Das Hexen Ein-mal-Eins aus dem Faust hat es bisher nicht gebraucht, um das Harzer Hexenreich voranzubringen. Bei Rothesütte feierte man gestern mit der Grundsteinlegung den nächsten Meilenstein für das touristische Großprojekt…
Vom Harzer Hexenreich ist noch nicht viel zu sehen, doch das soll sich bald ändern denn gestern wurde der Grundstein für das Großprojekt gelegt (Foto: agl)
Wenn der weltgrößte Hexenbesen einmal fertig ist, sollen man den Blick aus 70 Metern Höhe über den Harz schweifen lassen können. Der Turm ist der Magnet, der die Einheimische wie Touristen in das Drei-Länder-Eck bei Rothesütte locken soll. Drumherum soll dereinst viel geboten werden, unter anderem zwei schmucke Rutschen entlang des Besenstiels mit Lichterspiel und einer durchschnittlichen Rutschzeit von etwa 50 Sekunden sowie eine interaktive Ausstellung rund um den das Hexenreich und seine Geschichte. Die wird die Harzer Sagenwelt aufgreifen und ist der Feder der Abrafaxe Autoren entsprungen, die auch für entsprechende Illustrationen gesorgt haben.
"Wir wollen nicht einfach nur einen Turm bauen" - das Projekt findet auch beim Land Unterstützung (Foto: agl)
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Sehen kann man davon bisher freilich noch nicht viel, das Harzer Hexenreich ist im Moment geprägt von Erde, Schlamm, Beton und Stahl. Dennoch kam gestern eine erkleckliche Anzahl Schaulustiger zur feierlichen Grundsteinlegung, darunter viele Anwohner aus dem nahen Ort. Dort habe man für das ambitionierte Vorhaben immer ein offene Ohr gehabt, sagte Landrat Jendricke am späten Nachmittag. Man wolle nicht einfach nur einen Turm bauen, sondern eine Erlebniswelt schaffen, die als Anlaufpunkt für Familien über die Region hinausstrahlt. Dass es anderswo im Harz ähnliche Projekte gibt, Schade der Sache nicht, meint Jendricke, der Harz hat viele Ecken und damit auch unterschiedliche Einzugsbereiche. Touristisch hing der Süden dem Rest der Harzanrainer immer etwas hinterher, das soll der Hexenbesen ändern.
Noch dominieren Schlamm und Beton - die Schaulustigen hielt's trotzdem nicht ab (Foto: agl)
Landtagspräsidenten Birgit Pommer hatte als ehemalige Landrätin und Ministerin für Infrastruktur gleich mehrere Perspektiven auf das Vorhaben anzubieten und sieht ein Leuchtturm-Projekt im besten Sinne, dass die ländliche Entwicklung fördern soll. Als Nordhäuserin sei es natürlich außerdem schön zu sehen, dass sich in der Heimat etwas tut. Ohne Mut und Einsatz von Seiten des Landkreises sei so ein Vorhaben nicht möglich. Viele neugierige Besucher wünscht auch Staatssekretärin Dr. Katja Böhler dem Hexenbesen. Eben die Neugierde sei auch Teil der Thüringer Tourismusstrategie. Sie sei überzeugt, dass man mit Engagement viel auf den Weg bringen könne und der Turm die Anziehungskraft des Thüringer Nordens steigern werde.
Der Freistaat steht mit etwas mehr als sechs Millionen Euro Fördermitteln hinter dem Projekt und da man mit dem Unbill von Corona-Pandemie und Wirtschaftskrise auch bei den Planern des Hexenreiches nicht gerechnet hatte, musste man schließlich auch noch die Banken von der Machbarkeit der Idee überzeugen.
70 Meter hoch, 32 Meter im Durchmesser - so soll der "Hexenbesen" am Ende aussehen (Foto: agl)Die Arbeiten, die ursprünglich allein von der Service-Gesellschaft des Kreises durchgeführt werden sollten, hat man an eine Tochterfirma ausgelagert, die nun über Mittel von etwas über 10 Millionen Euro verfügt, um die Sache gut zu Ende zu bringen.
