Di, 15:35 Uhr
23.09.2008
Wieder Irische Musik im Tabakspeicher
Das Nordhäuser Kulturamt lädt sehr zur Freude der Freunde gepflegter Folkmusik seit einigen Jahren regelmäßig ein Trio irischer Musiker zu einem außergewöhnlichen Konzertabend ein. Organisiert wird die jährliche Tournee unter der Überschrift Pure Irish Drops von einem umtriebigen Veranstalter aus Berlin, der eine überdurchschnittliche Affinität zur irischen Musik hat. Die nnz traf ihn vor Beginn seiner Jubiläumstournee.
Zum 20. Male zieht Florian Fürst mit den Pure Irish Drops durch Europa. Wie kam es einst dazu?
Wann immer ich versuche zu erklären, wie die Idee zu den PURE IRISH DROPS entstand, muss ich auf Micho Russell zu sprechen kommen, den ich 1988 das erste Mal erlebte, als er seine besten Jahre scheinbar bereits hinter sich gelassen hatte. Ich war von Anfang an beeindruckt von seiner Art zu musizieren, er überzeugte durch einfache, klare und wunderschöne Melodien, noch nicht einmal besonders meisterlich, dafür aber vom Stil her kompromisslos gespielt, mit Persönlichkeit, Schrulligkeit und Authentizität behaftet, mit einem scheinbar endlosen Vorrat an interessanten Geschichten und Liedern. Es war, als öffneten sich hier und da kleine Fenster in die Vergangenheit.
Florian Fürst kann im Verlauf der letzten 20 Jahre als Veranstalter auf eine großartige Erfolgsgeschichte zurückblicken und seit einigen Jahren tropfen die reinen irischen Klänge auch auf begeisterte Nordhäuser Zuhörer herab. Am 1. Oktober werden sich um 19.30 Uhr im Tabakspeicher wieder drei Musiker vorstellen, die in dieser Besetzung vor der PID-Tournee noch niemals zusammen spielten.
"Das bei uns geläufigen Bild der traditionellen irischen Musik orientiert sich an dem, was hier in Mitteleuropa als gut verkäuflich angesehen wird und ist oft sehr weit weg von dem, was in der traditionellen Szene” in Irland tatsächlich passiert. Von Anfang an ging es mir um einen Rahmen, der Nähe zwischen Zuhörern und Künstlern zuließ, handgemacht in Augenhöhe, mit kleinen Formationen, das heißt in bewusst kleinerem Rahmen als die gewohnten Festivals, dafür aber hautnaher, informativer, übersichtlicher … einfach näher dran an den Menschen, sagt Florian Fürst, der nicht nur als Tourneebegleiter und Fahrer fungiert, sondern auch am Konzertabend für den richtigen Sound sorgen wird.
Und er verrät der nnz sein Erfolgsgeheimnis: Die Musiker entstammen nicht aus bereits vorhandenen Formationen, sondern kommen zusammen, teilweise ohne vorher miteinander gearbeitet zu haben, und erarbeiten ein Programm passend zu dem jeweiligen Aspekt speziell für die Tournee, das sie dann in ca. 25 bis 30 Konzerten in Dänemark, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Luxembourg, Frankreich und Deutschland vorstellen.
Wen aber hat er nun für diese Jubiläumstour gewinnen können?
2008 habe ich die Musiker aus ganz persönlichen Gründen zusammengestellt: Sean Ryan, hätte es schon lange verdient, hier bei uns vorgestellt zu werden. Jeder in Irland kennt ihn und sein außergewöhnliches Tin-Whistle-Spiel. Benny McCarthy war schon zweimal mit auf Tournee und hat immer wieder die Zuhörer begeistert, man kann einfach nicht davon genug bekommen, ihm zuzuhören. Cormac Cannon hat auch schon einmal teilgenommen und war damals schon ein sehr guter Piper. Heute ist er noch sehr viel weiter, ich halte ihn für einen der ganz Großen auf diesem Instrument in Irland.
