Gegen Agrardieselkürzung & Streichung des grünen Kennzeichens
Schlepper-Korso heute Nachmittag durch Nordhausen
Die Proteste der Landwirte gehen nach dem Aktionstag am Montag heute weiter. Susann Goldhammer, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordhausen, erläutert für die nnz die Beweggründe und Ziele der Bauernproteste und gibt die Route für den heutigen Schlepper-Korso durch Nordhausen bekannt …
Protestaktion am Montag startete schon in der Nacht (Foto: s.Dietzel)
Für heute Nachmittag ist eine angemeldete Demo der Nordhäuser Landwirte von 16 - 20 Uhr geplant. Es wird einen Schlepper-Korso mit folgender Route geben:
Sammelort Scheunenhof –Uthleber-Straße – Helmestraße (B4) – Barbarossastraße – Hallesche Straße – Taschenberg – Stolberger Str. – Robert Koch Str. Beethovenring – Parkallee – Grimmelallee - Freiherr v. Stein –Str. – Kasseler Landstr. – L3080- Autobahnrasthof Werther A38 –
Die Landwirte fahren nach STVO und halten Rettungsgassen frei! Wir demonstrieren friedlich und stehen in Abstimmung mit Behörden und der Polizei.
Wir bedanken uns für Ihr Verständnis, sagte Susann Goldhammer, die Chefin des Nordhäuser Kreisbauernverbands.
WARUM demonstriert wird:
Für den Bundeshaushalt 2024 hat die Bundesregierung beschlossen, die Agrardieselrückerstattung und die Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge zu streichen.
Die Rückerstattung der Agrardieselsteuer ist nur indirekt eine Beihilfe, da der Staat nur auf einen Teil seiner Steuern auf Diesel verzichtet. Um diese Vergünstigung zu erhalten, müssen die Landwirte den Dieselverbrauch nachweisen und erhalten dann einen Teil der gezahlten Steuern zurück.
In anderen EU-Ländern wird hier in den meisten Fällen gar keine Abgabe erhoben. Da aber alle Landwirte auf dem gleichen Markt konkurrieren, ist dies ein massiver Wettbewerbsnachteil für die deutsche Landwirtschaft.
Warum die Kfz-Steuerbefreiung? Landmaschinen sind die meiste Zeit auf dem Feld oder Hof und weniger auf der Straße unterwegs und belasten daher das Straßennetz weniger. Landmaschinen sind Arbeitsmittel und keine Branche bezahlt auf Arbeitsmittel Steuern.
Für uns Landwirte heißt das: Der Diesel wird teurer, die Wartung unserer Maschinen wird teurer und wir haben keine Alternative, betont Susann Goldhammer.
Als Folgen dieser Politik darf Bundesregierung macht sie folgendes aus:
- Verlust der Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmark
- Unsichere Versorgung mit Lebensmitteln und Abhängigkeit von Importen
- Noch mehr Betriebe und Höfe müssen schließen
- Lebensmittel werden für alle teurer und /oder müssen importiert werden
Wir wollen gesellschaftlichen Wohlstand und Entwicklung absichern, d.h. landwirtschaftliche Leistungen erbringen, agrarische Rohstoffe und Lebensmittel unter Wahrung sozialer und ökologischer Standards bereitstellen. Und wir wollen an der Entwicklung des gesellschaftlichen Wohlstandes teilhaben, d.h. ein Auskommen aus der Arbeit erzielen, unsere Betriebe und bäuerlichen Existenzen verstetigen sowie für eine Fortführung und Nachfolge attraktiv halten, bekräftigen die Bauernvertreter. Dabei solle gleichzeitig die Umwelt bewahrt und die Natur geschützt werden, mit so wenig wie möglich und so viel wie unbedingt nötigem Eingriff in die Natur. Klima, Artenvielfalt und die Gemeingüter Wasser, Luft, Boden und Leben sollen geschont werden.
Wir bekommen eine GAP-Reform, die von den Betrieben schwer umzusetzen ist. Damit ist eine Komplexität erreicht, die weder von der Landwirtschaft noch von der Agrarverwaltung durchdrungen wird, erläutert Frau Goldhammer. Die eingeführte hundertprozentige Überwachung per Satellit ist fehlerhaft, führt zu zusätzlicher Bürokratie, zusätzlichen Nachweispflichten, zusätzlichen Zeitaufwand. UND dafür gibt es auch noch weniger Geld. Auf der einen Seite steht gesellschaftliches Wollen nach höheren Standards, auf der anderen Seite steht kein Geld. Dafür gibt es Vorschriften zu Emissionsschutz, Brandschutz und Baurecht, die eine Umsetzung der höheren Standards unmöglich machen.
