Kletterkiefer-Ersatz: Fallschutz wird zum Kostenfaktor
Das Klettergerüst, das als Ersatz für die sogenannte Kletterkiefer am Blasiikirchplatz geplant ist, könnte deutlich teurer werden als zunächst gedacht. Knackpunkt ist dabei der Fallschutz, der nahezu genauso teuer werden könnte wie das Gerüst selbst…
Die "Kletterkiefer" am Blasii-Kirchplatz (Foto: agl)Wie Pascal Leibbrandt von den Grünen, die den Antrag in den Stadtrat einbringen wollen, im jüngsten Finanzausschuss erklärte, liegen die Kosten für ein Klettergerät seinen Informationen zufolge zwischen 12.000 und 15.000 Euro. Diese Preise habe er bei Baufirmen erfragt. Das Gerät soll vollständig über Spenden finanziert werden. Die Sammlung möchte der Kinderkirchenladen (KILA) organisieren, der sich für den Ersatz des Spielgeräts auf dem Blasiikirchplatz starkmacht. Wir haben bisher schon zwei Spendenzusagen von Firmen, berichtete Leibbrandt. In welcher Höhe die Spenden des KILA ausfallen werden, ist derzeit noch unklar.
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Steffen Meyer, Mitarbeiter im Amt für Umwelt und Grünordnung, stellte im jüngsten Finanzausschuss zwei unterschiedlich große Varianten einer Kletterspinne vor. Die Krux: Je höher das Klettergerät ist, desto größer muss der Durchmesser des Fallschutzbereichs ausfallen. Man wolle nicht mit Sand als Fallschutz arbeiten, sondern mit einem Kunststoffbelag, da der Blasiikirchplatz im Rahmen seiner Umgestaltung insgesamt barrierearm gestaltet werden soll.
Bei einer 6,50 Meter hohen Kletterspinne wäre ein Fallschutzbereich mit einem Durchmesser von rund zwölf Metern erforderlich. Die Kosten allein hierfür belaufen sich auf etwa 25.000 Euro. Zusammen mit der Kletterspinne und deren Montage rechnet Meyer mit Gesamtkosten von rund 43.700 Euro.
Eine kleinere, knapp vier Meter hohe Variante würde samt entsprechendem Fallschutzbereich rund 33.000 Euro kosten.
Hans-Georg Müller von der SPD zeigte sich angesichts der Höhe der Summe skeptisch, ob diese überhaupt über Spenden zusammenkommen könne. Wenn die Spendensumme nicht reicht, gibt es auch kein Klettergerüst, machte Leibbrandt deutlich. Das sei genauso auch mit Frank Tuschy vom KILA besprochen, so Leibbrandt. Die Stadtkasse solle mit dieser Ausgabe nicht belastet werden.
Die als Kletterkiefer bekannte Kiefer auf dem Blasii-Kirchplatz in Nordhausen soll im Zuge der laufenden Neugestaltung des Platzes weichen. Der bei Kindern beliebte Baum soll jedoch durch ein Klettergerüst ersetzt werden. Eine Förderschädlichkeit wurde seitens der Stadtverwaltung bereits geprüft. Dies sei nicht der Fall. Das Klettergerüst wird nicht im Bereich der Neugestaltung des Platzes aufgestellt, sondern im Bereich des ehemaligen Klimapavillons. Dieser Bereich liegt außerhalb des Planungsgebiets. Der Stadtrat muss nun am Montag über den Antrag der Grünen entscheiden. Der Finanzausschuss sprach diesem mit sieben Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen trotz der finanziellen Unsicherheit die Empfehlung aus. Susanne Schedwill