Katrin Göring-Eckardt zu Gast bei Schachtbau
Probleme offen angesprochen
Sie sind eigentlich schon Routine, die Besuche von Politikern in Unternehmen, auch in der Nordhäuser Region. Heute machte sich Katrin Göhring-Eckardt (Bündnis 90/Grüne) auf die Reise in den Industrieweg nach Nordhausen…
Besuch bei Schachtbau (Foto: nnz)
Mehrere Themen offen angesprochen: Katrin Göring-Eckardt und Michael Seifert (2. von rechts)
Dort befindet sich seit Jahrzehnten das Firmengelände der Schachtbau Nordhausen GmbH und dessen Geschäftsführer Michael Seifert ist so nebenher auch noch Präsident des Verbands für Bergbau, Geologie und Umwelt. Und diese Konstellation machte diesen Termin mehr als interessant: Für den Südharz. Es ging - wenn auch nur kurz - um die Folgen des Kohleausstiegs.
Nachdem Seifert die aktuelle Unternehmensstruktur vorgestellt und erläutert hatte, kam die Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag zu einem ersten Themenschwerpunkt, der auch die Schachtbauer bewegt, die Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand: Der Bund stellt genügend Geld für Infrastrukturprojekte zur Verfügung, verkauft mit einem Aufschlag von drei Prozent die Planung der Projekte an die Länder. Denen allerdings fehle dafür das Personal. Und so könnte Schachtbau mehr leisten und mehr verdienen, als das aktuell der Fall sei, erläuterte Seifert.
Ein weiteres Thema waren die Auswirkungen der aktuellen Bildungspolitik. Fast 80 Azubis sind im Unternehmen beschäftigt, deren Niveau sei immer weiter nach unten gegangen, waren sich Michael Seifert und sein Geschäftsführerkollege André Ponndorf einig. Beide sehen darin das Abbild gesellschaftlicher Probleme. So verschwinde nach und nach die Respektsperson des Lehrers, statt dessen werden immer mehr Sozialarbeiter für Schulen eingestellt. Die Folge dieser Bildungspolitik werden damit aus den Schulen in die Unternehmen delegiert, die allerdings können weder Ersatz für Schule noch für Elternhäuser sein.
Kurz diskutiert wurde in der Runde problembeladene Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle. Dabei verwies Michael Seifert auf das Vorbild in der Schweiz. Die Eidgenossen haben sich entschieden, ein Endlager einzurichten, dass nicht für immer verschlossen wird, sondern – sollte es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten neue Technologien für den "Umgang" mit diesem Material geben – wieder geöffnet werden kann, um die Lagerung noch sicherer zu gestalten.
Während des anschließenden Rundgang konnte der Schachtbau-Geschäftsführer die Problematik des Braunkohleausstiegs und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Südharzer Gipsindustrie leider nur kurz ansprechen. Katrin Göhring-Eckardt sagte zu, dieses Thema bei einem weiteren Gespräch eingehend zu vertiefen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Kommentare
Kama99
02.10.2019, 19:41 Uhr
Mit KGE...
...ist genau die richtige Unterwegs. Selbst keine Ausbildung aber in Betrieben von Bildung reden.
geloescht.20250302
02.10.2019, 20:06 Uhr
KGE muss jetzt Präsenz zeigen...
...denn ihr hängt Özdemir im Nacken und nächste Woche besucht vielleicht Hofreiter WAGO in Sondershausen.
Jetzt entdecken schon die Grünen im parteiinternen Führungswahlkampf den Thüringer Norden für sich...
Die-Thüringer Unweltministerin ist inzwischen auch Stammgast hier. Wenn das nicht mal zukünftig blühende Landschaften bedeutet..