In Florian Fürsts ausführlicher Einzelkritik liest sich das Ensemble dann so:
Benny McCarthy – Akkordeon und Melodeon
Benny stammt aus Deelish in West-Waterford und ist Gründungsmitglied von Danú. Er fing mit 13 Jahren an, Akkordeon und Melodeon zu spielen. Seine Einflüsse sind Musiker, wie Jackie Daly, Joe Derrane und Máirtín O' Connor. Im Laufe der Zeit hat er einen unverwechselbaren, eigenständigen Stil entwickelt, in dem die typische Spielweise des Melodeons unüberhörbar ist. Schon zweimal zuvor hat er an einem PURE IRISH DROPS Projekt teilgenommen, und jedes Mal war das Publikum begeistert von seinem unglaublich virtuosen Spiel, durch dass er mit Leichtigkeit die treibende Kraft jeder Gruppe geworden ist, mit der er musiziert. Seine Auftrittsreisen führten ihn außer in fast jedes Land Europas nach Nordamerika, Japan und sogar nach Indien. Natürlich genießt er diesen Erfolg, ist sich aber selbst treu geblieben und ist immer noch das, was er schon immer war, ein großartiger Akkordeonspieler, dem Musizieren allein und mit anderen das Wichtigste ist.
Sean Ryan – Tin Whistle und Vocals
Sean, heute einer der führenden Musiker Irlands, lernte schon als kleines Kind die Tin-Whistle zu spielen und hat seither einen unverwechselbaren Stil entwickelt. Dort, wo er aufwuchs, im Schatten des Rock of Cashel im Co. Tipperary, hörte man jede Nacht Musik, spielte doch sein Vater Fiddle und Mundharmonika und seine Großmutter Concertina. Er hat ein gewaltiges Repertoire an Tunes, die er aus den unterschiedlichsten Quellen bezog.
Seans Whistle-Spiel zieht immer sofort alle Aufmerksamkeit auf sich. Mit seinem Staccato betonten, rhythmisch-energetischen Stil und seiner Handhabung der Musik macht er selbst einfache, oft gespielte Melodien zu etwas Besonderem und erneuert sie mit ganz eigenem, persönlichen Ansatz und Elan. Viel von seiner Musik stammt aus Galway, wo er regelmäßig an Sessions mit alten Freunden teilnimmt. Er hat Deutschland, England, Schottland und die Schweiz intensiv bereist, hat DeDannan in Amerika unterstützt und wird häufig nach Japan zu Konzerten und Vorträgen eingeladen.
Cormac Cannon - Uilleann Pipes und Tin Whistle
Cormac spielt traditionelle irische Musik auf der Tin Whistle und den Uilleann Pipes seit seiner frühesten Kindheit. Er ist heute ein erfahrener Musiker auf den Uilleann Pipes mit einem leidenschaftlichen Interesse an der Musik der alten Pipes- und Fiddle-Spieler, insbesondere an der Musik aus Clare und Kerry. Sowohl als Musiker als auch als Lehrer ist er in Irland viel beschäftigt. Darüber hinaus führten ihn seine Tourneen bis nach Kontinental-Europa, Deutschland, Skandinavien, Japan, Afrika und die USA. Als Musiker mit Herz und Seele hat er die Musik auch in seiner wirklichen Karriere als Elektronik-Ingenieur eingebracht, unter anderem mit einem Projekt, in dem er an einem Midi-System für die Uilleann Pipes arbeitete. Im letzten Jahr wurde er von Peter Browne und Kieran Hanrahan in der RTE Radio Serie The Bloom of Youth (Die Blüte der Jugend) vorgestellt. Derzeit arbeitet er an seiner Promotion an der Universität in Edinburgh. Obwohl seine beruflichen Ambitionen nicht nur in Richtung Musik gehen, gehört Cormac zu den besten Uilleann Pipes Spielern Irlands, schon auf der PURE IRISH DROPS Tournee 2006 konnte er das Publikum von seinen überragenden musikalischen Qualitäten überzeugen.
