Do, 18:15 Uhr
08.01.2026
Auszeichnung als hervorragender Ausbildungsbetrieb
Feuer Powertrain beendet Kurzarbeit
Arbeitsagenturchef Karsten Fröbose, Personalleiterin Karen Schiek, Geschäftsführer Dominic Deig, IHK-Chefin Cornelia Lerch und Ausbildungsleiter Christian Scholz (v.l.n.r.) in der Lehrwerkstatt von Feuer Powertrain. (Foto: Susanne Schedwill)
Ausbilder Lars Weinelt zeigt dem Praktikanten Artem Oliinyk, wie eine Fräßmaschine eingerichtet wird. (Foto: ssc)
Der aktuelle Trend bei Aufträgen und Auftragsanfragen aus der Automobil- und Lkw-Industrie stimmt das Zulieferunternehmen optimistisch. Besonders der nordamerikanische Markt ziehe derzeit deutlich an, so Deig. Im Hauptwerk in Nordhausen sind rund 650 Männer und Frauen beschäftigt.
Auszeichnung als "Hervorragender Ausbildungsbetrieb"
Ein weiterer Grund zur Freude: Feuer Powertrain wurde von der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Agentur für Arbeit als "Hervorragender Ausbildungsbetrieb" ausgezeichnet.
Die Zahlen sprechen für sich: Seit 2006 wurden 268 Ausbildungsverträge in zwölf verschiedenen Berufen abgeschlossen, betreut von derzeit sieben aktiven Ausbildern. "Mit hervorragenden Lehr- und Lernbedingungen und vor allem mit Kontinuität in der Ausbildung setzt Feuer Powertrain Maßstäbe für die Region", begründete Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt, am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin die Entscheidung. Für die Auszeichnung schlagen alle IHK-Standorte besonders engagierte Betriebe vor, pro Landkreis wird jeweils nur ein Siegerbetrieb ausgewählt.
Ausbildung als Antwort auf Fachkräftemangel
Für Geschäftsführer Deig ist Ausbildung gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein zentraler Baustein der Unternehmensstrategie: "Wir bilden aus, um die jungen Leute anschließend auch im Unternehmen zu halten. Wir merken, dass Mitarbeiter, die bereits seit ihrer Ausbildung bei uns sind, eine deutlich stärkere Loyalität zum Unternehmen haben."
Derzeit absolvieren 48 Auszubildende ihre Lehre bei Feuer Powertrain, insbesondere in den Berufen Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker sowie Elektroniker für Automatisierungstechnik. Für das kommende Ausbildungsjahr läuft aktuell die Bewerbungsphase. "Die ersten Gesprächsrunden mit Bewerbern haben bereits stattgefunden. Aber wir suchen noch: Ab dem Sommer haben wir wieder acht bis zehn Ausbildungsplätze zu vergeben", berichtet Personalleiterin Karen Schiek.
Nachwuchsgewinnung durch frühe Praxisnähe
Dass es zunehmend schwieriger wird, jedes Jahr eine größere Zahl an Ausbildungsplätzen zu besetzen, bestätigt auch Christian Scholz, Leiter Aus- und Fortbildung. Daher setzt das Unternehmen seit einiger Zeit verstärkt auf Praktika, Ausbildungsmessen und den "Tag in der Praxis" (TIP), ein Projekt der Nordhäuser Arbeitsagentur. Dabei besuchen Achtklässler einmal pro Woche ihren Praktikumsbetrieb. "Wir haben mit TIP sehr gute Erfahrungen gemacht und lernen so die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum viel besser kennen", erklärt Schiek.
TIP-Projekt mit messbarem Erfolg
Für Karsten Froböse, Chef der regionalen Arbeitsagentur, ist Feuer Powertrain deshalb ein wichtiger Multiplikator für das Projekt. "TIP ist tatsächlich ein Erfolg in Nordthüringen. Im vergangenen Jahr haben 1.314 junge Menschen eine betriebliche Ausbildung neu begonnen. Das sind 3,5 Prozent mehr Ausbildungsverträge als 2024 – und das in einer Phase mit starkem Beschäftigungsrückgang", betont Froböse. Bundesweit hingegen ging die Zahl der neu abgeschlossenen betrieblichen Ausbildungsverträge um 2,6 Prozent zurück.
Seit Februar 2022 setzen das Nordthüringer Schulamt, der Nordthüringer Regionalservice der IHK Erfurt und die beiden Kreishandwerkerschaften gemeinsam mit der Agentur für Arbeit den "Tag in der Praxis" in Nordthüringen um.
Frühe Bindung als Erfolgsrezept
Der Ansatz von Feuer Powertrain, junge Menschen möglichst früh an das Unternehmen heranzuführen, zahle sich aus, ergänzt Christian Scholz. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein neues Projekt umgesetzt: ein Sommerferiencamp für Kinder ab der fünften Klasse. Mit speziellen Lego-Baukästen lernten die Schüler erste Grundlagen des Programmierens. "Das lief so gut, dass wir das Angebot in diesem Jahr wiederholen wollen", kündigt die Personalleiterin an.
Susanne Schedwill

