Mo, 09:00 Uhr
09.03.2026
Dresden erlebte den neunten Megamarsch
Auch Nordthüringer waren dabei
Sabine aus Nordhausen freut sich auf ihren ersten Megamarsch (Foto: nnz)
Sie kamen in Scharen, um ihre Grenzen zu testen, die Natur zu genießen oder einfach mal dem Alltag zu entfliehen. Rund 4.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotzten am ersten Frühlingswochenende den kühlen Temperaturen und stellten sich der Herausforderung des 9. Megamarsches in Dresden. Bei strahlendem Wetter und bis zu 18 Grad verwandelte sich die Elbmetropole in eine einzige Wandermeile. Die Nordthüringer Online-Zeitungen begleiteten Nordthüringer Wandersleut’...Schon am frühen Morgen herrschte am Start- und Zielort, der Rollschnelllaufbahn im Sportpark Ostra”, ausgelassene Stimmung. In Wellen geschickt, machten sich die ersten der etwa 2.400 Teilnehmer für die Königsdistanz von 50 Kilometern ab 7:30 Uhr auf den Weg. Rund 1.700 weitere Wanderer wagten sich pünktlich ab 11:00 Uhr an die neu ins Leben gerufene, kürzere Strecke von 25 Kilometern – eine ideale Einstiegsdistanz für Neulinge.
Die 50-km-Route führte die Ausdauerläufer einmal mehr durch das abwechslungsreiche Umland der sächsischen Landeshauptstadt. Vorbei an den ersten Frühlingsboten ging es von der Neustadt durch die Dresdner Heide, über Rochwitz und Weißig bis nach Graupa, bevor der Weg entlang der Elbe zurück in den Sportpark Ostra führte. Die 25-km-Strecke war als Rundkurs konzipiert und versprach ebenfalls rund 290 Höhenmeter. Entlang der Strecken sorgten die Veranstalter an mehreren Verpflegungsstationen für das leibliche Wohl der erschöpften Wanderer. Es gab neben Wasser und Obst auch stärkende Müsliriegel, Brezeln und selbst geschmierte Marmeladenbrote.
Mehr als nur eine Wandertour: Die persönliche Challenge zählt
Für viele Teilnehmer ist der Megamarsch längst mehr als nur ein Spaziergang. Es ist ein Event, bei dem der Kopf genauso mitspielen muss wie die Beine. "Das Wichtigste ist das Schuhwerk – und der Kopf", betonte Sabine aus Nordhausen, die zusammen mit Inge aus Ellrich ihre erste 50-km-Herausforderung in Angriff nahm.
Wiederholungstäter wie David und Christin aus Thüringen, für die es bereits der elfte Marsch war, bestätigten diese Mischung aus Sucht und Grenzerfahrung. "Am Anfang wollten wir einfach wissen, wo unsere Grenzen liegen. Jetzt ist es wie eine Sucht", so David. Ihr nächstes Ziel: die 100 Kilometer. Auch Jan, der mit seiner Hündin Lotte startete, weiß um die Tücken: "Als ich das erste Mal bei einem Adventure Walk unvorbereitet mitgelaufen bin, konnte ich mich am Ende nicht mehr bewegen".
Doch nicht nur der sportliche Aspekt stand im Vordergrund. Hans aus Freiberg hatte eine kleine Stoffeule namens "Oggla" in seiner Jacke dabei. Sie gehörte seiner verstorbenen Mutter. "Die ist letztes Jahr gestorben, und seitdem nimmt sie symbolisch an allen Märschen teil", erzählte er gerührt.
Damit alle gut und sicher ans Ziel kamen, waren nicht nur Sanitäter an den Stationen postiert, sondern mit Notfallsanitäter René Thinius auch eine Motorradstaffel im Einsatz, um abgelegene Streckenabschnitte abzudecken. "Ein paar Patienten gibt es immer – meist wegen Blasen, Kreislaufproblemen oder weil jemand umknickt", so seine Erfahrung.
Ein gelungener Saisonauftakt mit starkem Partner
Der Megamarsch in Dresden war nicht nur ein voller Erfolg für die Teilnehmer, sondern markierte auch den Auftakt der 10. Saison der gesamten Event-Serie. Was 2016 in Köln mit 200 Teilnehmern begann, ist heute eine europaweite Bewegung mit über 28 Events an mehr als 20 Standorten, darunter in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auf Mallorca.
Passend zum Saisonstart präsentierte sich der Megamarsch in diesem Jahr mit einem neuen, prominenten Partner. Intersport ist offizieller Retail-Partner für die Jahre 2026 und 2027 und war auch in Dresden mit dem lokalen Partner Intersport Hübner vor Ort präsent. "Der Megamarsch bringt genau die Menschen zu uns, für die wir jeden Tag da sind: motivierte Outdoor-Fans, AnfängerInnen und ambitionierte Ausdauerwanderer", erklärte Franziska Schölzel, Geschäftsführerin von Intersport Hübner, die Partnerschaft.
Strahlende Gesichter im Ziel
Am späten Nachmittag und frühen Abend kehrten die ersten Wanderer erschöpft, aber überglücklich in den Sportpark Ostra zurück. Sie wurden mit einer Medaille, einer Urkunde und der Aufnahme in die "Hall of Fame" belohnt. Für viele war der Tag ein unvergessliches Erlebnis. "Heute war ein richtig geiler Tag. Ich bin das erste Mal in Dresden und hab selten so eine schöne Natur gesehen", schwärmte Martin, ein erfahrener Megamarsch-Teilnehmer aus München, der bereits über 40 Fünfziger-Märsche absolviert hat.
Nach dem erfolgreichen Auftakt in Dresden blickt die Megamarsch-Familie nun gespannt auf die nächsten Events, wie am 21. März in Mönchengladbach oder Ende des Monats in Luzern. Eines ist aber schon jetzt sicher: Die Kombination aus Naturerlebnis, gemeinschaftlicher Herausforderung und dem Triumph, den inneren Schweinehund besiegt zu haben, wird auch im nächsten Jahr wieder Tausende nach Dresden locken.
Christian Greiner


