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Fr, 16:05 Uhr
13.02.2026
Wofür der Landkreis Geld 2026 ausgeben will

Vom AKS bis zur Schwimmhalle

Noch ist man in der Kreisverwaltung von einem ausgeglichenen Haushalt für 2026 weit entfernt. Doch schon am 10. März soll dem Kreistag der erste Entwurf des Papiers vorgelegt werden. Investieren will der Kreis ordentlich. Welche Vorhaben geplant sind...

Das AKS soll nach den Sommerferien eröffnet werden.  (Foto: ssc) Das AKS soll nach den Sommerferien eröffnet werden. (Foto: ssc)
Landrat Matthias Jendricke (SPD) stellte die Eckpunkte des Zahlenwerks am Donnerstag in einem Pressegespräch vor. Im Mai soll der Kreishaushalt beschlossen werden. „Die guten Jahre sind vorbei. Die Ausgaben laufen uns davon, vor allem im Personalbereich und im Sozialhaushalt“, sagte Jendricke. Rund 60 Prozent der Ausgaben entfallen inzwischen allein auf den Sozialbereich.

Bis der Haushaltsentwurf in den Kreistag eingebracht werden kann, müssen noch Einsparungen in Höhe von sieben bis acht Millionen Euro gefunden werden. Alle Fachbereichsleiter seien aufgefordert worden, entsprechende Vorschläge vorzulegen.

Personal soll bis 2030 reduziert werden
Ein zentraler Kostentreiber sind die Personalausgaben. Tarifsteigerungen wirkten sich deutlich aus. „Die Personalkosten müssen wir zumindest teilweise selbst in den Griff bekommen. Wir müssen die Bremse ziehen“, kündigte Jendricke an. Bis 2030 soll das Personal um rund zehn Prozent reduziert werden. Kreissprecherin Jessica Piper erläuterte auf Nachfrage, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. In der nächsten Zeit würden viele ältere Kollegen in Rente gehen. Nicht alle Stellen wolle man nachbesetzen. Zudem müsse man prüfen, ob man Aufgaben umschichten könne.

Derzeit arbeiten rund 500 Beschäftigte in der Kreisverwaltung, nur etwa zehn Prozent davon sind Beamte. Rund 100 Stellen sind als Projektstellen kofinanziert, etwa 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden vollständig aus dem Kreishaushalt finanziert. Ziel sei es, bis 2030 etwa 40 Stellen einzusparen. „Wir müssen effizienter werden“, sagte der Landrat.

Eine zentrale Rolle soll dabei die Digitalisierung der Verwaltung spielen. Auch der Einsatz von KI-Systemen werde perspektivisch wichtiger und könne helfen, Personal einzusparen. Allerdings gebe es hier noch erhebliche Hürden beim Datenschutz und bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. „Wir warten noch auf entsprechend zugelassene KI-Systeme“, erklärte Jendricke.

Investitionen trotz Sparkurs
Grundsätzlich orientiert sich der Haushaltsentwurf an den Vorjahren. Positiv bewertet der Landrat die größere Verlässlichkeit im Vermögenshaushalt durch das Kommunale Investitionsprogramm des Landes. Für vier Jahre stehen insgesamt 18,25 Millionen Euro zur Verfügung. Die Auszahlung erfolge flexibel, zudem fielen weder Zins- noch Tilgungszahlungen an.

Dadurch verfüge der Kreis über ausreichende Eigenmittel – und genau das eröffne zusätzliche Spielräume bei der Beantragung weiterer Fördermittel.

Zu den geplanten Bau- und Sanierungsvorhaben zählen unter anderem:

  • der Bau der neuen Regionalleitstelle Nordthüringen (Investitionsvolumen rund 30 Millionen Euro, davon 17 Millionen Euro Förderung),
  • der Neubau einer Mensa für das Humboldt-Gymnasium in der Nordhäuser Altstadt (rund fünf Millionen Euro),
  • zwei neue Hortgebäude an den Grundschulen in Heringen und Ellrich (2,1 Millionen Euro),
  • die Sanierung der Schwimmhalle in Sollstedt (2,8 Millionen Euro).


Bereits laufende Projekte sollen im Sommer abgeschlossen werden. Die neue Grundschule in Ilfeld soll mit Beginn des neuen Schuljahres eröffnen. Nach den Sommerferien soll dann auch das AKS-Stadion folgen. „Absprachen für eine Eröffnung laufen derzeit mit dem Verein Wacker Nordhausen“, kündigte Jendricke an.

Für den Ausbau von Straßen und Radwegen stehen in diesem Jahr rund 3,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Jendricke: Schuldenstand bleibt überschaubar
Die Verschuldung des Landkreises liegt bei 8,8 Millionen Euro, davon entfallen 3,9 Millionen Euro auf das AKS (Schuldendiensthilfe), sodass 4,9 Millionen Euro an eigenen Schulden verbleiben. Für 2026 ist eine Tilgung in Höhe von 994.775,96 Euro vorgesehen.

Hinzu kommen Schulden der Servicegesellschaft, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Kreises, in Höhe von 14 Millionen Euro. Laut Jendricke sei das noch überschaubar.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
anno domini
13.02.2026, 18:01 Uhr
Schattenhaushalt Servicegesellschaft
"Aufgaben umverteilen" und "Personal reduzieren" bedeutet im Umkehrschluss eine weitere Verschiebung hin zur Servicegesellschaft - und die muss ihre Angestellten bekanntlich nicht nach Tarif bezahlen.
Die Zahl der SG-Mitarbeiter wird die des Landratsamtes in absehbarer Zeit überschreiten.

Der AKS bleibt ein Millionengrab. Der Hauptnutzer FSV Wacker wird die jährlichen Bewirtschaftungskosten durch den Landkreis nicht annähernd durch Mietzahlungen decken können. Jährliche Verluste für die steuerzahlende Allgemeinheit sind vorprogrammiert - für einen kleinen Verein und ein großes Ego.
Hohensteiner2020
13.02.2026, 21:49 Uhr
Grundschule Klettenberg
Wann erfolgt der Neubau der Grundschule Klettenberg???

Dieser wurde verbindlich vom Landrat zugesagt. Fakt!

Warum spricht die NNZ sowas nicht mal konsequent an?.?
Erpel1311
14.02.2026, 06:02 Uhr
Aber Hauptsache
man baut einen Hexenbesen... Was man mit dem Geld alles hätte machen können...
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