eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Fr, 09:29 Uhr
02.05.2025
500 Jahre Bauernkrieg

Geschichte im Ratssaal

Anlässlich der Erinnerung an den Bauernkrieg vor 500 Jahren ist es dem Stadtarchiv und dem Geschichts- und Altertumsverein Nordhausen gelungen, den bestausgewiesenen Kenner der Reformationszeit und des mitteldeutschen Bauernkrieges, Herrn Dr. Thomas T. Müller, zu einem Vortrag nach Nordhausen
Einzuladen…

„Der Bauernkrieg 1525 und die beiden thüringischen Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen im Vergleich“ lautete der Titel des Vortrags, den Herr Dr.
Müller am 24. April vor vollem Haus im Nordhäuser Ratssaal hielt.

Dr. Thomas Müller im Ratssaal (Foto: Stadt Nordhausen) Dr. Thomas Müller im Ratssaal (Foto: Stadt Nordhausen)


Anzeige Refinery (lang)
Interessentinnen und Interessenten der Reichsstadtgeschichte, des Bauernkriegsthemas und des bis heute nachwirkenden Reformationszeitalters kamen in der anschließenden angeregt geführten Diskussion zu Wort. Der Vortrag mit anschließender Diskussion stellte aufgrund umfangreichster Forschungen Müllers manche alteingewurzelte Interpretation vom Kopf auf die Füße und kann auf dem städtischen YouTube-Kanal angeschaut werden. In der Schriftenreihe der Friedrich- Christian-Lesser-Stiftung ist der Band „Reichsstadt und Bauernkrieg“ – Tagungspublikation aus 2024 – im März 2025 erschienen.

Die Landesausstellung in den drei beeindruckend umgestalteten Häusern des Mühlhäuser Zweckverbandes – Marienkirche, Kornmarktkirche und Lindenhof – ist außerordentlich sehenswert und die größte zum Thema in ganz Deutschland. Davon konnte sich auch Oberbürgermeister Kai Buchmann am Vernissageabend des 25. April vor Ort überzeugen.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
ArreeTim
02.05.2025, 10:26 Uhr
Da ist auch so eine Sache der Wokeness, oder, Haken dran, erledigt ?
Der Referent hatte viele Details aus überlieferten Fragmenten. Er negierte etwas die revolutionär zu subsumierenden Elemente der göttliche Freiheits- und Gerechtigkeitsbewegung unter Müntzers Regenbogen, doch geprägt speziell von diesem. Auch eine göttliche, direkte Motivation kann auf revolutionäre Veränderungen drängen. Für den gemeinen Mann. Und ja in Mühlhausen führten Forderungen und Bewegung insbesondere zu Veränderungen, die revolutionär waren. Die Stadt wurde hier zu einem Zentrum des Aufstands, der nicht nur soziale und wirtschaftliche Missstände anprangerte, sondern auch tiefgreifende Veränderungen in der politischen und religiösen Ordnung anstrebte, einen „ewgen Rat“ versuchte zu etablieren. Müntzers radikale Ideen, die auf Gleichheit und einer neuenForm von Herrschaft basierten, stellten die bestehende Feudalordnung fundamental und revolutionär in Frage. Natürlich nicht im generischen Sinn der späteren Einordnung in einer DDR. Mag sein, in der DDR überhöht, aber was rechtfertigt jetzt die Relativierung?

Noch etwas, der These, wonach der Aufstand der Insurgenten nur möglich war, weil die Frauen dies unterstützt haben müssen, sollte nachgegangen werden. Ausgehend vielleicht von der tatsächlichen Rolle der Frauen des kleinen Mannes in der Zeit. Da in wenigen, von der Obrigkeit bestimmten „Quellen“ zu beharren, ist ein falscher Zungenschlag. Das ist so in etwa, wie mit einer ideologisch geprägten Berichterstattung. Oder Blindheit auf dem Auge des wahren Lebens, auch in 1525.

Noch etwas zur Erheiterung. Wenn Sachsen-Anhalt und Thüringen sich mit den diversen Schlagwörtern „Freyheit“ und „Gerechtigkeyt“ differenzieren, dann zeigt es den Zustand heutiger föderaler Befindlichkeiten deutlicher als gewünscht. Solche Heiten und Keyten, der Müntzer und das Lu(o)ther -Leben, die würden sich im Grabe dreyen.
Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)