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Do, 13:03 Uhr
10.06.2021
„Ministerium muss sich für Fachkräftegewinnung engagieren.“

CDU fordert Sommer-Offensive für Gastgewerbe

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Prof. Dr. Mario Voigt, fordert einen runden Tisch für den Neustart der Gastronomie. „Das Wirtschaftsministerium muss insbesondere die Lösung des sich nun abzeichnenden Fachkräftemangels in der Branche aktiv begleiten“, so der Christdemokrat...

„Der Sommer steht vor der Tür, die Europameisterschaft mit Public Viewing wird auch in Thüringen ein Freiluftereignis ersten Ranges, die Inzidenzen sinken seit Wochen. Mir stellt sich die Frage, warum Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) offenbar keine Vorbereitungen getroffen hat, der Branche mit ihrem vorhersehbaren Fachkräfteproblem zu helfen“, so Voigt. „Gemeinsam mit Dehoga und Arbeitsagentur muss nun mit Hochdruck daran gearbeitet werden, wie kurzfristig bis zu 1000 neue Mitarbeiter in Hotel und Gastronomie eingestellt werden können“, so Voigt.

Neben einer Marketingoffensive, bevorzugten Terminvergaben für entsprechende Bewerber und Arbeitgebern sowie eigenen Recruitingcentern in den Jobagenturen bis hin zur schnellstmöglichen Organisation einer branchenbezogenen Jobmesse sei vieles denkbar. „Die Branche muss jetzt ihre Sommer-Offensive für Fachkräftegewinnung starten. Und das Land muss dabei helfen“, so Voigt, „ansonsten drohen der Branche nach der langen Schließung aufgrund der akuten Personalnot weitere Umsatzeinbußen. Viele Betriebe könnten das nicht mehr finanziell abfedern.“

Für die Unternehmen war es schon vor Corona schwer, geeignete Fachkräfte zu finden. Während der monatelangen Schließungen der Gaststätten und Hotels habe sich das Problem noch einmal verschärft, weil sich viele ehemalige Beschäftigte beruflich neu orientiert hätten. Im Gesundheitsdienst oder im Einzelhandel seien viele vakante Stellen mit Fachkräften aus dem gastronomischen Bereich besetzt worden. „Die Entscheidung der Arbeitnehmer, die Branche zu wechseln, respektieren wir selbstverständlich. Uns geht es jetzt darum, das Gastgewerbe in der für sie unangenehmen Situation nicht alleine zu lassen“, so Voigt.

update
Ein Sprecher des Thüringer Wirtschaftsministeriums will diese Darstellung der CDU so nicht stehen lassen und sagte: „Es ist gut, dass die CDU endlich aufwacht und sich mit eigenen Vorschlägen in die laufende Diskussion einbringt. Sie täte allerdings gut daran, zunächst einmal die Vielzahl laufender Maßnahmen zur Kenntnis zu nehmen, die das Wirtschaftsministerium in enger Abstimmung mit der Branche längst auf den Weg gebracht hat. Dazu gehören neben den Corona-Hilfen mit einem zusätzlichen Gastgewerbe-Paket des Landes insbesondere die Sicherung von Ausbildungsplätzen mit dem Azubizuschuss, Projekte zur Fachkräftegewinnung im Ausland sowie verbesserte Förderkonditionen für das Gastgewerbe in zentralen Investitionsprogrammen wie der GRW und Thüringen-Invest. All das trägt dazu bei, dass das Gastgewerbe durch und wieder aus der Krise kommt.

Zwischen Ministerium und Wirtschaft finden in der Corona-Krise regelmäßige wöchentliche Abstimmungen statt, daran nehmen insbesondere auch der DEHOGA und die Arbeitsagentur teil. Alle Vorschläge aus der Wirtschaft werden hier thematisiert. Es gibt deshalb kein Erkenntnis- und erst recht kein Handlungsproblem auf Landesseite. Einen Katalog willkürlich zusammengestoppelter Forderungen und Zielmarken per Pressemitteilung zu verkünden, den nicht einmal die betroffene Branche kennt, ist legitim, aber überzeugt nicht.“
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Kommentare

10.06.2021, 21.02 Uhr
Müller | Ungleichbehandlung bei Coronahilfen
Vermieter von Ferienunterkünften die genau soviel Mehrwertsteuer zahlen und auch die Kosten haben und die selben oder sogar mehr Steuern zahlen, waren von allen Hilfspaketen ausgeschlossen, wenn es über Vermietung und Verpachtung lief. Warum die Ungleichbehandlung? Warum diese staatlich geförderte Wettbewerbsverzerrung. Was ist wenn die Ferienwohnungen mit Preiskampf antworten?

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