Karten für dieses Konzertereignis im stilvollen Ambiente des Nordhäuser Tabakspeichers, in dem wieder landestypische Produkte verspeist und ausgetrunken werden können, gibt es ab sofort in der Stadt-Information und im Tabakspeicher zum Preise von 6,50 Euro. An der Abendkasse kostet das Ticket dann am 1. Oktober schlanke 7 Euro.
Autor: nnzZum 20. Male zieht Florian Fürst mit den Pure Irish Drops durch Europa. Wie kam es einst dazu?
Wann immer ich versuche zu erklären, wie die Idee zu den PURE IRISH DROPS entstand, muss ich auf Micho Russell zu sprechen kommen, den ich 1988 das erste Mal erlebte, als er seine besten Jahre scheinbar bereits hinter sich gelassen hatte. Ich war von Anfang an beeindruckt von seiner Art zu musizieren, er überzeugte durch einfache, klare und wunderschöne Melodien, noch nicht einmal besonders meisterlich, dafür aber vom Stil her kompromisslos gespielt, mit Persönlichkeit, Schrulligkeit und Authentizität behaftet, mit einem scheinbar endlosen Vorrat an interessanten Geschichten und Liedern. Es war, als öffneten sich hier und da kleine Fenster in die Vergangenheit.
Florian Fürst kann im Verlauf der letzten 20 Jahre als Veranstalter auf eine großartige Erfolgsgeschichte zurückblicken und seit einigen Jahren tropfen die reinen irischen Klänge auch auf begeisterte Nordhäuser Zuhörer herab. Am 1. Oktober werden sich um 19.30 Uhr im Tabakspeicher wieder drei Musiker vorstellen, die in dieser Besetzung vor der PID-Tournee noch niemals zusammen spielten.
"Das bei uns geläufigen Bild der traditionellen irischen Musik orientiert sich an dem, was hier in Mitteleuropa als gut verkäuflich angesehen wird und ist oft sehr weit weg von dem, was in der traditionellen Szene” in Irland tatsächlich passiert. Von Anfang an ging es mir um einen Rahmen, der Nähe zwischen Zuhörern und Künstlern zuließ, handgemacht in Augenhöhe, mit kleinen Formationen, das heißt in bewusst kleinerem Rahmen als die gewohnten Festivals, dafür aber hautnaher, informativer, übersichtlicher … einfach näher dran an den Menschen, sagt Florian Fürst, der nicht nur als Tourneebegleiter und Fahrer fungiert, sondern auch am Konzertabend für den richtigen Sound sorgen wird.
Und er verrät der nnz sein Erfolgsgeheimnis: Die Musiker entstammen nicht aus bereits vorhandenen Formationen, sondern kommen zusammen, teilweise ohne vorher miteinander gearbeitet zu haben, und erarbeiten ein Programm passend zu dem jeweiligen Aspekt speziell für die Tournee, das sie dann in ca. 25 bis 30 Konzerten in Dänemark, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Luxembourg, Frankreich und Deutschland vorstellen.
Wen aber hat er nun für diese Jubiläumstour gewinnen können?
2008 habe ich die Musiker aus ganz persönlichen Gründen zusammengestellt: Sean Ryan, hätte es schon lange verdient, hier bei uns vorgestellt zu werden. Jeder in Irland kennt ihn und sein außergewöhnliches Tin-Whistle-Spiel. Benny McCarthy war schon zweimal mit auf Tournee und hat immer wieder die Zuhörer begeistert, man kann einfach nicht davon genug bekommen, ihm zuzuhören. Cormac Cannon hat auch schon einmal teilgenommen und war damals schon ein sehr guter Piper. Heute ist er noch sehr viel weiter, ich halte ihn für einen der ganz Großen auf diesem Instrument in Irland.
