Mo, 12:34 Uhr
12.01.2026
Pergamentmakulaturen im Stadtarchiv
Schnipsel, die wertvoller sind, als dicke Wälzer
Das Stadtarchiv bereitet sich in kleinen Schritten darauf vor, in diesem Jahr in einem größeren Projektrahmen, gemeinsam mit anderen Partnern und unter der Ägide der Leipziger Universitätsbibliothek, vorhandene Pergamentmakulaturen zu erschließen, zu digitalisieren und erforschen zu lassen...
Sogenannte Pergamentmakulaturen sind Reste mittelalterlicher Handschriften oder handschriftlich geschriebener Bücher auf Pergament, die zerschnitten und in späteren Zeiten – zumal seit Beginn des Buchdrucks – von Buchbindern zur Verstärkung der Einbandrücken oder großflächigen Einbandvorder- und -rückseiten verwendet wurden.
Eine der Pergamentmakulaturen des Stadtarchivs, hier als Buchrücken verwendet (Foto: Stadt Nordhausen)
Umnutzung wertvollen Materials, nachhaltig und kostensparend eben und ganz konkret, weil man neueste Techniken nutzen wollte und meinte, die ‚alten Sachen‘ nicht mehr zu brauchen, erläutert Nordhausens Stadtarchivar Dr. Theilemann. Die neu eingebundenen Bücher oder jedenfalls ihre Texte gibt es inzwischen meist hundert- oder tausendfach, da eben gedruckt.
Doch die kleinen verwendeten Pergamentschnipsel sind handgeschrieben und – möglicherweise– einzigartige Zeugnisse inzwischen längst verschwundener Manuskripte aus Nordhäuser Klöstern, Kirchen, Privatbesitz oder gar … der alten Königsburg? Solcherlei wird weltweit gesucht und teilweise auch teuer gehandelt, wertvoller also, als manch dicker Wälzer etwa aus Luthers Zeiten, führt der Stadtarchivar weiter aus.
Ende 2025 wurde ein fähiger und kostengünstiger Restaurator gefunden, der die Pergamente in aller vorsichtig von jenen Drucken so ablöst, dass sich die einschlägige Wissenschaft auch – beidseitig – damit beschäftigen kann.
Autor: redSogenannte Pergamentmakulaturen sind Reste mittelalterlicher Handschriften oder handschriftlich geschriebener Bücher auf Pergament, die zerschnitten und in späteren Zeiten – zumal seit Beginn des Buchdrucks – von Buchbindern zur Verstärkung der Einbandrücken oder großflächigen Einbandvorder- und -rückseiten verwendet wurden.
Eine der Pergamentmakulaturen des Stadtarchivs, hier als Buchrücken verwendet (Foto: Stadt Nordhausen)
Umnutzung wertvollen Materials, nachhaltig und kostensparend eben und ganz konkret, weil man neueste Techniken nutzen wollte und meinte, die ‚alten Sachen‘ nicht mehr zu brauchen, erläutert Nordhausens Stadtarchivar Dr. Theilemann. Die neu eingebundenen Bücher oder jedenfalls ihre Texte gibt es inzwischen meist hundert- oder tausendfach, da eben gedruckt.
Doch die kleinen verwendeten Pergamentschnipsel sind handgeschrieben und – möglicherweise– einzigartige Zeugnisse inzwischen längst verschwundener Manuskripte aus Nordhäuser Klöstern, Kirchen, Privatbesitz oder gar … der alten Königsburg? Solcherlei wird weltweit gesucht und teilweise auch teuer gehandelt, wertvoller also, als manch dicker Wälzer etwa aus Luthers Zeiten, führt der Stadtarchivar weiter aus.
Ende 2025 wurde ein fähiger und kostengünstiger Restaurator gefunden, der die Pergamente in aller vorsichtig von jenen Drucken so ablöst, dass sich die einschlägige Wissenschaft auch – beidseitig – damit beschäftigen kann.

