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Di, 11:18 Uhr
27.01.2026
Ergebnisse liegen vor

Licht und Schatten - Sperling klar vorn

Mehr als 145.000 Menschen haben bei der „Stunde der Wintervögel“ am zweiten Januarwochenende mitgemacht und mehr als 3,27 Millionen Vögel in über 102.000 Gärten und Parks gezählt. Doch die Ergebnisse geben auch Anlass zum Nachdenken und Handeln...

Haussperling (Foto: Ann-Marie auf Pixabay) Haussperling (Foto: Ann-Marie auf Pixabay)
„Das ist das drittbeste Teilnehmenden-Ergebnis aller 16 Zählungen und ein Plus von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, freut sich NABU-Naturschutzexperte Julian Heiermann. Er vermutet: „Schnee und Frost haben für das passende Winter-Feeling gesorgt, so dass viele Menschen Lust hatten, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen.“

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Weniger erfreulich sind die Ergebnisse der Zählung. Mit im Schnitt gesichteten 32 Vögeln wurden noch nie so wenig Individuen pro Garten oder Park gemeldet wie in diesem Jahr. Zur ersten Zählung 2011 waren noch 45,8 Vögel im Durchschnitt gemeldet worden. „Über die vielen Jahre, Stunde der Wintervögel‘ lässt sich leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten“, stellt Heiermann fest. „Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwärts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist.“

Spatzenverluste an der Spree
Besonders auffällig ist der große Rückgang der beiden Spatzenarten. Bundesweit wurden sie 15 Prozent (Haussperling) und 10 Prozent (Feldsperling) seltener gesichtet als im Vorjahr. Am stärksten betroffen ist Berlin: Die Sichtungen des Feldsperlings lagen in diesem Jahr um 30 Prozent niedriger als 2025, beim Haussperling sind es sogar 45 Prozent weniger. Die Abnahme beim Haussperling führte dazu, dass dieser an der Spree nicht mehr auf Platz eins liegt, sondern von der Kohlmeise auf den zweiten Platz verdrängt wurde. „Wo all die Spatzen hin sind, müssen wir nun genauer untersuchen“, so Heiermann. „Klar ist, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel seit Jahren ein Problem für die beiden Arten sind. In Berlin könnten ungünstige Witterungsbedingungen in diesem Jahr den Rückgang verstärkt haben.“

Wo Verlierer sind, gibt es auch Gewinner: Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen kamen teils deutlich häufiger als im Vorwinter an die Futterhäuser. Auf diese fünf Arten entfällt in nahezu allen Regionen der Löwenanteil an Zunahmen. Von den mittelhäufigen Arten zeigten unter anderem Schwanzmeisen, Goldammern und Zaunkönige Beobachtungsanstiege.

Trotz seines Negativtrends liegt der Haussperling bundesweit immer noch ganz vorn in der Rangliste der am häufigsten gesichteten Vögel. Es folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.

Eisflucht der Wasservögel
„In vielen Regionen wurden deutlich weniger Wasservögel wie Enten, Gänse, Schwäne, Blesshühner, Möwen und Haubentaucher gemeldet“, so Heiermann. „Grund war das Zufrieren von Dorf- und Parkteichen und anderen kleinen Gewässern. Die Vögel wichen an eisfreie große Seen und Flüsse außerhalb der Siedlungen aus und wurden so nicht erfasst.“

Vereinzelt wurden dem NABU auch sehr ungewöhnliche Arten gemeldet, etwa ein aus einem Auswilderungsprogramm stammender Bartgeier in Bayern und drei Rosenköpfchen-Papageien im Kreis Vorpommern, die wohl aus einer Voliere entflogen waren. Mit Fotos belegte Sichtungen von Wiedehopfen zeigen, dass einige dieser Zugvögel neuerdings versuchen, bei uns zu überwintern.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und wird vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) durchgeführt. Die Aktion liefert in enorm hoher Auflösung Daten zur Winter-Bestandsentwicklung häufiger Arten des Siedlungsraums. Je größer die Teilnahmezahlen und je länger die Zeitreihe, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Die nächste Zählaktion ist die „Stunde der Gartenvögel“ und findet vom 8. bis 10. Mai statt.
Autor: psg

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