In Florian Fürsts ausführlicher Einzelkritik liest sich das Ensemble dann so:
Benny McCarthy – Akkordeon und Melodeon
Benny stammt aus Deelish in West-Waterford und ist Gründungsmitglied von Danú. Er fing mit 13 Jahren an, Akkordeon und Melodeon zu spielen. Seine Einflüsse sind Musiker, wie Jackie Daly, Joe Derrane und Máirtín O' Connor. Im Laufe der Zeit hat er einen unverwechselbaren, eigenständigen Stil entwickelt, in dem die typische Spielweise des Melodeons unüberhörbar ist. Schon zweimal zuvor hat er an einem PURE IRISH DROPS Projekt teilgenommen, und jedes Mal war das Publikum begeistert von seinem unglaublich virtuosen Spiel, durch dass er mit Leichtigkeit die treibende Kraft jeder Gruppe geworden ist, mit der er musiziert. Seine Auftrittsreisen führten ihn außer in fast jedes Land Europas nach Nordamerika, Japan und sogar nach Indien. Natürlich genießt er diesen Erfolg, ist sich aber selbst treu geblieben und ist immer noch das, was er schon immer war, ein großartiger Akkordeonspieler, dem Musizieren allein und mit anderen das Wichtigste ist.
Sean Ryan – Tin Whistle und Vocals
Sean, heute einer der führenden Musiker Irlands, lernte schon als kleines Kind die Tin-Whistle zu spielen und hat seither einen unverwechselbaren Stil entwickelt. Dort, wo er aufwuchs, im Schatten des Rock of Cashel im Co. Tipperary, hörte man jede Nacht Musik, spielte doch sein Vater Fiddle und Mundharmonika und seine Großmutter Concertina. Er hat ein gewaltiges Repertoire an Tunes, die er aus den unterschiedlichsten Quellen bezog.
Seans Whistle-Spiel zieht immer sofort alle Aufmerksamkeit auf sich. Mit seinem Staccato betonten, rhythmisch-energetischen Stil und seiner Handhabung der Musik macht er selbst einfache, oft gespielte Melodien zu etwas Besonderem und erneuert sie mit ganz eigenem, persönlichen Ansatz und Elan. Viel von seiner Musik stammt aus Galway, wo er regelmäßig an Sessions mit alten Freunden teilnimmt. Er hat Deutschland, England, Schottland und die Schweiz intensiv bereist, hat DeDannan in Amerika unterstützt und wird häufig nach Japan zu Konzerten und Vorträgen eingeladen.
Cormac Cannon - Uilleann Pipes und Tin Whistle
Cormac spielt traditionelle irische Musik auf der Tin Whistle und den Uilleann Pipes seit seiner frühesten Kindheit. Er ist heute ein erfahrener Musiker auf den Uilleann Pipes mit einem leidenschaftlichen Interesse an der Musik der alten Pipes- und Fiddle-Spieler, insbesondere an der Musik aus Clare und Kerry. Sowohl als Musiker als auch als Lehrer ist er in Irland viel beschäftigt. Darüber hinaus führten ihn seine Tourneen bis nach Kontinental-Europa, Deutschland, Skandinavien, Japan, Afrika und die USA. Als Musiker mit Herz und Seele hat er die Musik auch in seiner wirklichen Karriere als Elektronik-Ingenieur eingebracht, unter anderem mit einem Projekt, in dem er an einem Midi-System für die Uilleann Pipes arbeitete. Im letzten Jahr wurde er von Peter Browne und Kieran Hanrahan in der RTE Radio Serie The Bloom of Youth (Die Blüte der Jugend) vorgestellt. Derzeit arbeitet er an seiner Promotion an der Universität in Edinburgh. Obwohl seine beruflichen Ambitionen nicht nur in Richtung Musik gehen, gehört Cormac zu den besten Uilleann Pipes Spielern Irlands, schon auf der PURE IRISH DROPS Tournee 2006 konnte er das Publikum von seinen überragenden musikalischen Qualitäten überzeugen.
Karten für dieses Konzertereignis im stilvollen Ambiente des Nordhäuser Tabakspeichers, in dem wieder landestypische Produkte verspeist und ausgetrunken werden können, gibt es ab sofort in der Stadt-Information und im Tabakspeicher zum Preise von 6,50 Euro. An der Abendkasse kostet das Ticket dann am 1. Oktober schlanke 7 Euro.