In der Zeitkapsel hat man der Nachwelt einige Hinweise zum Turmbau zu Rothessütte hinterlassen, neben dem üblichen Inhalten und amtlicher Dokumentation wurde auch ein Entwurf der illustrierten Geschichte Aelfi und das Geheimnis des großen Besens sowie eine Flasche Hexenkorn versenkt.
Etwa in einem Jahr, so denn alles gut geht, will man Eröffnung feiern und dann soll der weltgrößte Hexenbesen mindestens 100 Jahre stehen und den Südharz überblicken. Angelo Glashagel
Prinzipiell finde ich den Gedanken gut, unsere strukturschwache Region mit touristischen Leuchtturmprojekten" aufzuwerten. Auch die Idee einen Hexenbesen als zentrales Element zu nutzen ist nett.
Bedauerlich finde ich aber die Umsetzung. Es ist so ein wenig wie im Theater. Man braucht viel Phantasie oder Toleranz für das, was man sich vorstellen so, aber tatsächlich nicht da ist. Will sagen, die Proportionen sind schon sehr enttäuschend. Und so manches Kind wird davor stehen und fragen, wo den nun der Hexenbesen ist.
Im Ausland ist man da oft konsequenter. Da heißt es: Nicht kleckern, sondern klotzen - oder einfach: Ganz oder gar nicht. Es mag zahlreiche Gründe geben, warum man den Stil derart verstümmelt hat. Ein wohl proportionierter Besen hätte aber sicher einen weitaus größeren touristischen Effekt, als diese architektonische "Unterlassungshandlung".
Nun ist es an den Initiatoren, das Ding landauf, landab schön zu reden und Touristen anzulocken.
Die Hexen sind breit im Harz lebendig. Nicht nur zu Walpurgis sondern auch auf Stegen, Kulinarisch sonstig, an vielen Orten. Ein Hexenbesen ist eine Idee für einen Aussichtsturm, ob das verfängt, bleibt fraglich, weltweit der Größte, eine Plattitüde. Wie dichtete Heiland Goethe: Die Hexen zu dem Brocken ziehn, Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün. Viel Erfolg und Glück damit.
Eine gutes Projekt finde ich. Nicht nur für auswärtige Besucher, auch für die Naherholung und Freizeit im Umland sicher eine gute Idee, die überfällig war Jetzt noch andere touristische Potenziale heben, z.B die Kelle, dann könnte es auch touristisch im Kreis vorwärtsgehen.
warum man diesen Hexenbesen Turm an einen Hang stellt.
Ein Turm gehört auf einen Berg mit Rundumsicht.
Da gibt man viele FörderEuros aus, um dann gen Osten gegen einen Berghang zu schauen und keine Fernsicht zu haben.
Waren da Schildbürger am Werk?
Die Bismarcktürme waren eine gute Idee. Leider verfallen sie an vielen Orten, an wenigen werden sie gepflegt. Der Bismarckturm in Auleben ist wenigstens begehbar, hat aber nur in eine Richtung Ausblick.
@Flitzpiepe
Der Standort könnte wirklich bessergewählt sein. Sophienhof würde besser passen.
redet und brüstet man schon mit dem "weltgrößten Hexenbesen". Richtig passiert war bisher nichts, bis darauf, dass ausgesuchte Personen sich mal wieder gefeiert haben.
Interessant ist auch, dass für die Realisierung natürlich eine extra Firma gegründet wurde. Dabei frage ich mich, ob es bei dem Wertumfang von 10 Mio. EURO nicht eine europaweite Ausschreibung geben musste???
In deren Ergebnis hätte sich evtl. eine Firma gefunden, die nicht erst gegründet werden musste und alle Arbeiten für vielleicht weniger Kosten erledigt hätte.
Oder sollten die Finanzen doch besser unter sich verteilt werden?