In Vorbereitung der heutigen Aktion schließt die Geschäftsführerin: Wir wollen unsere Arbeit nach guter fachlicher Praxis und erforderliche Transformationen begleiten ohne Gängelei und immer weiteren Kürzungen. Wir haben aber immer mehr Zielkonflikte:
- Tierhaltung gegen Umweltschutz – Ställe öffnen aber stinken darf der Mist nicht
- Pflanzenschutz gegen Grenzwerte und Dieseleinsatz – keinen Pflanzenschutz mehr einsetzen, dafür mehr mechanische Unkrautbekämpfung, aber Dieselförderung gibt es nicht und Verunreinigungen im Getreide werden auch nicht akzeptiert
- Wir wollen mehr erneuerbare Energien – aber Biogasanlagen sind nicht gewollt
Autor: red
Kommentare
Piet
11.01.2024, 12:40 Uhr
Meine
volle Unterstützung!!!
P.Burkhardt
11.01.2024, 13:19 Uhr
Hmmm...
...ist das wirklich so, oder nur die Wahrnehmung von Frau Goldhammer ?
- Verlust der Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt
Also, durchschnittlich werden 7,5 Tonnen Weizen pro Hektar (statista) geerntet. Laut agrowissen braucht ein Hektar etwa 5 Stunden Trecker-Einsatz pro Jahr. Laut Kommentator Andi Macht verbraucht ein Schlepper 50 Liter Diesel pro Stunde (was mir sehr viel vorkommt - andere sprechen von 25 Liter). Macht also für den Hektar 250 Liter pro Jahr. Pro Liter sollen 21,5 ct. Subventionen gestrichen werden....also 52,50 EUR pro Jahr pro Hektar. Die Tonne Weizen kostet wegen des Subventionswegfalls also 7 EUR mehr. Die Tonne A-Weizen wurde in der 51KW 2023 mit 221,55 EUR gehandelt. Einem Umsatz von 221,55 EUR steht also eine Kostensteigerung von 7 EUR (etwa 3 Prozent) gegenüber. Die Preisschwankungen am Weizenterminmarkt sind da schon größer.
-unsichere Versorgung mit Lebensmitteln und Abhängigkeit von Importen
Deutschland exportiert in 2022 6,1 Mio. Tonnen Weizen (statista). Ich sehe da keine Abhängigkeit von Importen oder gar eine unsichere Versorgungslage.
-noch mehr Betriebe und Höfe müssen schließen
Ja, aber eher selten aus wirtschaftlicher Not, sondern wegen Verkauf, oder mangels Nachfolge.
-Lebensmittel werden teurer oder müssen importiert werden.
Lebensmittel sind bereits ohne den Wegfall der Dieselsubventionen deutlich teurer geworden. Die Ursachen lagen in einer Verdopplung der Energiepreise. Ich glaube nicht, dass der im worstcase durch den wegfall des steuergeschenkes um 3 Prozent steigende weizenpreis da nennenswert etwas ausmacht. Und wenn kostet deswegen ein Brot etwa 10ct. mehr.
-Zielkonflikte haben wir alle:
Tierhaltung vs. Umweltschutz. Bessere Tierhaltung ist teurer, aber qualitativ besseres Fleisch wird auch besser bezahlt.
Pflanzenschutz vs. Grenzwerte. Kann ich schwer einschätzen... aber in der Darstellung fehlt mir der Wegfall der Kosten für Insektizide und Pestizide. Biozeugs ist teurer in der Herstellung, wird aber auch teurer verkauft. Ich denke die Margen sind da erquicklich.
Biogasanlagen sind nicht gewollt. Biogasanlagen werden mit bis zu 200.000 EUR pro Unternehmen (BMEL) gefördert.... ich denke daher, dass sie schon gewollt sind.
Ich wünsche allzeit "gute Fahrt"
Ich weiß welche Straßen ich zu meiden habe und im Zweifel warte gern ein paar Minuten!
Leser X
11.01.2024, 13:51 Uhr
P.Burkhardt
Also bitte! Nun verwirren Sie - um es mit Loriot zu sagen - die Leserschaft aber nicht mit Fakten.
Komiron
11.01.2024, 13:51 Uhr
Jammern auf höchstem Niveau
Da kloppt die Vorsitzende vom Kreisbauernverband aber ganz schön auf den Busch.
"Keiner zahlt Steuern auf seine Arbeitsmittel",
So einen Käse bekommt man selten zu hören Frau Goldhammer.
