn die Geschäftsführerin der Nordhäuser Agentur für Arbeit, Dr. Simone Simon, Loni Grünwald vom Landratsamt und der neue Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Georg Müller. So wurden die Strukturen erläutert, die mit dem Inkrafttreten von Hartz IV wirken werden. Da ging es um Ermessensspielräume beim Zuschuß für Wohnungen, der Wohnungsgröße oder um die Vorteile, die die neuen Regelungen für Sozialhilfeempfänger mit sich bringen. Doch da gab es auch die ersten Zwischenrufe wie Wir wollen Arbeit! Bei einigen umqualifizierten Rufen klang sofort wieder eine Neiddebatte an.
Jürgen Nagel vom Organisationskomitee der Montagsdemos bekam schon vor seiner Rede Beifall aus dem Publikum. Die entscheidende Frage der Demos sei für ihn: Wo kommt Arbeit her? Die konnte ihm zwar niemand beantworten, dafür wurden in punkto Ein-Euro-Jobs einige Unklarheiten geklärt. Weiterhin wurden Fragen zu Unzumutbarkeitsregeln beantwortet.
Besonders aufwühlend waren dann die Worte eines Nordhäusers. Er berichtete von seinem Schicksal, das ihn in die alten Bundesländer führte. Eine schwere Krankheit brachte ihn um seinen Job, er kam mit seiner Familie zurück nach Nordhausen. Sechs Kinder hat die Familie, drei befinden sich in Ausbildung oder haben schon einen Job. Mit Tränen in den Augen fragte er in Richtung Politik und Arbeitsverwaltung, welche Zukunft seine Kinder in Nordhausen hätten?
Der Nordhäuser lobte die Aufbauarbeiten in der Stadt Nordhausen, er freue sich über Veränderungen, doch letztlich würden immer mehr Menschen die Stadt verlassen, weil sie hier keinen Job finden. Mit der Agentur für Arbeit hätten er und seine Frau gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Dr. Simone Simon versprach, sich darum zu kümmern.
Das heutige Sozialforum war ein erster Versuch, aufeinander zu zugehen. Es war höchste Zeit zum Handeln. Doch wie fast immer bei solchen Veranstaltungen wurden ausschließlich persönliche Schicksale zum Ausdruck gebracht und persönliche Probleme geschildert. Und plötzlich erhält eben auch ein Obdachloser, der aus seinem Leben berichtete, einen Termin bei der zweiten Beigeordneten der Kreisverwaltung, Loni Grünwald. So hat sich wenigstens für ihn der heutige Abend gelohnt.