Paul
02.10.2019, 20:11 Uhr
Kama99
Nun da muß ich Ihnen Recht geben. Allerdings kann man den Reigen schlecht gebildeter "Genossen" in den Reihen der Grünen beliebig fortsetzen. Bestes beispiel Claudia Roth. Die wirft anderen ( Bsp. AfD ect.) Inkompetenz und mangelnde Qualifikation vor, hat selber aber mit Ach und Krach die Schule geschafft. Denn zum Abi hats schon nicht mehr gereicht und auch nicht für eine Berufsausbildung. Nun sitzen zu allem Übel solche Leute auch noch im Bundestag und wollen über Bildungspolitik und noch ganz andere Probleme große Entscheidungen treffen.
eduf
02.10.2019, 20:15 Uhr
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pitti7
02.10.2019, 20:16 Uhr
@Kama99
DEM kann ich nur beipflichten!!!
ich hätte auch mal gern bilder von der ankunft gesehen mit welchem protzwagen die dame vorgefahren kam,denn eine radtour wird sie wohl kaum gemacht haben,schon dem radwegenetz wegen...
meine meinung ist:
wer die grünen wählt wählt damit auch in naher zukunft krieg! um wasser oder osteuropa!
Paulinchen
02.10.2019, 20:51 Uhr
Weiß die KGE...
... eigentlich, dass der Norden in Thüringen zu DDR Zeiten beinahe den 1.Platz in der Wirtschaftsleistung des Bezirkes Erfurt einnahm? Aber ich denke schon, sie will ihre Flüchtlinge (die Hiergebliebenen) beschwören, die Verbotspartei Die Grünen, zu wählen. Diese Partei ist für mich, auf Grund ihrer Wirtschaftsblockade nicht wählbar. Vielleicht hat sie aber Spraydosen dabei, mit denen sie die braunen Fichten im Harzwald grün lackiert.
Pe_rle
02.10.2019, 20:53 Uhr
Probleme
was oder wem nutzt es wenn über Probleme gesprochen wird, aber dann doch nicht behoben werden????
Man macht sich eben mal wichtiger wie man ist ,das ist Politik 2.0
Bodo Schwarzberg
02.10.2019, 20:58 Uhr
Bildungsniedergang: Grüne mit verantwortlich
Aber auch hier mögen sich ja die gegenwärtig agierenden Politiker kein Beispiel an der DDR-Bildungspolitik nehmen, die ja ausschließlich auf das in Staatsbürgerkunde und Marxismus/Leninismus abgestrahlte Rotlicht verengt wird, - wohlwissend, dass man der pädagogischen und fachlichen, vor allem aber der naturwissenschaftlichen Kompetenz der DDR-Schulen und Universitäten heute nur wenig entgegensetzen kann.
Ich kann den Schachtbauführung in ihrer Enschätzung nur zustimmen. So sehr, wie ich die Grünen für einige Teile ihrer Umweltpolitik schätze, so sehr ist ihre antiautoritäre Reformpolitik in den Schulen zu kritisieren.
Der von Schachtbauchef Seifert angesprochene mangelnde Respekt gegenüber Lehrern haben die Grünen durch die faktische Herabstufung des Lehrers zum Klassenmitglied mit verursacht. Aber nicht nur sie: Seit Jahrzehnten ist Frontalunterricht verpönt, Disziplinierung fast jeglicher Art ebenso und selbst die Vergabe von Verhaltensnoten steht immermal wieder am Pranger. Die anderen Parteien vertreten dies in der Tendenz nicht selten mit. So, als sei es schlimm, fleißig zu sein, sich gut zu betragen und Ordnung zu halten.
Der Rückschritt in den Feudalismus, der der ehemaligen DDR durch die Wiedervereinigung mit dem föderalen bundesdeutschen Bildungssystem aufgedrückt wurde, ist ein weiterer Grund für die vielen Probleme im Bildungssystem.
Wenn Bildung wirklich wichtig ist, wie es bei allen möglichen Häppchenveranstaltungen betont wird, dann sollte sie in Berlin zentralisiert werden, so wie es in der DDR normal und erfolgreich war. Dieselben Lehrbücher zwischen Emden und Sonneberg, aber auch dieselben Verhaltensnormen. Schließlich steht die Gesellschaft vor gigantischen Herausforderungen, für deren Bewältigung einst selbstverständliche Grundkompetenzen notwendig sind.
