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Fr, 10:14 Uhr
27.02.2026
Rüdiger Neitzke erzählt über seine Wanderung auf dem Jakobsweg

Bis ans Ende der Welt

Der Nordhäuser Rüdiger Neitzke wanderte bis „ans Ende der Welt“. Natürlich gibt es kein Ende der Welt. Doch der spanische Ort Finisterre heißt übersetzt tatsächlich so. „Und wenn man dort ist, fühlt es sich auch ein bisschen so an“, sagt der 54-Jährige. Über seine außergewöhnliche Wanderung auf dem Jakobsweg berichtet Neitzke am Samstag in der Frauenbergkirche…

Fotos wie dieses präsentiert Rüdiger Neitzke am Samstagabend.  (Foto: Rüdiger Neitzke) Fotos wie dieses präsentiert Rüdiger Neitzke am Samstagabend. (Foto: Rüdiger Neitzke)
„Im Jahr 2018 bin ich am Ostersonntag zu Hause in Nordhausen zu meinem ganz persönlichen Jakobsweg gestartet. Mein Ziel: Santiago de Compostela – das Grab des Heiligen Jakobus. Im Laufe der Jahre hat sich das Ziel meiner Pilgerreise etwas verändert. Der Ort Fisterra ist in den Fokus gerückt“, beschreibt Neitzke seinen Weg. Zu Fuß erreichte er im letzten Jahr den kleinen Ort auf einer vom tosenden Atlantik umgebenen Halbinsel.

Rüdiger Neitzke am Endpunkt in Finisterre. (Foto: Rüdiger Neitzke) Rüdiger Neitzke am Endpunkt in Finisterre. (Foto: Rüdiger Neitzke) Mehr als 3000 Kilometer legte er zu Fuß zurück, in sechs Etappen. „Jedes Jahr ein Stück“, sagt er. 2018 begann er mit einer Woche bis Fulda. Es war sein Test. Und der verlief gut. 2019 pilgerte er dann im Sommer weiter bis nach Straßburg. In den folgenden Jahren führte ihn der Weg über Taizé und Le Puy-en-Velay, über die Pyrenäen bis nach Pamplona.

Im letzten Jahr folgte das letzte große Teilstück. Neitzke: „Es waren nur noch 800 Kilometer bis zum Ende der Welt.“ Fünf Wochen war er in Spanien unterwegs.

Was treibt jemanden zu einer solchen Reise an? „Man fühlt sich gerufen vom Ziel. Und die Zeit war da. Es war der richtige Moment, eine solche Reise anzugehen.“ Neitzke genoss vor allem die Stille. „Keine Telefonate, keine Mails. Der Fokus auf das Wesentliche.“ Der Alltag reduzierte sich auf einfache Fragen: Wann geht die Sonne auf? Wann geht sie unter? Wie wird das Wetter?

Acht Kilogramm Gepäck trug er bei sich. Mehr brauchte er auf seiner Reise nicht. Ihm drängte sich die Frage nach dem Ballast im Leben auf. „Wie viele Dinge haben wir zuhause, die wir eigentlich gar nicht brauchen“, nennt der Schulsozialarbeiter eine Erfahrung, die er durch die Reise auch mit in seinen Alltag genommen hat.
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Die Pilgerreise habe ihm auch ein neues Verständnis für Zeit gegeben. „Zeit für wichtige und schöne Dinge, die muss man sich aktiv nehmen“, sagt Neitzke. Und ein neues Ziel hat er bereits: Im kommenden Jahr möchte er von Oslo nach Trondheim pilgern.

Wer seine Geschichte, viele Fotos und leckeres Essen erleben möchte, ist zu seinem Vortrag eingeladen: diesen Samstag, 28. Februar, ab 19 Uhr in der Frauenbergkirche in Nordhausen.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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