Da gibt es eine Landesregierung, die einen Mann ernannt zum Innenminister gemacht hat, dem man durchaus einen Alien-Status anerkennen kann. Dem Herrn Poppenhäger kann man nun überhaupt nicht mehr über den Weg trauen, selbst wenn er erst mal nur einen Vorschlag gemacht hat...
Poppenhäger (rechts) beim Erdfall am Salzagraben (Foto: nnz)
Für den Vorschlag, Sondershausen den Kreisstadt-Status zukommen zu lassen, kann es nur zwei Gründe geben. Erstens: Dr. Holger Poppenhäger ist ein Alien. Angeblich vor 60 Jahren in Kassel geboren, angeblich Jura studiert und in verschiedenen Behörden Karriere gemacht. Sodann schickten ihn außerirdische Mächte nach Thüringen, nachdem die Infiltrierung des Europa-Parlamentes mit und durch ihn gescheitert war.
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In unserem schönen Freistaat reichte es aber immer noch für den Posten des Justizministers. Für den Landtagswahlkampf taugte der Mann nicht, denn im Unstrut-Hainich-Kreis erhielt er traurige 17 Prozent der Stimmen. Gerade soviel, dass er nun Innenminister werden konnte.
Aber der Mann war der Umsetzer einer großen Vision von RRG: Das Land neu aufteilen und zwar so, dass diese Dreier-Koalition für "immer und ewig" Bestand haben soll. Dass sich unser Polit-Alien nicht einmal unzureichend, sondern überhaupt nicht mit regionalen oder gar lokalen Befindlichkeiten beschäftigte zeigte am deutlichsten die Tatsache, dass er einem Gutachten glaubte, in dem geschrieben stand, dass die Pendlerströme aus dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen alle nach Sömmerda fließen. Selbst als ihm dann irdische Minister-Kollegen das Gegenteil berichteten, änderte er seinen damaligen Vorschlag nicht.
Das Schlimme an der Geschichte ist aber: Der Herr Poppenhäger ist kein Alien, sondern SPD-Mitglied. Und so kommen wir zu zweitens:
Es muss einen triftigen Grund geben, dass dieser Mann Sondershausen als künftige Kreisstadt vorschlägt und Nordhausen abwatscht. Vielleicht mag er Kreisstädte mit mehr als 30.000 Einwohnern nicht? Deshalb sollen ja auch Suhl und Hildburghausen fusionieren und "HiBu" künftig Kreisstadt sein. Oder Eisenach soll mit Bad Salzungen zusammenwachsen und Bad Salzungen Kreissitz werden?
Der Vorschlag auf einer Landkarte (Foto: TIM)
Vielleicht aber sollte viel tiefer gegraben werden und nachgefragt werden, wer welchen Einfluss in diesem scheinbaren Erfurter Irrenhaus hat? Ein christdemokratischer Oberbürgermeister kann es nicht sein. Aber auch ein sozialdemokratisches Gespann aus Bürgermeisterin und Landrat sind es nicht. Von den Landtagsabgeordneten der Regierungsparteien ganz zu schweigen. Die eine hat schon, die andere wird bald zum Kampf für Nordhausen aufrufen.
Was also kann es sein, dass eine Stadt mit rund 42.000 Einwohnern den Kreissitz verlieren und eine Stadt mit 22.000 Einwohnern den behalten soll? Wo in der Nachbarschaft einer Stadt ein 100 Hektar großes Industriegebiet entsteht, in der anderen Stadt beklagt wird, dass man keine weiteren Gewerbeflächen aufgrund der Topographie ausweisen könne?
Oder sind es die Netzwerke, die Verbindungen in Richtung Erfurt, die von Sondershausen einfach effektiver und direkter verlaufen als von Nordhausen aus nach Erfurt? Musste man Frau Hochwind dafür entschädigen, dass man ihr Sömmerda wegnahm?
Was bleibt uns Nordhäusern also noch? Ganz klar: KÄMPFEN. Endlich mal wieder auf die Straße gehen, die Menschen aus dem gesamten Landkreis zu Demos und intelligenten Aktionen einladen. Damals, beim Kampf für den Erhalt des Theaters, hatte das auch funktioniert. Wenn dass nicht gelingt, dann wird Nordhausen weiter demontiert. Genehmigt wird dieser Stadt de facto nichts, wachsen kann sie auch nicht, denn - so wird gemunkelt - ist sogar die Eingemeindung von Buchholz nach Nordhausen nicht wohlwollend in Erfurt aufgenommen worden. Peter-Stefan Greiner
Was für eine Aufregung ! Der Sitz der neuen Kreisverwaltung, eines neuen Großkreises soll nach Sondershausen verlegt werden. Was ändert sich denn für den Normalbürger, der nicht in dieser Verwaltung arbeitet ?
Vermutlich wenig. Trotzdem ist die Aufregung groß, ja man spricht von der Demontage Nordhausens und ruft zu Demonstrationen auf. Was für eine lächerliche Aufregung !
