Di, 10:15 Uhr
14.10.2008
PC in der Rüdigsdorfer Schweiz
Jochen Napiralla (pl) hat die Nase voll. Fast täglich muß sich der Bürgermeister von Niedersachswerfen um Müll kümmern, der in die Landschaft geworfen wird. Das raubt dem Mann nicht nur Nerven, es kostet Geld, das Geld des Steuerzahlers. Die nnz mit einer Bestandsaufnahme...
Abfall wurde in der Gemarkung der Gemeinde schon immer mal illegal abgelagert, doch in den zurückliegenden Monaten verzeichnet Jochen Napiralla einen rapiden Anstieg dieser besonderen Form der Entsorgung. Der Bürgermeister von Niedersachswerfen spricht von Volksport und Mülltourismus. Mal sind es die bevorzugten Treffpunkte der Südharz-Jugend, die nach Gelagen mit leeren Flaschen und Glasscherben übersät sind. Ein anderes Mal wird Auf der Hardt der Platz für das kommende Osterfeuer dazu genutzt, um Spanplatten oder gar Autoreifen anzuliefern.
Jede Woche müssen die fünf Männer des Bauhofes der Gemeinde ran. Man fährt die bekannten Orte ab oder reagiert auf Hinweise der Bürger, die eine neue Entsorgungsstelle entdeckt haben. Wie zum Beispiel an einer Pseudoeinfahrt zum Kohnstein (Fotos). Dort entledigen sich nicht nur die Privaten ihres Mülls, sondern auch Firmen scheinen die lukrative Variante der Entsorgung entdeckt zu haben.
Napiralla kann nicht verstehen, warum Computer in der Rüdigsdorfer Schweiz entsorgt werden, wo die Nordthüringer Lebenshilfe diese Geräte doch kostenfrei annimmt? Der Aufwand, mit dem eigenen Auto ins Gelände zu fahren ist mindestens genauso groß wie die Fahrt nach Nordhausen.
Immer wenn der Bauhof seine Tour gemacht hat, wird ein Container durch die Kreisverwaltung gestellt, der ist dann krachend voll und muß nach Nentzelsrode gefahren werden. So entstehen Kosten, die sich letztlich auf die Abfallgebühren niederschlagen. Spätestens hier beginnt für den Bürgermeister der Egoismus. Doch der ist nicht nur im Südharz zu spüren, der Mülltourismus hat zugenommen. Einwohner beobachten immer häufiger Fahrzeuge mit Kennzeichen OHA oder GS, die mal so zwischendurch abfahren, um sich ihrer mitgebrachten Abfälle zu entledigen. Für Napiralla ist das Vorsatz.
Zu helfen weiß er sich nicht, er kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren. Schließlich kippt die Gemeindeverwaltung ihren Müll auch nicht in private Gärten. Ob Napiralla mit einem Appell weiterkommt, bleibt abzuwarten. Wir müßten mal in einem konkreten Fall ermitteln können und einen Umweltsünder dingfest machen. Das würde dann schon abschrecken, hoff der Bürgermeister. Die Hoffnung jedoch, wie heißt es so treffend, die stirbt zuletzt.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzAbfall wurde in der Gemarkung der Gemeinde schon immer mal illegal abgelagert, doch in den zurückliegenden Monaten verzeichnet Jochen Napiralla einen rapiden Anstieg dieser besonderen Form der Entsorgung. Der Bürgermeister von Niedersachswerfen spricht von Volksport und Mülltourismus. Mal sind es die bevorzugten Treffpunkte der Südharz-Jugend, die nach Gelagen mit leeren Flaschen und Glasscherben übersät sind. Ein anderes Mal wird Auf der Hardt der Platz für das kommende Osterfeuer dazu genutzt, um Spanplatten oder gar Autoreifen anzuliefern.
Jede Woche müssen die fünf Männer des Bauhofes der Gemeinde ran. Man fährt die bekannten Orte ab oder reagiert auf Hinweise der Bürger, die eine neue Entsorgungsstelle entdeckt haben. Wie zum Beispiel an einer Pseudoeinfahrt zum Kohnstein (Fotos). Dort entledigen sich nicht nur die Privaten ihres Mülls, sondern auch Firmen scheinen die lukrative Variante der Entsorgung entdeckt zu haben.
Napiralla kann nicht verstehen, warum Computer in der Rüdigsdorfer Schweiz entsorgt werden, wo die Nordthüringer Lebenshilfe diese Geräte doch kostenfrei annimmt? Der Aufwand, mit dem eigenen Auto ins Gelände zu fahren ist mindestens genauso groß wie die Fahrt nach Nordhausen.
Immer wenn der Bauhof seine Tour gemacht hat, wird ein Container durch die Kreisverwaltung gestellt, der ist dann krachend voll und muß nach Nentzelsrode gefahren werden. So entstehen Kosten, die sich letztlich auf die Abfallgebühren niederschlagen. Spätestens hier beginnt für den Bürgermeister der Egoismus. Doch der ist nicht nur im Südharz zu spüren, der Mülltourismus hat zugenommen. Einwohner beobachten immer häufiger Fahrzeuge mit Kennzeichen OHA oder GS, die mal so zwischendurch abfahren, um sich ihrer mitgebrachten Abfälle zu entledigen. Für Napiralla ist das Vorsatz.
Zu helfen weiß er sich nicht, er kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren. Schließlich kippt die Gemeindeverwaltung ihren Müll auch nicht in private Gärten. Ob Napiralla mit einem Appell weiterkommt, bleibt abzuwarten. Wir müßten mal in einem konkreten Fall ermitteln können und einen Umweltsünder dingfest machen. Das würde dann schon abschrecken, hoff der Bürgermeister. Die Hoffnung jedoch, wie heißt es so treffend, die stirbt zuletzt.
Peter-Stefan Greiner