Ich möchte Ihnen versichern, daß ich, wie jeder andere Handwerksmeister auch, für meine Fahrzeuge die Kfz-Steuer selbst bezahlen muß.
Mein Verständnis für Ihre Jammernden auf Luxusschleppern beträgt auf den Punkt genau Null Komma Null.
Und noch ein kleiner Hinweis, vielleicht sollten Sie darauf achten, daß Ihre Mitglieder den Protest richtig Plakatieren, denn "die Ampel muss weg", zeigt mir und vielen NordhäuserInnen, wer das Ruder bei den sogenannten Bauernprotesten vom ersten Augenblick an in der Hand hatte und das war ganz bestimmt nicht der Kreisbauernverband.
Denken Sie mal darüber nach Frau Goldhammer und verbleibe freundlich mit Nordhausenzusammen.
grobschmied56
11.01.2024, 14:09 Uhr
Wenn Landwirt so ein Traumjob ist, liebes Burkhardt ...
... und wenn Sie so gut Gewinne kalkulieren können, was hält Sie eigentlich noch ab, in die Agrar-Branche zu wechseln? Nur zu, nach eigenen Worten, können Sie sich dort dumm und dämlich verdienen!
Eine passende Hacienda zu finden, dürfte kein Problem darstellen. Laut Land&Forst.de geben in Deutschland pro Tag im Durchschnitt 10 Betriebe auf. (warum eigentlich? Wegen plötzlichem Reichtum?)
Also - nur Mut! Werden Sie Großagrarier und auf die Schnelle stinkreich.
Ich drücke Ihnen sogar die Daumen.
Vielleicht hat aber auch Burkhardt irgend eine Klitzekleinigkeit übersehen.
Falls es mit dem Reichtum nicht klappt - Bürgergeld geht immer.
Lautaro
11.01.2024, 16:22 Uhr
Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Civey....
gaben eine klare Mehrheit der Deutschen (etwa zwei Drittel) an ...Verständnis für die aktuellen Proteste zu haben.
Dabei gibt es ein deutliches Stadt/Land Gefälle. Während in Großstädten nur wenige Menschen für diese hart arbeitenden Mitbürger Verständnis haben, gibt es auf dem Land und in Kleinstädten deutlich mehr Zuspruch.
Übrigens(Zitat)....Sehr viele Anhängerinnen und Anhänger der AfD, der Union und der FDP haben Verständnis für die Aktionen der Landwirte, bei SPD, Grünen und Linken ist dieser Anteil wesentlich geringer.
Franz Haarkamm
11.01.2024, 17:29 Uhr
Höfesterben @grobschmied
Wie fast immer sieht der Grobschmied nur die halbe Wahrheit. Die Höfe die dicht machen, sind kaum die Großbetriebe in unserer Gegend. (Da kann man ja auch eher von Agrarindustrie, als von Landwirtschaft spechen.) Ich denke fast, die würden auch ohne Subventionen klarkommen. Das Problem haben eher Höfe in anderen Regionen, die einer Zwangskollektivierung entgangen sind. (Und deren Problem sind vielleicht sogar die Großbetriebe, die natürlich günstiger produzieren können.) In anderen Gegenden hat einer nach dem anderen aufgegeben, die verbleibenden haben sich vergrößert, sind aber irgendwann an ihre Genzen gekommen. Und Bauern mit einst schönen Höfen, die seit Generationen von ihrer Familie bewirtschaftet wurden, und von denen sie - als sie sie übernahmen - gut leben konnten, machen plötzlich das Scheunentor zu, weil sie in die Insolvenz oder an den Bettelstab geraten. Vor ca. 30 Jahren sagte mir einmal ein alter Bauer aus Baden-Württemberg: "Mein Vater hat immer zu mir gesagt, für einen Doppelzentner Weizen kannst Du Dir ein paar Arbeitsschuhe kaufen. Das war immer so. Und jetzt geht das plötzlich nicht mehr." Das deckt sich mit den Aussagen betroffener Landwirte aus anderen Gegenden, die in den letzten Tagen zu hören waren: Wir wollen eigentlich nur, daß unsere Arbeit wertgeschätzt wird und wir ordentliche Preise für unsere Produkte bekommen.
P.Burkhardt
11.01.2024, 17:44 Uhr
ich suche 2 Dinge in Ihrem Post, Grobschmied...
