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Mi, 17:44 Uhr
12.01.2022
Bohranlage soll Kalisalzkerne aus fast 700 Metern Tiefe gewinnen

Bohrarbeiten dauern rund einen Monat

Die Vorbereitungen für den Bohrplatz nahe der Ortslage Haynrode sind abgeschlossen, das Gelände ist nun für die Bohrung optimal vorbereitet. Bereits vor ein paar Tagen wurde das Spezialgerät angeliefert. Nun ist es startklar für die Bohrung in eine Tiefe von bis zu 692 Metern, um die Kalisalzkerne an die Oberfläche zu bringen...


„Trotz zum Teil winterlicher Bedingungen sind wir mit unseren Vorbereitungen im Zeitplan geblieben. Jetzt freuen wir uns, die erste Bestätigungsbohrung tatsächlich durchzuführen“, sagt Jason Wilkinson, Geschäftsführer der Südharz Kali GmbH. Das Unternehmen steht für modernen und nachhaltigen Kalibergbau, ohne dauerhafte Salzhalden oder salzhaltige Abwässer.

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Im Auftrag der Südharz Kali GmbH hat H. Anger’s Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH seit Mitte November 2021 die Bohrung vorbereitet und führt diese auch durch. „Jede Bohrung ist ein Einzelstück, ein Zusammenspiel aus Aufgabenstellung, Geologie, einzusetzender Technik und den Aspekten des Wasser-, Berg- und Umweltrechts“, erklärt Andre Zucker, Betriebsleiter von Anger.

All diese Gesichtspunkte wurden in der Vorbereitung zwischen Auftraggeber, Fachplaner, den zuständigen Behörden und dem Bohrunternehmen diskutiert, bewertet und intergiert. Aber: „Flexibilität bei Änderungen beim Bohren unter Einhaltung der genannten Kernaspekte ist und bleibt trotzdem das A und O. Denn ‚vor der Hacke ist und bleibt es leider duster‘“, so Zucker weiter.

Das Bohrgerät, das in einen speziellen LKW integriert ist, wiegt 43 Tonnen und hat eine Höhe von knapp 18 Metern bei aufgestelltem Mast. Im sogenannten Deckgebirge – das sind alle Gesteine oberhalb der Salzgesteine – wird mit einem Rollenmeißel das Gestein in kleine Teile „zerbrochen“, im Fluss der Bohrspülung vom Bohrlochtiefsten zur Oberfläche gepumpt und somit eine Röhre geschaffen. Zum Schutz der grundwasserführenden Schichten werden wasserdichte Rohre in die Bohrung eingebaut und zementiert.

Erreicht die Bohrung den Salzhorizont – das ist der Bereich ab ca. 530 Metern Tiefe, die Kalisalze lagern noch ca. 120 m tiefer – wird das Bohrverfahren geändert. Zunächst wird der obere Bereich der Bohrung durch eine weitere zementierte Verrohrung gegenüber dem Salzgebirge abgesperrt. Nach Prüfung und Abnahme der Absperrung wird das Seilkernbohrverfahren angewandt. Damit können die Bohrkerne mittels einer Bohrkrone im Ganzen aus dem Gestein geschnitten und unbeschädigt im sogenannten Innenrohr an die Oberfläche gezogen werden. Wenn der Bohrkern entnommen wurde, wird das Innenrohr wieder bis ganz unten eingebaut und der nächste Kern gebohrt.

Während der Bohrarbeiten werden verschiedene Bohrspülungen verwendet. Sie dienen zur Stabilisierung des Bohrloches, zur Reinigung der Bohrlochsohle und zur Kühlung von Rollenmeißel und Bohrkrone im Bohrloch. Es handelt sich dabei um eine brunnenbauübliche, grundwasserverträgliche Art des Bohrens. Die Bohrspülungen werden in einem in sich geschlossenen System im Kreislauf gepumpt, „recycelt“ und wiederverwendet. Sie sind so zusammengesetzt, dass es zu keiner Beeinträchtigung der Umwelt sowie der durchbohrten Gesteine kommt. Ziel der Bohrung ist es, vor allem Bohrkerne der Kalisalzgesteine, aber auch der darüber- und darunterliegenden Gesteine an die Tagesoberfläche zu fördern und zu untersuchen. Jeder Bohrkern ist ungefähr 3 Meter lang. Insgesamt werden Bohrkerne mit einer Gesamtlänge von rund 160 Metern aus der Tiefe geholt. Jede Maßnahme im Umfeld der Vorbereitung, Durchführung und abschließenden Rückbau der Bohrung werden durch das Thüringer Ingenieurunternehmen ERCOSPLAN geologisch und ingenieurtechnisch begleitet.

Diese Bohraktivitäten dauern rund vier Wochen und werden – ebenso wie die Vorbereitung des Bohrplatzes und die spätere Wiederherstellung der Ausgangszustandes – unter Berücksichtigung der strengen gesetzlichen Auflagen des Umwelt- und Naturschutzes sowie insbesondere der Regelungen zum Schutz des Grundwassers ausgeführt. Alle Aktivitäten sind durch die Behörden des Freistaates Thüringen sowie den Behörden des Landkreises Eichsfeld zugelassen und werden bei der Durchführung überwacht. Nach Abschluss der Bohrarbeiten wird das Bohrloch vollständig bis zur Oberfläche rückverfüllt, der Bohrplatz zurückgebaut und die in Anspruch genommenen Flächen in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.

Die Bestätigungsbohrung nahe Haynrode ist die erste von zwei Bestätigungsbohrungen im Ohmgebirge, um das dortige Kalisalzvorkommen auch physisch bewerten zu können. Die zweite Bestätigungsbohrung ist nahe Worbis geplant.

Das Bergwerkseigentum „Ohmgebirge“ ist eines von drei Bergwerkseigentümern, die das Unternehmen im traditionsreichen Südharz Kalireviererworben hat. Das Bergwerkseigentum „Ohmgebirge“ im Bereich der Ortslagen Kirchworbis-Haynrode-Brehme grenzt an die alten Kaligruben Bischofferode und Sollstedt. Die hier vorhandenen Kalisalze waren bereits während der 1980er Jahre als bilanzierte Reserven für eine spätere Gewinnung ausgewiesen. Das Ohmgebirge ist auch das erste Projekt, dass Südharz Kali konkret vorantreibt.
Autor: psg

Kommentare
Halssteckenbleib
12.01.2022, 19.39 Uhr
Bohrarbeiten
wammern wieder ein Loch in die Erde um sie auszubeuten.Kein Wunder daß das Klima immer schlechter wird.Welcher Mensch braucht ein Loch in der Erde um Leben zu können.Alles muss ruiniert werden ..
Salz
13.01.2022, 09.43 Uhr
Kein Mensch braucht ein Loch in der Erde...
Also manche Kommentare machen Sprachlos
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