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Do, 14:49 Uhr
23.09.2004

Koalition der Unzufriedenen

Nordhausen (nnz). So ein bisschen Wut hat die Verwaltungsspitze des Nordhäuser Rathauses schon im Bauch, wenn sie die Entscheidung zu den Oberzentren in Thüringen reflektiert. Da wird zwar immer noch der Blick nach vorn gerichtet, doch nicht mehr so intensiv in Richtung Erfurt....


Drei Oberzentren statt acht: So einfach lautet die Formel der Landesregierung, wenn es an die planerische Gestaltung dieses Landes für das kommende Jahrzehnt geht. Und da ist Nordhausen neben Suhl schlicht und ergreifend hinten runter gefallen. Man wird Mittelzentrum mit Teilfunktion Oberzentrum werden, zum Beispiel wie Mühlhausen. Doch eigentlich sollte das ja alles ganz anders werden.

Nordhausen als regionales Oberzentrum in Nordthüringen, das war die Vision im Rathaus der Rolandstadt. Doch dafür wäre ein geschlossenes Votum der gesamten Planungsregion Nordthüringen notwendig gewesen und nicht der Neid der anderen. Vor allem der Landkreis Eichsfeld und die Stadt Mühlhausen hatten gegen den oberzentralen Status von Nordhausen Front gemacht. Die Folge: Spricht eine Region nicht mit einer Stimme, dann hat sie weniger Gewicht im Poker um Macht und Einfluß in Erfurt.

Für Nordhausen bedeutet dies eine Neuausrichtung innerhalb von Nordthüringen. Da sind zwar immer noch die Sondershäuser, die hinter Nordhausen als künftiges Oberzentrum standen, doch die Blicke aus dem Nordhäuser Rathaus gehen mehr denn ja nach Osten, in Richtung Sangerhausen und über den Harz hinaus. Mittelfristig bedeutet die LEP-Einordnung für Nordhausen auch den Abschied von oberzentralen Funktionen, die man nicht nur für die Nordhäuser, sondern auch für das Umland vorgehalten und mitfinanziert hatte. Es wird eine politische Aufgabe, also die des Stadtrates, sein, die Richtung der Verabschiedung vorzugeben. Jede Kommune müsse sich jetzt um „ihr eigenes Ding“ kümmern, meinte die Oberbürgermeisterin heute.

Angedeutet hatten sie und Dezernent Dietrich Beyse schon mal, daß man auch Möglichkeiten eines juristischen Vorgehens gegen die Entscheidungsfindung in punkto neuem Landesentwicklungsplan in Erwägung ziehen werde. So sei zwar das Votum zu der Zahl der Oberzentren abgefragt worden, doch die Mittelzentren, die seien nach Nordhäuser Auffassung unter den Findungstisch in Erfurt gerutscht. Und so wird man im Nordhäuser Rathaus in den kommenden Tagen schon mal ganz genau die Thüringer Landesverfassung studieren.

Fakt ist aber, mit der LEP-Entscheidung habe die Landesregierung in Erfurt dafür gesorgt, daß sich Erfurt von Nordhausen weiter entfernen würde. Da helfe auch der Ausbau der Bundesstraße 4 nichts. Für Nordhausen bleibt als Tangente der Neuausrichtung glücklicherweise immer noch die Autobahn. Aber hier nur in östlicher Richtung.
Autor: nnz

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