1. den Bezug zum Artikel
2. irgendein Argument, mit dem Sie meine Darstellung widerlegen könnten
Stattdessen versuchen Sie mich zu diskreditieren - das passt zu Ihren restlichen Beiträgen (inhaltsleer aber laut). Was meine Berufung anbelangt, lasse ich Sie gerne im Dunklen. Sie dürften aber bemerkt haben, dass es bei mir um Recherche, Fakten und wirtschaftliche Zusammenhänge geht - und weniger um die gefühlten oder eingeredeten Wahrheiten.
Im Übrigen glaube ich nicht, dass irgendein Handwerker oder Landwirt diesen Job ergreift um damit reich zu werden....da gibt es andere und einfachere Wege. Es hilft aber auf jeden Fall in jedem Metier, ein wenig die Zusammenhänge zu verstehen. Nun haben die wenigsten Handwerker, Landwirte oder auch Ärzte, Apotheker und Gastwirte - und andere mehr... wenig bis gar keine Zeit sich mit solchen Dingen auseinander zu setzen, oder es fehlt schlicht das Interesse oder die Einsicht in die Notwendigkeit - ich erlebe das im Bekanntenkreis gerade. Ich denke, dass viele der Protestierenden diesen Subventionswegfall in seiner Wirkung auf ihren Betrieb einfach überschätzen. Natürlich fehlt am Jahresende das Steuergeschenk in der Kasse - keine Frage. Aber es ist nicht so gewaltig, dass man es nicht kompensieren könnte - ich rate daher den Betroffenen beim Steuerberater, der Bank oder (wenn's nicht anders geht) bei einem Unternehmensberater nachzufragen, wie die Finanzierung und die Liquidität (ich habe so rausgehört, dass das wohl ein Problem sei) auf sichere Füße gestellt werden kann.
Junge21
11.01.2024, 17:53 Uhr
Weiter so
Ich hoffe, die Proteste gehen weiter! Denn nicht nur die Bauern, sondern ein großer Teil der steuerzahlenden Bevölkerung hat hier gestrichen die Schnauze voll! Ach und nebenbei.. Burkhardt und Co.. mietet euch doch einen Balkon und redet zum Volke. Diese mantra- artigen Auslassungen mit Belehrungsfaktor a la " es ist doch alles schön hier, ihr seid nur nicht in der Lage, das zu begreifen " schreibt bitte in euer Heul- Tagebuch. Ich sag nur: Bauern, weiter so!
Leser X
11.01.2024, 18:26 Uhr
Vereinnahmung
Ich bin weiß Gott kein Fan dieser Regierung. Aber das hindert mich nicht an der Erkenntnis, dass diese Vereinnahmung der Bauernschaft durch eine vermeintliche Alternative kreuzgefährlich ist. Die AfD-Bonzen interessieren sich nicht wirklich für die Landwirte, sondern wollen mit ihnen nur ihr gäriges Süppchen kochen.
Fritze 2024
11.01.2024, 19:02 Uhr
Es geht ja nicht nur um die Bauern.Es betrifft uns alle
Was mit den Steuermitteln so alles gemacht wird .
....mal paar Beispiele....
Der Bundeshaushalt muss durch alle deutschen Bürger durch Einsparungen ausgeglichen werden.Ich frage mich warum wenn ich sowas lese ?
Heute gelesen :"............ 61,85 Milliarden Euro für Entwicklungshilfe in 109 Ländern ........ 48,2 Milliarden Euro für Migranten, .........., wir müssten alle sparen...... um jeden Preis müssen 0,9 Milliarden bei den Bauern gekürzt werden."
Bei den Migranten sind viele,die überhaupt kein Bleiberecht haben und eigentlich abgeschoben werden müssen.
".......Regierung will neue VIP-Hubschrauber.
Obwohl sie jetzt schon Luxus-Helikopter hat.
Sage und schreibe 200 Millionen Euro will sich die Ampel den neuen Luxus kosten lassen ......"
Was ist los in diesem Land.Es ist was faul "im Staate "
HisMastersVoise
11.01.2024, 19:49 Uhr
Auf den Prüfstand !
Vielleicht sind diese Proteste ein gutes Mittel, um einmal alle Bedingungen um die Lebensmittelproduzenten auf den Prüfstand zu stellen. Warum gehören die Besitzer von Aldi und Lidl zu den reichsten Menschen der Erde, während viele Bauern recht arm dran sind. Hier geht es um eine gerechte Verteilung der Erlöse aus der Landwirtschaft. Und es geht um immer mehr Bürokratie, welche im vorauseilenden Gehohrsam für eventuelle Planungen das bäuerliche Leben sinnlos erschwert. Auch geht es um die Frage, warum viele Großbetriebe inzwischen die kleineren Bauernhöfe in den Ruin treiben, um sich die Flächen zu sichern. Diese Diskussion ist sehr viel vielschichtiger, als ein paar Liter LPG-Diesel vermuten lassen. Hier geht es um konkurrenzfähige und nachhaltige Landwirtschaft unter fairen Bedingungen ohne Knebelverträge. Dafür ist der Protest absolut legitim. Denn an Ende sind auch wir Verbraucher das Zünglein an der Waage.
