Mi, 07:07 Uhr
19.11.2008
Umweltbewusstsein stärken
Erneuerbare Energien finden zwar langsam, aber doch zunehmend im Bewusstsein der Menschen Platz. Die Notwendigkeit ihrer Berücksichtigung war auch Thema der 17. Südharz-Messe, die inzwischen Geschichte ist. Damit dieses Thema im Gespräch bleibt, engagiert sich die nnz.
Prof. Viktor Wesselak (Foto: Seifer)
Und es muss im Gespräch bleiben. Es geht um Klimaschutz und damit gegen den Klimawandel. Dazu ist aufschlussreich, dass gerade gestern in den Zeitungen zu lesen war (Auszug): Seit Jahren reden alle von Klimaschutz. Doch getan wird offenbar nichts. Denn der CO2-Ausstoß steigt weiter an, warnt die Uno. In den Industrieländern werden immer mehr Treibhausgase in die Luft geblasen – allen Warnungen vor einem dramatischen Klimawandel zum Trotz. Dieser Trend halte bereits seit dem Jahr 2000 an, schlug das UN-Klimasekretariat am Montag Alarm. (Ende des Auszugs).
Und Leser dieser Zeilen können gerade in diesen Tagen und den kommenden Monaten fast vor der eigenen Haustür feststellen, wie es mit dem Umweltbewusstsein vieler Bürger steht: jener nämlich, die am Morgen den Motor ihres Autos erst in Betrieb setzen, bevor sie die beschlagenen oder zugefrorenen Scheiben des Wagens frei machen. Was bekanntlich sogar mit Bußgeld bedroht ist.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Bestreben von Bündnis 90/Die Grünen: mit überwältigender Mehrheit fassten sie auf ihren jüngsten Bundesparteitag in Erfurt am vergangenen Wochenende den sehr weitreichenden Beschluss für erneuerbare Energien. In diesem Antrag wurde für Deutschland das Ziel einer vollständigen Deckung des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 gefordert, bis 2040 soll dies auch für die Wärmeversorgung sowie den landgestützten Verkehr gelten.
An der Fachhochschule Nordhausen gab es in den vergangenen Monaten mehrere Referate oder auch Antrittsvorlesungen in der Impulse-Reihe zu diesem Thema. Hermann Scheer, Träger des alternativen Nobelpreises, war der zeitlich jüngste Referent, der zu diesem Thema vortrug.
Nun könnte man sich leicht auf den Standpunkt stellen, dass der Beitrag, den der Einzelne zur Reduzierung der Kohlendioxid-Ausstoß leisten kann, gering ist. Aus den Inhalten der gehörten Fachvorträge während dieser 17. Südharz-Messe ergibt sich leicht die Antwort: Millionen veralteter Öl- und Gasheizungen starten dieser Tage in die neue Heizsaison. Mit Wirkungsgraden, die mehrheitlich weit unter dem Stand der Technik liegen, sind die Heizanlagen in deutschen Altbauten Klimakiller und Energiekostentreiber zugleich. Viele Eigenheimbesitzer könnten den rasant steigenden Heizkosten indes durch eine moderne Heizungsanlage mit regenerativer Wärmeversorgung wirksam begegnen. Wie eine aktuelle Berechnung der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt, amortisiert sich der teilweise oder komplette Umstieg auf Erneuerbare Wärme schon innerhalb weniger Jahre.
Wir haben die Kosten für den Weiterbetrieb der veralteten Öl- oder Gasheizung verglichen mit der Modernisierung der Heizung bei gleichzeitiger Unterstützung durch Solarenergie bzw. mit dem Systemwechsel auf Holzpellets oder eine Erdwärmepumpe, erläutert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, im Internet-Portal Klimawandel – global. In beiden Fällen war das Ergebnis eindeutig: Trotz erheblicher Anfangsinvestition und einer angenommenen Fremdkapitalquote von 50 Prozent könnten innerhalb von 20 Jahren bis zu drei Viertel der Heizkosten eingespart werden. Anders gesagt: Wegen der deutlich günstigeren Brennstoffkosten lohnt sich der Umstieg auf regenerative Wärme im Extremfall bereits nach drei Jahren.
Wie das technisch bewerkstelligt werden kann, darüber wurde während dieser 17. Südharz-Messe an vielen Ständen informiert. Und für die finanzielle Beratung – auch unter Berücksichtigung der Fördermöglichkeiten durch den Staat - empfahlen sich die Kreissparkasse Nordhausen und die Nordthüringer Volksbank an ihren Ständen. Und das bedeutet, unter Einbeziehung der Fachhochschule, dass die Bürger der Region weitgehende Möglichkeiten haben, sich über Klimaschutz ganz allgemein, aber auch im Einzelfall über die gegebenen technischen, finanziellen und ökonomischen Möglichkeiten einer Nutzung erneuerbarer Energien zu informieren. Man sollte die Möglichkeiten nutzen. Schon weil die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen. Erinnert sei hier an einen außerordentlich ausführlichen Vortrag von Prof. Viktor Wesselak (sieh Foto) während der Nacht der Wissenschaften.