So verpönt wie hierarchische Strukturen auch immer sein mögen, wohl auch auf Grund der jüngeren deutschen Geschichte, so notwendig sind sie doch andererseits, um einen Bildungsauftrag effektiv zu erfüllen.
Schüler, die mit Gegenständen auf Lehrer werfen, diese bedrohen, gar angreifen und die das Lernen als Last denn als Notwendigkeit begreifen, zeigen die Unfähigkeit unserer antiautoritären, gegenwärtigen Bildungspolitik ebenso auf, wie der selbst verschuldete und ewig ignorierte Lehrermangel.
Die enorm hohe Quote von auf Grund psychischer Probleme frühpensionierter Lehrer wird von der Politik verschwiegen. Schließlich haben wir Lehrermangel: Und zahlreiche Lehrer müssen dem Schuldienst aus vom "System" verursachten Angststörungen fernbleiben. Das ist unbequem, wenn man seine eigene Bildungspolitik loben will..
Frau Göring-Eckart und ihre Partei haben einen Teil von dem mitzuverantworten. Denn in vielen Ländern regieren die Grünen mit.
Goldene Aue
02.10.2019, 21:49 Uhr
Das Schaulaufen vor der Wahl beginnt...
mal schauen was uns noch so erwartet. Keine Ahnung ernsthaft (KGE) war nun schon da. Komiker des Karnevalsverein Köthen im Anmarsch? CDU die Parteikasse plündernd und Gröhlemeyer auf dem Petersberg? Zu Fuße des Berges der Klaas der um die nächsten 200.000 € bettelt, um Flüchtlinge in der Zorge aus der Seenot zu retten. Nur einer hat schlechte Karte: Der Egon kann keine Lottomittel mehr publikumswirksam verteilen.
Fönix
02.10.2019, 23:10 Uhr
@Thannhäuser
Auch wenn ich Ihre Beiträge gerne lese, weil sie mich oft zum Nachdenken anregen, hier sind Sie ein bisschen zu spät. Die Auseinandersetzung mit Özdemir ist Geschichte. KGE und Hofereiter haben sich nach meinen Informationen parteiintern durchgesetzt. Was auch gleich Ihren zweiten Fehler offenlegt, Hofereiter ist in der innerparteilichen Auseinandersetzung Partner und nicht Gegner von KGE.
Unabhängig davon teile ich Ihre Skepsis und Ihre Vorbehalte gegenüber Bündnis90 Die Grünen uneingeschränkt. Obwohl (oder gerade weil) mir Naturschutz und Umweltschutz seit meiner Kindheit und ganz elementar am Herzen liegen. Die Grünen haben diesbezüglich in meinen Augen längst jegliche Bodenhaftung und jeden Bezug zur Sacharbeit verloren, weil sich scheinbar und derzeit leider auch tatsächlich mit purer Ideologie jede Menge Wählerstimmen fangen lassen.
Fönix
02.10.2019, 23:32 Uhr
Auch hier uneingeschränkte Zustimmung Herr Schwarzberg!
Das Weltbild und das Menschenbild im Allgemeinen und im Speziellen die Vorstellung, wie eine Gesellschaft und die damit verbundene Wirtschaft funktionieren können und welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind, sind für die Grünen offensichtlich ein Buch mit Sieben Siegeln. Wenn hier in Deutschland nicht schnellstmöglich Tabula Rasa gemacht wird (und zwar nicht nur in der Bildungspolitik) und dabei mit der Beseitigung des alles beherrschenden Lobbyismus und der Verwaltungsdiktatur die schlimmsten Hemmnisse aus dem Weg geräumt werden, dann wird Deutschland in kürzester Zeit einen gewaltigen Niedergang erleben. Ich bin kein Freund von Horrorszenarien, aber wenn die grundsätzlichen Regeln des Zusammenlebens und des Anstandes und des Respekt und… und …und …keinen Stellenwert mehr aufweisen, ist die Anarchie nicht mehr fern. In weiten Arealen deutscher Großstädte ist diese offensichtlich schon eingetreten und die Staatsmacht schaut ohnmächtig zu. Frau Hayali hat dazu gerade eine Gesprächsrunde im ZDF, die die schlimme, und mittlerweile fast aussichtslose Situation auf beängstigende Art und Weise beleuchtet.