P.Burkhardt
11.01.2024, 19:49 Uhr
cool... da bin ich weiter oben...
...wohl wieder gecancelt worden - auf mein Mail hat die nnz nicht reagiert.
deswegen versuche ich es hier nochmal:
Lieber Grobschmied, ich vermisse in Ihrem Kommentar 2 Dinge:
1. den Bezug zum Artikel
2. irgendein Argument, mit dem Sie meine Darstellung widerlegen könnten
Stattdessen versuchen Sie mich zu diskreditieren - das passt zu Ihren restlichen Beiträgen (inhaltsleer aber laut). Was meine Berufung anbelangt, lasse ich Sie gerne im Dunklen. Sie dürften aber bemerkt haben, dass es bei mir um Recherche, Fakten und wirtschaftliche Zusammenhänge geht - und weniger um die gefühlten oder eingeredeten Wahrheiten.
Im Übrigen glaube ich nicht, dass irgendein Handwerker oder Landwirt diesen Job ergreift um damit reich zu werden....da gibt es andere und einfachere Wege. Es hilft aber auf jeden Fall in jedem Metier, ein wenig die Zusammenhänge zu verstehen. Nun haben die wenigsten Handwerker, Landwirte oder auch Ärzte, Apotheker und Gastwirte - und andere mehr... wenig bis gar keine Zeit sich mit solchen Dingen auseinander zu setzen, oder es fehlt schlicht das Interesse oder die Einsicht in die Notwendigkeit - ich erlebe das im Bekanntenkreis gerade. Ich denke, dass viele der Protestierenden diesen Subventionswegfall in seiner Wirkung auf ihren Betrieb einfach überschätzen. Natürlich fehlt am Jahresende das Steuergeschenk in der Kasse - keine Frage. Aber es ist nicht so gewaltig, dass man es nicht kompensieren könnte - ich rate daher den Betroffenen beim Steuerberater, der Bank oder (wenn's nicht anders geht) bei einem Unternehmensberater nachzufragen, wie die Finanzierung und die Liquidität (ich habe so rausgehört, dass das wohl ein Problem sei) auf sichere Füße gestellt werden kann.
Anmerkung techn. Support:
Wir sind heute, gestern und morgen damit beschäftigt mit dem Server umzuziehen. Wir hatten gewissen Probleme und Verzögerungen angekündigt.
https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=339030
Nordhäuser
11.01.2024, 19:53 Uhr
Fehlende Argumente
Ich ziehe den Hut vor den Bauern und unterstütze sie gern. Jeder kann und sollte in Deutschland seine Meinung sagen und für seine Rechte Notfalls auf die Straße gehen oder fahren. Leider sind viele Menschen immer noch der Meinung das Lebensmittel im Supermarkt wachsen. Wenn es dann zu spät ist werden auch Sie wach.
Aber warum wird jeder Mensch gleich in die rechte Ecke geschoben, sobald er öffentlich seine Meinung sagt? Fehlen euch die Argumente? Könnt ihr euch nicht vorstellen einen normalen Diskurs zu führen? Es ist nicht jeder gleich ein AFD Mitglied oder Nazi, nur weil er nicht gleich ins gleiche Horn bläst wie die Regierung.
Auf jeden Fall , haben die Bauern meinen allergrößten Respek.
Lautaro
11.01.2024, 20:13 Uhr
Ist denn die Zustimmung von AfD-Wählern zu den gegenwärtigen
Protesten automatisch gleichbedeutend mit den schlimmsten Zeiten , welche Deutschland jemals erlebt hat ?
Diese Truppe hat für unser unteres Einkommensdrittel genauso wenig übrig, wie die sogenannten Altparteien. ABER sie sagen NEIN....zu den schlimmsten Auswüchsen zum Thema Migration, Corona, Klima usw.....
Während sogar meine Linken....Zitat(Tagesschau)....Die Linke ist weiter nach links gerückt, versteht sich nicht mehr nur als Partei der sozialen Gerechtigkeit, sondern betont auch die Rechte queerer Menschen, den Klimaschutz und offene Grenzen für Geflüchtete........
