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Mo, 13:30 Uhr
13.01.2020
Stückwerk No. 17

Sehnsuchtssommer, Influencer und Artisten

Der Nordhäuser Kulturnachwuchs hat sich für das neue Jahr viel vorgenommen. Einen ersten Blick auf die Bühnenstücke konnte man am Wochenende beim 17. „Stückwerk“ werfen. Auf dem Programm stehen Vignetten alternativer Realität, die Fallstricke des „Influencer“-Daseins, ein musikalischer DDR-Klassiker, Musik, Tanz, junge Zirkusakrobatik und deutsche Literaturgeschichte…

Wenn der Kulturnachwuchs geschlossen auf die Bühne kommt, bleibt nicht viel Platz -  das Stückwerk No. 17 in Nordhausen zeigte warum  (Foto: Angelo Glashagel) Wenn der Kulturnachwuchs geschlossen auf die Bühne kommt, bleibt nicht viel Platz - das Stückwerk No. 17 in Nordhausen zeigte warum (Foto: Angelo Glashagel)

In Sachen Nachwuchs ist die Nordhäuser Kulturszene gut aufgestellt, so scheint es. Als am Samstagabend der Abschlussapplaus erklang, da war auf der großen Bühne des Theaters kaum noch Platz. Mit dem „Stückwerk No. 17“ gaben das Junge Theater, die Kreismusikschule und der junge Zirkus Zappelini einen ersten Einblick in ihr Programm für das Jahr 2020.

The Very Best of
Den Anfang machten die jungen Artisten des Zirkus Zappelini. Die bunt gemischte Truppe aus Jungen und Mädchen zeigte eindrucksvoll was Groß und Klein am Boden und in der Luft leisten können, sei es beim gemeinsamen Balanceakt, auf dem Einrad oder kopfüber im Tuch über der Bühne hängend.

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Wer sich ein paar Meter über dem Boden mit Grazie drehen und wenden will, der braucht Kraft und Geschicklichkeit, wer auf einem Rad im Quartett wilde Kurven dreht oder freihändig auf der Röhre rollt, der muss das Gleichgewicht schulen und alle miteinander brauchen sie den Mut, sich dem Publikum zu stellen. Und Teamgeist ist gefragt, wenn zwanzig und mehr Kinder und Jugendliche gemeinsam über die Bühne turnen. Alleingänge kann es hier nicht geben, es sei denn das einstudierte Programm sieht es vor. Die. „Zappelinis“ präsentieren in diesem Jahr mit ihrem „Very best of“ die artistischen Höhepunkte ihres Schaffens. Zu sehen ist die komplette Show ab dem 9. April.

Was wäre wenn?
Was wäre wenn? Diese Frage haben sich die jüngsten und den jungen gestellt. Der Junior-Theaterclub für Kinder zwischen 9 und 14 Jahren zeigt ab dem 7. Juni kleine Vignetten alternativer Realität. Was wäre wenn es Geister gäbe? Was wäre wenn Tiere sprechen könnten oder die sozialen Medien zum Leben erwachen würden? Was, wenn es das Internet wie wir es kennen, gar nicht geben würde? Die kurzen Episoden sind allesamt der Ideen der Kinder entsprungen. Da gibt es „Alex“ statt „Alexa“, der ganz analog beim kochen, wandern oder den Hausaufgaben hilft, einen abstrusen Kommunismus-Kater oder die nervende Dauerpräsenz lebendig gewordener Statusmeldungen. Für den Ritt durch die alternativen Welten bleibt noch bis zum 7. Juni Zeit, bis dahin werde man noch weitere Episoden einproben, erzählte Theaterpädagogin Eva Lankau.

Like me!
Ganz nah an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen bewegt sich hingegen das Stück „Like me!“. Julia und ihre Freunde stehen vor der bangen Fragen, was nach der Schule kommt. Studium? Ausbildung? Oder eine Karriere als „Influencer“ in den sozialen Medien? Nachdem eine etablierte Internet-Persönlichkeit auf Julias Aktivitäten im sozialen Web aufmerksam wird, wittert das junge Mädchen ihre Chance. Doch ganz so einfach, wie das alles aussieht, ist es am Ende nicht. „Das ist unter den Kids momentan Thema Nummer Eins und untrennbar mit der Frage „was kommt danach“ verbunden“, erklärt Lankau. Man wolle zeigen wie das Geschäft mit dem Internet-Hype funktioniere und dabei auch die Schattenseiten beleuchten. „Unsere Jugendlichen haben sich stark mit dem Thema beschäftigt und wissen das dass vor allem eine „Fake“-Welt ist, in der der Erfolg nicht vom Himmel fällt und man schnell verbraten und verbrannt wird." Wie Julia und ihre Freunde damit umgehen, wird man ab dem 15. Februar im Theater unterm Dach erleben können.

Sehnsucht
Fast ganz ohne Worte kommt die neue Choreographie des jungen Tanztheaters aus. Das besondere am Programm: die sechs Tänzerinnen erarbeiten sich ihre Darbietungen unter der Ädige von Tanzpädagogin Daniela Bethge selber, frei und ohne Vorgaben. Getanzt wird ab dem 14.3. unter dem Titel „Ich bin die Sehnsucht in dir“.

Klassik an Piano und Gitarre
Klassisches Kulturgut präsentierte die Kreismusikschule. Solistin Anna-Lena Grund spielte Mozart und Schubert am Klavier, die Geschwister Merle und Maren Ludewig ließen Konzertgitarre und Piano gemeinsam erklingen.

Heißer Sommer
Der Bühnenhöhepunkt des Jungen Theaters erwartet das Publikum ab Mitte April. Daniela Bethge und Ronald Winter hauchen in diesem Jahr einen alten DDR-Klassiker neues Leben ein. Das Musical „Heißer Sommer“ erzählt von zwei Cliquen, Jungen und Mädchen, die sich auf den Weg an die Ostsee machen und dabei aneinander und zueinander geraten. Die Geschichte wird in die moderne Zeit übertragen, die alten Lieder bleiben aber die gleichen wie damals.

Es ist ein weites Feld
Einen Klassiker ganz anderer Art wird Eva Lankau in der ersten Premiere des neuen Jahres präsentieren. Anlässlich des Fontane-Jahres wird man ab dem 25. Januar „Effi Briest“ als Solo-Stück auf die Bühne bringen. Das heißt: alle zehn Rollen werden von einer Person gespielt, eine besondere Machart, die dem Stoff auffrischt ohne Grundidee der Erzählung zu verlieren, erklärt Lankau. Man darf gespannt sein.
Angelo Glashagel
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