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Di, 12:13 Uhr
08.07.2008

Nnz-Betrachtung: Koste es, was es wolle

Nach dem Bericht über DBV-T von Jürgen Wiethoff nun ein Kommentar des Autors zur aktuellen Situation – frei nach dem Motto: Koste es, was es wolle!


Rundfunk und Fernsehen sind Länderrecht, koste es, was es wolle. So wurde wieder einmal am Bedarf vorbei geplant und installiert. Wieder gönnt man sich die parallele Ausstrahlung von Das Erste, arte, PHOENIX und festival von den Standorten Brocken und Torfhaus mit 50 bzw. 32 kW Strahlungsleistung für den praktisch gleichen Nutzerkreis. Damit das nicht zu augenfällig wird, hat man jetzt auch noch sauber richtstrahlende Antennen installiert, die das „gegnerische“ Empfangsgebiet möglichst aussparen sollen. Energieverbrauch und Umweltbelastung spielen da überhaupt keine Rolle in den Köpfen der Planer. Warum auch? Schließlich wurde

Das Erste ja bis zuletzt und das ZDF immerhin von 1990 bis 2004 parallel von beiden Standorten gesendet. Für geografisch weniger gebildete Leser sei mitgeteilt: Beide Senderstandorte sind rund 5,4 km entfernt und gehören zu Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. 2004 setzte sich bei der Abschaltung des ZDF auf dem Torfhaus nicht etwa die Vernunft durch. Man brauchte den Kanal für die DVB-T-Umstellung im Raum Hannover. Soweit ein regionales Beispiel.

Andere Beispiele können bei Bedarf der Senderliste der „Task Force DVB-T Deutschland von ARD und ZDF“, Stand 1.7.2008, entnommen werden. Auf dem Territorium des MDR wurden ausnahmslos alle Sender auf vertikale Polarisation der Antennen umgestellt und viele Sender erneuert bzw. überhaupt erst gebaut.

Presseveröffentlichungen im Jahre 2007 war zu entnehmen, dass noch 1,1 bis 1,3% der Fernsehzuschauer auf terrestrisches Antennenfernsehen angewiesen sind und man schätzte, dass etwa 10% der Fernsehzuschauer dieses nutzen. Die Zahl der auf terrestrisches Fernsehen angewiesenen Nutzer wird sich im Land Thüringen kaum ändern. Sie werden sich ohne Zweifel über die größere Programmvielfalt und die deutlich bessere Bild- und Tonqualität freuen. Dass sie über die damit verbundenen Kosten stöhnen, kann man ihnen nicht übel nehmen. Schließlich hätte man ihnen wenigstens die Kosten für eine Umrüstung der Antennenanlage sparen können, indem man senderseitig weiter die alten Anlagen genutzt hätte (siehe Hoher Meissner, Berlin, Hannover usw.).

Die Zahl der eher noch zufälligen Nutzer des terrestrischen Antennenfernsehens (Zweitgerät in Gartenlaube, Werkstatt usw.) wird sinken. Wer investiert schon ca. 200 € allein an Materialkosten, wenn er auf eine Umstellung seiner alten Empfangsanlage nicht angewiesen ist und möglicherweise das verwendete Gerät seine zu erwartende Nutzungsdauer lange überschritten hat? Es muss also die Frage erlaubt sein: Hätte man für die enormen Investitionen auf der Sendeseite nicht eine andere Versorgung der o. g. 1,1 bis 1,3 % Fernsehzuschauer finanzieren können?

Wer die Zeche zuletzt zahlt, ist klar: Alle Gebührenzahler, auch die, die längst über Satellit oder Kabel mit ihren Lieblingssendern, die ja durchaus nicht mehr zum Haus ARD und ZDF gehören müssen, verbunden sind.
Jürgen Wiethoff, Nordhausen
Autor: nnz

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