Mich nicht mehr vertreten !
P.Burkhardt
11.01.2024, 21:17 Uhr
in dem Zusammenhang fällt mir ein:
wäre es für die Landwirte vielleicht besser gewesen, nicht mit Protesten auf diese (für alle Beteiligten) eher übersichtliche Subvention zu verzichten ?
Was jetzt passiert ist doch im Grunde viel schlimmer: Jetzt wollen alle wissen, was denn noch so für Subventionen fließen (nicht nur an die Landwirte.). Damit wird einer breiten Öffentlichkeit bekannt, wie sehr der Staat (und Europa) die Landwirtschaft in Deutschland fördert ... und die Proteste stehen plötzlich in einem ganz anderen Licht. Ganz abgesehen davon, dass die Proteste nicht die Verantwortlichen treffen.
Die nnz hat reagiert - alles gut, ich wurde nicht gecancelt - wie vor ein paar Tagen. Tut mir leid, wenn ich über reagiert habe. Viel Erfolg beim Umzug :-)
Muggefug
11.01.2024, 21:42 Uhr
Selbstdarsteller
Diese Regierung ist abgehoben und Realitätsfremd und lebt in ihrer Berliner Blase.
Die Landwirte haben das Recht ihren Unmut kund zu tun.
Was hier einige Schreiberlinge so von sich geben ist unmöglich.Ich denke die haben noch nie eine Schaufel in der Hand gehabt.
Indem man hier Pamphlete verfasst ändert man nichts.
Immer mehr schließen sich dem Protest der Landwirtschaft an und das ist gut so.
Ummenichter
11.01.2024, 22:01 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Keine Wahlaufrufe für eine bestimmte Partei oder Person.
Paulinchen
12.01.2024, 13:30 Uhr
Der Landwirtschaftsminister..
... Özdemir hat doch gestern bei Illner gesagt: " Die Sanktionen gegen die Bauern, war nicht bis zum Ende durchdacht....".
Also ist es doch in der Tat so, dass die Regierenden von dem, was sie tun, null Ahnung haben. Sie sind nicht in der Lage, Zusammenhänge zu erkennen und deren Folgen abzuschätzen.
Im Prinzip ist es so, dass unsere Kinder keine Bildung mehr brauchen, denn für ein Amt in der Politik ist für jeden zu finden....
Motte83
12.01.2024, 16:19 Uhr
Wirtschaftsdaten der Agrarbetriebe
Also hier im Landkreis gibt es fast nur große Agrarbetriebe, alle mit durchschnittlich 20 Beschäftigten.
Die Wirtschaftsdaten (Jahresabschlüsse) der Firmen sind alle beim Bundesanzeiger veröffentlicht. Dort kann sich jeder selbst ein Bild machen. Vielleicht kann ja die nnz-Redaktion tatsächlich auch einige der Jahresabschlüsse mal zum Gegenstand einer Reportage machen.
Ein kleiner Vorgeschmack: Die Eigenkapitalquoten sind top, keine Überschuldungssituationen, die Umsatzrenditen - soweit erkennbar - hervorragend. Wären das keine privat geführten GmbH's, würde ich tatsächlich Aktien der Agrarbetriebe empfehlen.
Mitternacht
12.01.2024, 17:31 Uhr
Wenn die vollmundigen, sehr lauten Bauerprotest-Unterstützer es ernst meinen würden
mit ihrer Unterstützung für die Bauern, würden sie fordern "höhere Preise für Milch, Butter, Quark, Fleisch und Brot, damit die Bauern nicht auf staatliche Subventionen angewiesen sind!"
Stattdessen fordern sie "Weg mit der Ampel!", weil das eher in ihr eigenes Kalkül passt als in ihr Portemonnaie.
P.Burkhardt
12.01.2024, 21:40 Uhr
ich denke,
zu dem Thema ist alles gesagt: Es gibt Argumente und es gibt Meinungen. Wir werden sehen welches Ergebnis die Proteste haben. Ich habe heute eine Analyse zur Lage der Landwirtschaft in Deutschland vom Chefvolkswirt einer Landesbank gelesen... Ich war mit meiner Recherche nicht ganz punktgenau, aber das Ergebnis war das Gleiche.
Bin gespannt, was da jetzt von der Regierung kommt...
grobschmied56
14.01.2024, 02:48 Uhr
Von der Regierung, liebes Burkhardt ...
