Wer heute vom Lohmarkt in Richtung Neuen Weg hinaus geht, der wird sich über eine dunkelgrüne Wand wundern. Das erste Mal findet eine Baumaßnahme auf dem Gelände einer Kita unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wir haben aber mal dahinter geblickt...
Abgeschirmter Kindergarten (Foto: nnz)
Wie bereits mehrfach berichtet, soll eigentlich auf dem Gelände des Kindergartens ein neues Spielgerät aufgebaut werden. Deshalb muss geschachtet werden und deshalb - speziell in Nordhausen - muss nach Blindgängern aus dem zweiten Weltkrieg gesucht werden.
Absuche hat begonnen (Foto: nnz)
Anzeige symplr (mr_1)
Das übernehmen auch heute die Männer der Firma Tauber, die nach ersten Arbeiten mit einem kleinen Bagger das Erdreich mit einer Sonde absuchen. Seitens der Stadtverwaltung scheint man davon auszugehen, dass dort auch Kriegszeug gefunden wird. Hat man deshalb einen Sichtschutz angebracht?
Vorsorglich wurden Kameraden der Feuerwehren, der Rettungsdienste, Mitarbeiter von Einrichtungen wie das benachbarte Pflegeheim auf eine Evakuierung am Sonntag vorbereitet. Ein Experte sagte der nnz vor zwei Wochen, dass im Bereich der Kita keine Verdachtsfälle bekannt seien. Also heißt es weiter abwarten... Peter-Stefan Greiner
Update:
Wie die nnz erfuhr, wurde bei den Sondierungen am Lohmarkt kein Blindgänger gefunden. Damit haben sich die Informationen der Experten, die sie gegenüber der nnz äußerten, bestätigt. Es seien bei den heutigen Sondierungen vielmehr Fundamentreste entdeckt worden.
Da kommt ja im Nordhäuser Rathaus das ganze Wochenende Langeweile auf. Schließlich hatte man im Regenbogenhaus schon den Befehlsstand einrichten lassen, hörte man aus rathausnahen Kreisen.
Aufgrund der Historie der Stadt ist es doch gängige Praxis und vermutlich vom Bauordnungsamt vorgegeben, dass in Nordhausen vor Tiefbaumaßnahmen auf Munition sondiert wird. Es ist doch richtig und gesetzlich offenbar auch vorgegeben, dass man sich nicht nur auf Vermutungen von Experten, wer auch immer die sind, verlässt. Warum wird aus der Sache so ein Drama gemacht?
Und hätte man Am Lohmarkt einen Blindgänger gefunden und die Stadt hätte sich nicht vorbereitet, wären sie hier doch der erste gewesen der sich darüber aufgeregt hätte. Ist doch gut so wie es gelaufen ist.
Allen ein ruhiges Wochenende!
Muss jetzt bei jedem Loch, das in Nordhausen gebuddelt werden soll, das Tauber-Team ran? Ja! Das war und das ist so in dieser Stadt und das ist richtig. Aber muss jedes Mal, vor allem dann, wenn es keine Verdachtsfälle zu geben scheint, der Ausnahmezustand vorbereitet werden? Nein!
Hype um Blindgänger, Ehrenamtliche nur wenig beachtet
Zurück im Städtchen, lande ich im nächsten Blingängerhype. Da ist mit großem Worten vom regelhaften Krisenmanagement die Rede, als ob ein Erdbeben bevorstand, Politiker produzieren sich regelmäßig als die großen Notfallmanager. Einfach mal wieder überdreht.
Um nicht missverstanden zu werden:Sicherheit ist wichtig, man sollte aber die Kirche im Dorf lassen.
Und auch mal an die denken, die bei solchen Einsätzen die eigentliche Last tragen und sich nicht medial produzieren, nämlich die freiwilligen Helfer. Sie sind stundenlang als Feuerwehrleute oder Mitarbeiter der Rettungsdienste auf den Beinen, ohne nur einen Pfennig zu bekommen. Oft ist nicht mal Spritgeld drin. Und die machen keinen großen Wind. Man sollte mal nachdenken, wie man diese angemessener zumindest ein wenig entschädigen könnte.