Gute Nacht Deutschland!
Bodo Bagger
03.10.2019, 08:40 Uhr
Für ein nukleares Endlager...
sollte man vor allem nach Finnland schauen, wo mit dem bereits in Betrieb befindlichen Endlager ONKALO für mittel- und schwachaktiven Abfall und der Erweiterung des Endlagers für hochaktiven Abfall (HLW) , der in der ersten Stufe abgeschlossen und somit einlagerbereit ist.
Das derzeitig verfolgte Schweizer Konzept basiert immer noch auf dem sogenannten POLLUX Konzept, was eine aufwändige und mit Risiken verbundene, chemische Separierung der Abfälle vorsieht, die noch dazu nach dieser Separierung in Borsilikat verglast werden müssen. Dieses Konzept basiert auf der ursprünglichen Idee einer Separierung, Abtrennung von weiterverwertbaren Abfällen und Endlagerung der dann noch anfallenden Restmengen minorer Aktinide. Dieses Verfahren wurde in Deutschland, Dank der Weitsichtigkeit der Grünen während deren Regierungszeit im AtG verboten, was letztendlich zu den exorbitant langen Einlagerungszeiten geführt hat.
Der finnische Weg dagegen sieht zwar auch eine direkte Endlagerung vor, jedoch mit dem Unterschied, dass hier nicht erst unsinnigerweise chemisch getrennt wird, sondern das agbebrannte BE direkt in eine Kupferkokille eingeschweisst wird und dann in, in Granitgestein gebohrte Hohlräume mit Betonit eingegossen wird. Die von der finnischen Nuklearaufsicht geforderte Rückholbarkeit wurde im Zuge der Genehmigung des Konzeptes ebenso nachgewiesen wie die Standfestigkeit des Verfahrens gegen innere Wärmeeinwirkungen. Das selbe Konzept wird in Schweden verfolgt wo das Endlager auch gerade im Bau ist.
Die Kosten für das finnische Endlager belaufen sich auch 870 Millionen Euro, die sich im Vergleich zu den immer wieder in Deutschland als Beweis der Unlösbarkeit des Problems herangeführten Milliardenbeträgen recht schlank ausnimmt. Das ganze direkt bezahlt durch die Betreiber und ohne staatliche Zuschüsse.
Gudrun1974
03.10.2019, 08:48 Uhr
Die Berufsabschlüsse der nordhäuser Kandidaten
Auch bei den Nordhäuser Kandidat*innen für den den Landtag ist die Frage nach den Berufs/Studienabschlüssen sicher interessant. Oft finden sich in offiziellen Quellen Angaben zum Studium o.ä., die sich dann als falsch herausstellen. Gern wird geschrieben, das man studiert hat oder eine Lehre begonnen hat, verschwiegen wird dann ob man den Abschluss schaffte oder nicht.
Peter59
03.10.2019, 09:13 Uhr
Kleiner Vergleich.....
Gegenüberstellung Berufe und Bildungsabschlüsse Grüne und AfD:
Grüne- Berufspolitiker, teilweise ohne Beruf und gescheite Bildungsabschlüsse.
AfD- Beruf und oft Studium (Anwälte, Unternehmer, Polizisten etc. (Verdienen ihr Geld auch noch mit "richtiger" Arbeit). Werden allerdings verteufelt und in die rechte Ecke gestellt..... Das ist das Erscheinungsbild dieses Staates. Intelligente Leute denken sich dazu ihren Teil....
Warten wir die Wahlen ab, bei der Auszählung bin ich auf jeden Fall im Wahlbüro.......
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