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Di, 12:11 Uhr
08.07.2008

DVB-T tut jedem Geldbeutel weh

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Jürgen Wiethoff in der nnz über die Folgen der Einführung von DBV-T informiert. Hier nun sein „Folge(n)bericht.“


Die Reaktion auf den ersten Beitrag zu diesem Thema war unerwartet groß. Aber nach 2 Tagen „Telefondienst“ waren die zusätzlichen Fragen der Leser dann doch beantwortet und, obwohl noch keine hiesigen Erfahrungen vorliegen konnten, größtenteils richtig. 6 Monate später kann nun ein Bericht zu stationärem und mobilen Empfang des neuen Antennenfernsehens im und um den Kreis Nordhausen gegeben werden.

Zum Test zur Verfügung standen verschiedene Zusatzgeräte für Notebooks und Computer der Firmen Hauppauge, Pinnacle, Digitalbox Deutschland und sogenannte Set-Top-Boxen von Technisat, Zehnder und Schwaiger sowie ein funkelnagelneuer HD-Vision 32 von Technisat. Um das Positive aller getesteten Geräte vorweg zu nehmen: Die Empfängerempfindlichkeit ist nahezu identisch und gut. Unterschiedlich punkten können die Geräte vor allem durch entsprechenden Bedienungskomfort und die vorgesehenen Möglichkeiten zur Einrichtung der Antenne. Herkömmliche Feldstärkemessgeräte versagen hier nämlich komplett und probieren nach der Faustregel „Ich weiß doch wohl noch, wo der Brocken liegt und Torfhaus ist gleich daneben“, nützt an diversen Stellen gar nichts.

Tief hatten die „öffentlich rechtlichen“ bei der Umstellung der Sendeanlagen von Brocken und Torfhaus in den Geldbeutel (oder heißt dieser dort vielleicht „Gebührensack“) gegriffen. Nicht nur die Sender sondern gleich auch noch die Antennen und bis auf einen Kanal auch die Frequenzen wurden erneuert.

In der Nacht zum 9.10.2007 wurde dann Abschied genommen von den teilweise gar nicht mal so alten Sendern auf den traditionsreichen Kanälen 6, 10, 34, 49 und 53 und – selbstverständlich unter Beibehaltung der bis zuletzt tadellose Bilder produzierenden Antennenanlage – der neuen Signale geharrt, welche da kommen sollten. Sie kamen nicht. Lediglich auf Kanal 30 bahnte sich manchmal „brockenweise“ (der Fachmann spricht hierbei von Artefakten) das ZDF-Bouquet den Weg auf den Bildschirm. In Abwandlung eines geläufigen Werbespruches wurden also die Fragen „Schraubt ihr noch (mit JA) oder sendet ihr schon (mit NEIN)?“ beantwortet und erst mal eine Testpause von einigen Tagen eingelegt.

Dann war der mdr-homepage zu entnehmen, dass man den Erfolg der Umstellung mit einem Festakt groß gefeiert hat und die Testgeräte wurden erneut gestartet. Ergebnis: Siehe oben.
Also führt es zu Misserfolgen, die alte Antenne weiter verwenden zu wollen. An beiden Senderstandorten wurde die vorhandene Technik nicht umgerüstet, sondern von der Antenne bis zu den Sendern komplett erneuert. Dabei wurden auch die Richtcharakteristik der Antennen und deren Polarisation verändert, was zu völlig neuen Feldstärkeverteilungen der einzelnen Sender führt. Kurioser-, aber technisch durchaus verständlicherweise gilt: Je schlechter zu Zeiten der analogen Sender das Bild in Bezug auf „Geisterbilder“ war, um so größer ist die Chance, die alte Antennenanlage weiter verwenden zu können. Wer jedoch noch eine aufwendige Antennenanlage mit Kanalvorverstärkern, Kanal- oder Kanalgruppenfiltern usw. verwendete, kommt um eine komplette Umrüstung nicht herum. Wer im Stadtgebiet Nordhausen um die Straßenkreuzung Hesseröder-/Bochumer-Str. mit einem Radius von ca. 900 m noch über eine alte Antennenanlage ohne die vorgenannten Baugruppen verfügt, hat gute Möglichkeiten, alle 3 Brocken-Bouquets zu empfangen. Das Gleiche trifft zu für die Oberstadt ab Höhe Puschkinstr., Teile von Bleicherode, Hain und die goldene Aue. Alle Anderen müssen experimentieren und werden teilweise erstaunliche Ergebnisse erzielen, im positiven wie negativen Sinn. Eine geeignete kleine UHF-Antenne, vertikal unter Dach montiert, bringt gelegentlich weit bessere Resultate, als die alte Antenne auf dem Dach.

Keine Experimente heißt es dagegen schon seit längerer Zeit für die in Richtung Hoher Meißner ausgerichteten Antennenanlagen. Diese müssen schlimmstenfalls um einen Kanalverstärker für Kanal 42 erweitert werden. Kanal 32 und 55 können mit den dafür vorhandenen Anlagen weiter empfangen werden, natürlich nur, wenn ein geeignetes Empfangsgerät angeschlossen wird.

Ebenfalls keine Experimente müssen auch alle Fernsehteilnehmer machen, die getreu dem Namen der Homepage www.ueberallfernsehen.de und dem Namen des Bouquets „ZDF mobil“ vom wirklich mobilen Fernsehempfang träumten. Überall gehts nun wirklich nicht und mobil schon gleich gar nicht, jedenfalls nicht im Kreis Nordhausen. Ein Blick auf die Versorgungskarte auf o.g. Homepage verrät, dass es noch viele weiße Flecken im Kreisgebiet gibt und in den Stadtgebieten und Ortslagen fast ausnahmslos grüne Flecken den Gebrauch einer Dachantenne empfehlen.

Im Mai wurde eher zufällig ein „PORTABLE LCD/TFT-MONITOR WITH BUILD-IN DVB-T AND ANALOGUE TV TUNER“, Modell 2053, des deutschen (!) Herstellers elta GmbH erworben, der inzwischen einmal zu Testzwecken über die gängigsten Wanderwege des Kreisgebietes getragen wurde. Auch hierbei wird klar: Der portable Fernsehempfang ist weit entfernt von einem größeren Spaßfaktor. Wer sich mit Ausbreitung von UHF-Frequenzen und Senderparametern auskennt, wird auf seinen Wanderungen immer einen Standort finden, wo er die neuesten Nachrichten oder das „Tor des Monats“ empfangen kann. Wer mehr oder gar ungestörten Empfang in der Bewegung erwartet, wird schnell selbst zu dem Tor des Monats.

Am 01.07.2008 wurde auch der im Landkreis Nordhausen teilweise gut zu empfangende Sender Inselsberg umgestellt. Die neuen Sender auf den Kanälen 48, 50 und 53 sind zu empfangen, aber voraussichtlich müssen auch hier vorhandene Antennenanlagen modernisiert werden, weil Polarisation und Frequenzen komplett geändert wurden.

Schon seit längerer Zeit verfügbar sind die 2 vom Torfhaus ausgestrahlten Bouquets und das bundesweite ZDF-Bouquet über jeweils 1 kW Sender mit Standort Bad Sachsa-Steina auf den Kanälen 27, 58 und 65. Die Kanäle sind teilweise in und um Nordhausen gut zu empfangen. Meist geht es sogar deutlich besser, als der Empfang der Torfhaus-Kanäle 46 und 59, an welche man keine zu großen Erwartungen knüpfen sollte.
Autor: nnz

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