Danach reichen zwar die Kohlevorräte noch 205 Jahre, Erdöl aber nur noch etwa 45 und Erdgas 68 Jahre. Es bleibt also nur die Ausrichtung auf erneuerbare Energien. Und die Zeit drängt. nnz wird weiter informieren.
Julius Sefert
Autor: nnz
Prof. Viktor Wesselak (Foto: Seifer)
Und es muss im Gespräch bleiben. Es geht um Klimaschutz und damit gegen den Klimawandel. Dazu ist aufschlussreich, dass gerade gestern in den Zeitungen zu lesen war (Auszug): Seit Jahren reden alle von Klimaschutz. Doch getan wird offenbar nichts. Denn der CO2-Ausstoß steigt weiter an, warnt die Uno. In den Industrieländern werden immer mehr Treibhausgase in die Luft geblasen – allen Warnungen vor einem dramatischen Klimawandel zum Trotz. Dieser Trend halte bereits seit dem Jahr 2000 an, schlug das UN-Klimasekretariat am Montag Alarm. (Ende des Auszugs). Und Leser dieser Zeilen können gerade in diesen Tagen und den kommenden Monaten fast vor der eigenen Haustür feststellen, wie es mit dem Umweltbewusstsein vieler Bürger steht: jener nämlich, die am Morgen den Motor ihres Autos erst in Betrieb setzen, bevor sie die beschlagenen oder zugefrorenen Scheiben des Wagens frei machen. Was bekanntlich sogar mit Bußgeld bedroht ist.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Bestreben von Bündnis 90/Die Grünen: mit überwältigender Mehrheit fassten sie auf ihren jüngsten Bundesparteitag in Erfurt am vergangenen Wochenende den sehr weitreichenden Beschluss für erneuerbare Energien. In diesem Antrag wurde für Deutschland das Ziel einer vollständigen Deckung des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 gefordert, bis 2040 soll dies auch für die Wärmeversorgung sowie den landgestützten Verkehr gelten.
An der Fachhochschule Nordhausen gab es in den vergangenen Monaten mehrere Referate oder auch Antrittsvorlesungen in der Impulse-Reihe zu diesem Thema. Hermann Scheer, Träger des alternativen Nobelpreises, war der zeitlich jüngste Referent, der zu diesem Thema vortrug.
Nun könnte man sich leicht auf den Standpunkt stellen, dass der Beitrag, den der Einzelne zur Reduzierung der Kohlendioxid-Ausstoß leisten kann, gering ist. Aus den Inhalten der gehörten Fachvorträge während dieser 17. Südharz-Messe ergibt sich leicht die Antwort: Millionen veralteter Öl- und Gasheizungen starten dieser Tage in die neue Heizsaison. Mit Wirkungsgraden, die mehrheitlich weit unter dem Stand der Technik liegen, sind die Heizanlagen in deutschen Altbauten Klimakiller und Energiekostentreiber zugleich. Viele Eigenheimbesitzer könnten den rasant steigenden Heizkosten indes durch eine moderne Heizungsanlage mit regenerativer Wärmeversorgung wirksam begegnen. Wie eine aktuelle Berechnung der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt, amortisiert sich der teilweise oder komplette Umstieg auf Erneuerbare Wärme schon innerhalb weniger Jahre.
Wir haben die Kosten für den Weiterbetrieb der veralteten Öl- oder Gasheizung verglichen mit der Modernisierung der Heizung bei gleichzeitiger Unterstützung durch Solarenergie bzw. mit dem Systemwechsel auf Holzpellets oder eine Erdwärmepumpe, erläutert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, im Internet-Portal Klimawandel – global. In beiden Fällen war das Ergebnis eindeutig: Trotz erheblicher Anfangsinvestition und einer angenommenen Fremdkapitalquote von 50 Prozent könnten innerhalb von 20 Jahren bis zu drei Viertel der Heizkosten eingespart werden. Anders gesagt: Wegen der deutlich günstigeren Brennstoffkosten lohnt sich der Umstieg auf regenerative Wärme im Extremfall bereits nach drei Jahren.
Wie das technisch bewerkstelligt werden kann, darüber wurde während dieser 17. Südharz-Messe an vielen Ständen informiert. Und für die finanzielle Beratung – auch unter Berücksichtigung der Fördermöglichkeiten durch den Staat - empfahlen sich die Kreissparkasse Nordhausen und die Nordthüringer Volksbank an ihren Ständen. Und das bedeutet, unter Einbeziehung der Fachhochschule, dass die Bürger der Region weitgehende Möglichkeiten haben, sich über Klimaschutz ganz allgemein, aber auch im Einzelfall über die gegebenen technischen, finanziellen und ökonomischen Möglichkeiten einer Nutzung erneuerbarer Energien zu informieren. Man sollte die Möglichkeiten nutzen. Schon weil die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen. Erinnert sei hier an einen außerordentlich ausführlichen Vortrag von Prof. Viktor Wesselak (sieh Foto) während der Nacht der Wissenschaften.
Danach reichen zwar die Kohlevorräte noch 205 Jahre, Erdöl aber nur noch etwa 45 und Erdgas 68 Jahre. Es bleibt also nur die Ausrichtung auf erneuerbare Energien. Und die Zeit drängt. nnz wird weiter informieren.
Julius Sefert