... wird das Übliche kommen:
Gequirlte Grütze, Schuldzuweisungen gegen die Opposition sowie Verdächtigungen gegen alle kritischen Stimmen, die man allesamt in die RRÄÄCHTE Ecke stellt, wegen Umstürzlertum, Extremer Gesinnung und 'Fremdenhaß'
Als 'Fremdenhaß' b.z.w 'Rassismus' gilt inzwischen schon der Gebrauch des Begriffes 'Clankriminalität' - die links-grüne Blase überschlägt sich mittlerweile vor lauter Giften und Geifern gegen die MEHRHEIT der Gesellschaft.
Die Grünen machen sich die Hosen voll, weil eine zunehmende Zahl ganz normaler Bürger nicht gewillt ist, ihren Befehlen zur 'Transformation' der gesamten Gesellschaft zu folgen!
Klopf, Klopf, Klopf!
Man muß inzwischen schon ziemlich heftig anklopfen, an die verbohrten grünen Köpfe, die uns eine vegane, dekarbonisierte, geschlechterneutral gendernde, klimaneutrale Gesellschaft aufdiktieren wollen.
Genau das tun unsere Landwirte. Die sind keine Umstürzler, Nazis und Geheimbündler, wie es die durchgeknallten und linksdrehenden, von der Regierung gelöhnten Auftragsschreiberlinge des ÖRR und einiger 'Medien' uns verkaufen wollen.
Das sind ganz normale deutsche Bürger, Arbeiter, Handwerker, Spediteure und Kleinunternehmer. Das ist die Mitte der Gesellschaft, die den Wohlstand erwirtschaftet und mit zuverlässiger Arbeit für das Funktionieren des Landes sorgt.
Nur haben inzwischen sehr viele Menschen die Nase gestrichen voll von dieser bescheuerten grünen Politik, die uns unkontrollierte Masseneinwanderung von Analphabeten als 'Humanität' verkauft, permanente Steuererhöhungen als 'Klimaschutz' und links-grünes identitäres Herumgeblödel als 'gesellschaftlichen Fortschritt'.
Ich hätte nie gedacht, daß ich 33 Jahre nach dem Untergang des Stalinismus in Deutschland noch mal so einen Kommentar schreiben muß.
Leider ist es so.
Fritze 2024
14.01.2024, 10:01 Uhr
schöne Zusammenfassung grobschmied56.Gefällt mir !
Vielleicht noch ein kl. Satz. Sowas kommt heraus wenn inkompetente Studienabbrecher die Geschicke der Gesellschaft bestimmen.
Das Ergebnis kennen wir leider alle.
P.Burkhardt
14.01.2024, 10:33 Uhr
Wieder, Grobschmied ...
...ganz viel Meinung und kein Argument in Ihrem Post.
Sie reden von Mehrheiten, von linksgrünen Idioten, von Clankriminalität und Masseneinwanderung... aber kein Einziges Wort über die Situation der Landwirtschaft und die Folgen einer Subventionskürzung.
Könnte es sein, dass Sie hier nur gegen alles trommeln und alles und jedes für Ihre bekannten Ziele instrumentalisieren ? ...bekommen Sie da Geld dafür ? Egal um welches Thema es gerade geht - Inhalte spielen ja nicht so die Rolle, gelle ?
diskobolos
14.01.2024, 11:01 Uhr
Von mir aus können sie fahren
Die Behauptung, dass man gleich in die rechte Ecke gestellt wird, wenn man die Regierung kritisiert, wird durch ständige Wiederholung nicht wahrer, Grobschmied. Was heißt überhaupt rechts? Nach Ihrer Meinung gibt es ja die Rechten in D gar nicht, genauso wie den menschengemachten Klimawandel. Doch beides ist ganz real. Unter den Führern der AFD gibt es durchaus Bewunderer von A. H. Und die wittern jetzt natürlich Morgenluft.
Ebenso gibt es hier (manchmal verklausulierte) Aufrufe zum Stürzen der Regierung. Ich frage mich da schon, was diese Leute unter Demokratie verstehen. Wollen sie die USA (6.1.22) nachahmen oder die Straßenschlachten von vor 100 Jahren? In demokratischen Staaten entscheiden Wahlen über die Regierungen, was denn sonst?
Kobold2
14.01.2024, 11:31 Uhr
Ja ein ein schöne
Zusammenfassung von leeren Stammtischphrasen.
Letzten Winter sollten wir nach den Grobschmieden dieser Welt im Dunkeln frieren, dann war man sich sicher das die Eigenheimbesitzer Zwangsenteignet werden, und die Prognose für den Strompreisentwicklung haben wir als Bonus noch dazu bekommen.