Wird Nordhausen dadurch kleiner ? Sitzen denn im neuen Kreistag nur Sondershäuser ? Treffen dort nur Sondershäuser die Entscheidungen ? Gibt es dadurch weniger Fördermittel ? Werden die Probleme zwischen Stadt und Landrat dadurch kleiner ? Wohl kaum !
Diese ganze Debatte dient doch nur profilierungssüchtigen Politikern, ob als Befürworter oder Gegner. Hier geht es nur darum wer hat die dicksten Eier ! Hier geht es nicht um das Wohl der Bevölkerung, auch wenn man es suggeriert. Denn dem Normalbürger sollte dieses Gerangel völlig egal sein, denn um seine Posten und Arbeitsstellen geht es hier nicht.
So what? Mir persönlich ist es völlig egal, wo die Verwaltungsfuzzies sitzen. Ich bezweifle auch, dass NDH oder SDH wächst, nur weil die Verwaltung hier oder da ihren Hauptsitz hat. Die Behörden werden doch eh "brüderlich" aufgeteilt.
Die Wirtschaftskraft sitzt eher in NDH, die Hauptbildungseinrichtung sitzt in Nordhausen, das Klinikum sitzt in Nordhausen... an diesen Dingen wird sich auch nichts ändern, wenn der Landrat in Sondershausen sitzt.
Und jetzt mal ehrlich, warum sollten sich Schwarzburger (Thüringer) von Südpreußen regieren lassen? Gibt es dafür einen historischen Präzedenzfall? ;-)
Und am Ende ist die Nordhäuser Politik geprägt von Intrigen und Zänkereien - wem will man soetwas antun? Bei allem was ich hier so im letzten Jahr gelesen habe, kann ich nur sagen: die Nordhäuser Verwaltung wird völlig zu Recht aufgelöst und nach Sondershausen abgeschoben.
da hin jagen wo er her kommt. Das man ein Kaff wie Sonderhausen zur Kreisstadt machen will zeugt doch von realitätsverlust, oder das die Landrätin im der gleich Partei sitzt. Ich persönlich schähme mich dafür das jemals bei der SPD mein Kreuz gesetzt habe und ich hoffe das sie bei den nächsten Wahlen die Rechnung dafür bekommen.Ich bin wirklich froh wen dieser Fehlversuch mit Rot Rot Grün in Thüringen vorbei ist. Das darf man sich in Nordhausen nicht gefallen lassen.Vielleicht ist es besser Nordhausen wird wieder Reichfreihe Stadt.
Irgendwer wird die Typen ja gewählt haben, oder haben die geputscht
und niemand hat`s gemerkt ? Egal wie sie heißen, die Jendrickes, Ramelows, Poppenhäger.
Diese Gebiets"reform" ist überflüssig wie ein Kropf
und inhaltlich geht es genauso weiter. Bei der nächsten Wahl wähle ich AfD oder NPD, das ist zwar auch Balla aber es gibt ja leider kein Feld, wo
"Protest" dransteht.
Ganz platt gesagt: Es ist doch überall das Gleiche - quer durch alle Parteien und Ebenen. Der Politiker also solcher ist zunächst einmal verachtenswert.
Wenn es im Portmonee der Verantwortlichen klingelt, werden auch offensichtlich falsche Entscheidungen als richtig verkauft und das Gefolge klatscht einmütig.
Ein paar Beispiele zur Erinnerung: In NDH wurde ein wertloses bzw. mit hohen Folgekosten belastetes Grundstück für mehrere hundert tausend Euro an den Landkreis verkauft - unter Mitverantwortung diverser Parteien. Thüringen wird von Wirtschafts-Laien mit rotem Parteibuch nach Gutdünken neu aufgeteilt. Auf Bundesebene kommt die wirtschaftlich ebenso umstrittene, wie sinnlose PKW-Maut dank schwarzer (eigentlich weiß-blauer) Profilierungssucht sowie den alten Bekannten aus dem zukünftigen Eintreiber-Konsortium.
Zeigt mir einen Politiker, der von Grund auf ehrlich ist, und auch noch Ahnung von dem hat, was er tut!
Anscheinend kennen Poppenhäger und Co nicht die Studie die nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern angestellt wurde. Aus der Studie geht hervor, dass mit der 2011 stattgefundenen Gebietsreform in MacPomm viele gewachsene Strukturen zerstört wurden und diese somit Unmut in der Bevölkerung erzeugt habe. Dies sei u. A. auch für den Erfolg der AfD bei den letztes Jahr stattgefundenen Landtagswahlen verantwortlich.
Nun ja, R2G hat eh nicht mehr die Mehrheit in Thüringen und eine Legislaturperiode reicht vollkommen.
Eins vornweg : Endlich mal ein guter Beitrag von @othello ! so sehe ich`s auch.
Und an die Anderen : Bei einem evtl Zusamenschluß der Kreise NDH und Kyff, liegt Sondershausen nun eben zentraler. Die Kommentatoren die sich am lautesten beschweren, wohnen nun sicher nicht in Greußen, Wiehe oder Roßleben, wo man eine Kreisstadt SDH in Sachen behördlicher Erreichbarkeit als bsp. sicher anders beurteilt als Bewohner der Rolandstadt.