Wohnen in den eigenen vier Wänden: Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – im Landkreis Nordhausen gibt es rund 19.700 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Denn ihre Eigentümer nutzen sie selbst. Die Wohneigentumsquote liegt damit bei rund 48 Prozent. Nur die Stadt Nordhausen betrachtet, sind dies rund 29 Prozent...
Studie zeigt Verlierergeneration (Foto: Pestel-Institut)
Das geht aus einer aktuellen Regional-Untersuchung zum Wohneigentum hervor, die das Pestel-Institut in Hannover gemacht hat. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Eigentumsquote bei knapp 45 Prozent. Damit sei Deutschland weit weg von einem Wohneigentümer-Land und lande im Europa-Vergleich lediglich auf dem drittletzten Platz.
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Auch vor diesem Hintergrund sieht das Pestel-Institut beim Wohneigentum im Landkreis Nordhausen noch Luft nach oben. Denn es gebe eine neue Verlierer-Generation: Insbesondere die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Immer mehr von ihnen sind gezwungen, zur Miete zu wohnen. Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther.
Immerhin handele es sich bei den Mittzwanzigern bis Enddreißigern um eine starke Bevölkerungsgruppe: Rund 14.800 Menschen dieser Altersgruppe leben im Kreis Nordhausen, davon allein rund 8.100 in der Stadt Nordhausen. Ihre Chance auf Wohneigentum ist stark gesunken: Bei den 25- bis 40-Jährigen ist die Eigentumsquote innerhalb von zwölf Jahren um 22,8 Prozent zurückgegangen, sagt Matthias Günther. Er beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuesten Mikrozensus.
Die eigenen vier Wände rangieren bei vielen zwar ganz oben auf der Wunschliste. Aber es hapert oft an guten Bedingungen für eine solide Finanzierung. Daran ist auch eine unsichere berufliche Perspektive schuld: Häufig werden gerade jungen Menschen nur Zeitverträge angeboten. Für einen Immobilienkredit wären allerdings unbefristete Jobs notwendig. Vor allem aber fehlt eine staatliche Unterstützung für Wohneigentum, das die Menschen anschließend für sich selbst nutzen, so Institutsleiter Matthias Günther. Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage sei die letzte Förderung von Wohneigentum in Deutschland faktisch eingestellt worden. Und das schon vor elf Jahren.
Diese lange Phase der staatlichen Eigenheim-Bremse räche sich nun: Wohneigentum ist nämlich ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Und die kommt bei vielen jetzt zu kurz. Immerhin ist die eigene Wohnung die einzige Alterssicherung, die – unabhängig von jeder Schwankung bei der Rentenhöhe – im Alter verlässlich genutzt werden kann, so Günther.
Deutsche Immobilien ließen bei ihrer Qualität und Langlebigkeit keine großen Reparaturen erwarten. Jedenfalls dann nicht, wenn vor der Rente noch einmal alles in Schuss gebracht werde. Rentner müssten sich deshalb um ihre eigene Wohnung auch nicht groß kümmern. Sie haben damit für die gesamte Phase ihres Ruhestands die Sicherheit eines dauerhaften ‚Daches über dem Kopf‘ – ohne Angst vor einer Mieterhöhung oder Kündigung, sagt der Leiter des Pestel-Instituts. Der Stellenwert, den die eigenen vier Wände im Alter hätten, ließe sich auch daran erkennen, dass es derzeit bei den Senioren, die auf staatliche Grundsicherung im Alter (Alters-Hartz-IV) angewiesen seien, kaum Wohnungseigentümer gebe.
Genau das ist für die Initiative Wohn-Perspektive Eigentum ein entscheidender Grund, Bund und Länder zu einer politischen Kehrtwende pro Wohneigentum aufzufordern. Die Initiative, die das Pestel-Institut mit der Regional-Untersuchung beauftragt hat, appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, den Wunsch der Bevölkerung nach Wohneigentum ernst zu nehmen. Dies gelte insbesondere auch für die Kandidaten, die im Landkreis Nordhausen zur nächsten Bundestagswahl antreten. Sie sollen sich – auch innerhalb ihrer Parteien – für eine neue und wirksame Förderung von Wohneigentum starkmachen, so die Initiative. Das gelte für den Kauf einer Eigentumswohnung genauso wie für den Bau eines Reihen- oder Einfamilienhauses. Wer sich im Kreis Nordhausen mit welchem Einkommen welche Immobilie leisten kann – dazu kündigte die Initiative einen Vor-Ort-Kauf-Check für Juni an.
Zur Initiative Wohn-Perspektive Eigentum haben sich unter anderen der beim Hausbau und Wohnungskauf beratende Verband privater Bauherren (VPB), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) zusammengeschlossen. Gemeinsam sprechen sie sich für neue Rahmenbedingungen beim Erwerb von Eigentum aus. Dazu gehöre insbesondere auch eine intensivere und eigenständige Wohneigentums-Förderung durch die staatliche KfW-Bank. Hier seien Zuschüsse erforderlich. Ebenso wie eine langfristige Zinsgarantie.
Hierdurch sollen private Bauherren mehr Sicherheit beim Tilgen ihres Immobilienkredits bekommen – bis dieser endgültig abbezahlt ist. Darüber hinaus solle die von den Ländern festgesetzte Grunderwerbsteuer auf ein möglichst niedriges, bundesweit einheitliches Niveau gesenkt werden. Gleichzeitig müsse es Freibeträge für Menschen geben, die in eine selbstgenutzte Wohnung investierten. Und um Bauland möglichst günstig anbieten zu können, sei es notwendig, öffentliche Grundstücksreserven zu mobilisieren – allerdings ohne diese dabei nach dem Höchstpreisverfahren zu vergeben.
Selbst wer in Nordhausen eine vernünftige Immobilie zu einem angemessenen Preis sucht wird schwer enttäuscht. Da gibt es nämlich bestimmte Personengruppen die sich alles was gut ist sofort unter den Nagel reißen ohne das der "normale" Bürger die Möglichkeit hat an diese Immobilie zu kommen. Die Politik in Nordhausen wird daran nicht viel Ändern,weil man sich kennt und jeder daran verdient.
denn es muss auch für diese Generation die Grundlage für eine "Ansiedlung" vorhanden sein, sprich wer in Zeitarbeit, befristetenen Arbeitsverhältnis oder 100km zur Arbeit pendelt überlegt sich 2x ob man hier in NDH sesshaft wird - mal ganz abgesehen vom Lohngefüge!!!
Das ist doch ein Merkmal des Neokapitalismus, dass derjenige den Zuschlag bekommt, welcher das meiste Geld auf den Tisch legt.
Auch ist es den Wohnungsbaugenossenschaften usw. sehr angenehm, wenn viele zur Miete in Nordhausen wohnen.
So kann man den größten Profit einfahren.
Wieso sollten sich die Leute an einer Immobilie festhalten, wenn man doch heute in Hamburg und morgen in München seine Arbeitskraft verkaufen soll und muss?
Also weiter zur Miete wohnen bis zum Tode und Geld verdienen überlassen wir mal den sogenannten Unternehmern.
Und nicht vergessen, weiterhin flexibel und mobil bleiben, denn ein schönes Leben steht der Arbeiterklasse nicht zu, sondern nur der Herrschenden Klasse!