Ein kleiner Teil meint laut für alle zu sprechen, so wie er meint, das ein kleiner Teil, der negativ auffällt, wären auch alle.
Was immer noch fehlt, ist die Bekundung, das man bereit ist für die Arbeit der Bauern auch entsprechend zu zahlen. Aber das sollen ja ,wie immer gefälligst die anderen übernehmen, damit man ja nicht selbst was ändern muss, denn das wäre ja Diktatur...
Oder fehlender Wille zum Erkenntnisgewinn.
Paulinchen
14.01.2024, 12:36 Uhr
An alle, welche um den...
... Klimawandel glauben, empfehle ich einen Artikel im FOCUS, von Hans-Werner Sinn zu lesen.
Hier ein kurzer Abriss:
Der Dolchstoss für die dtsch Wirtschaft, war der Beschluss, des Verbotes der Verbrenner Motoren.
Auch die hochgelobten E Autos haben einen Auspuff! Diese stehen allerdings auf dem Gelände der Kohlekraftwerke.
Das Öl und Gas, welches Deutschland mit der Brechstange nicht mehr verwenden will, freut den Rest der Welt. Für die ist plötzlich ein höheres Angebot zu günstigen Preisen vorhanden.
Somit bringt der dtsch. Klimawahn der Welt, überhaupt keinen Nutzen. Selbst die Chinesen haben seit dem Bau des 1.E Autos, keine bessere Luft erzielen können.
Nun möge jemand noch einmal exakt nur über den Abriss nachdenken, ob der Herr Sinn uns klar macht, dass wir in Deutschland leider auf dem falschen Weg unterwegs sind. Aus meiner Sicht, trifft er den Nagel auf den Kopf.
diskobolos
14.01.2024, 18:19 Uhr
An den Klimawandel glauben oder nicht
ist nicht die Frage, Paulinchen. Glauben ist nötig für eine Religion. Den Klimawandel kann man objektiv MESSEN, z. B. die Temperatur der Ozeane oder das Abschmelzen der Gletscher.
Wer konkrete Maßnahmen zur Dekarbonisierung kritisiert sollte alternative Vorschläge machen. Was nicht geht, ist ein So-Weiter der Menschheit.
grobschmied56
14.01.2024, 19:31 Uhr
Da hätte ich einen Vorschlag, Diskobolos ...
... statt Milliarden für die Subvention von E-Autos den Wohlhabenden und Reichen in den Allerwertesten zu schieben (die Rede ist von eben mal knapp 10 Mrd.) hätte man das Geld besser für Präventivmaßnahmen ausgeben sollen. Erneuerung und Verstärkung von Deichen, Sperrwerken und Rückhaltebecken z.B.
Der grundlegende Irrtum der deutschen 'Klimaschützer' besteht darin, mit Mrd. von Steuergeldern in D. irgend etwas Wirksames gegen den Klimawandel tun zu können.
Das ist jedoch pure Augenwischerei.
Allein Indien hat beschlossen und verkündet, in den nächsten Jahrzehnten seine Kohleförderung in etwa verdoppeln zu wollen. Schon dadurch werden alle 'Klimaschutzmaßnahmen' in D. wirkungslos verpuffen!
Die Volksrepublik China verhält sich ähnlich. Unser Tun und Lassen spielt unter solchen Voraussetzungen überhaupt keine Rolle mehr. Es ist völlig illusorisch zu glauben, die Erde könne in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren 'dekarbonisiert' und 'klimaneutral' werden.
Die Völker in Asien werden ihre Wirtschaftsprogramme auf alle Fälle durchziehen. Was wir kleinen deutschen Pinscher hier in unserem Mini-Ländle treiben, ist denen völlig Bockwurst.
Wir können noch so viel Geld für Radwege und Lastenräder-Förderung verschwenden und die Menschen mit Apellen zur Mülltrennung und veganen Lebensweise belästigen - das wird überhaupt nichts bewirken.
Die Landwirte werden seit Jahren mit immer mehr Vorschriften, Gesetzen und überbordender Bürokratie gestriezt und genervt. Die Streichung der Steuervergünstigung für Agrardiesel war nur der letzte Tropfen, der das Faß des Unmuts zum Überlaufen gebracht hat.
Die Bauern sehen einfach nicht ein, daß eine Bundesregierung, welche großzügig Geldgeschenke mit vollen Händen an alle Welt austeilt ihre Weihnachtsmann-Masche ausgerechnet auf ihre Kosten betreiben will.
Wie es der dumme Zufall will, deckt sich das genau mit der Ansicht einer zunehmenden Zahl unzufriedener sonstiger Bürger.
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