Do, 07:18 Uhr
20.11.2008
Vom Kuhberg zu Berti neben der Kuhwiese
Wieder sorgt ein Aufsteiger aus der Rhön für Aufsehen in Thüringens höchster Fußballspielklasse. War es für einige Jahre die inzwischen durch eigenen Rückzug aus der Landesliga verschwundene erste Mannschaft des FSV Ulstertal Geisa 1866, so ist es momentan der SV Borsch 1925. Was der mit Berti und Kühen zu tun hat, erfahren Sie mit einem Klick hier…
Vom Kuhberg neben die Kuhwiese geht am Sonnabend die Reise des FSV Wacker 90 Nordhausen, der für 24 Stunden den Platz an der Tabellenspitze innehatte. Viele vergebene Torchancen allein im letzten Spiel gegen Schmölln verwiesen Wacker auf Platz 2, allerdings mit einem Spiel weniger als Primus SV SCHOTT Jena.
Die obige tierische Anspielung rührt von einer Pressemeldung her, die eine Südthüringer Tageszeitung vor dem Spiel des Jahres für Borsch gegen den FC Carl Zeiss Jena im Landespokal veröffentlichte. Dort war über diese Borscher Aktivität zu lesen: Der Landwirt hatte seine rund um das Spielfeld am Borscher Dorfwasser friedlich grasenden Rindviecher vorzeitig abgezogen und die Weidezäune abgebaut. Beides gehörte bisher ganz selbstverständlich zum Ambiente des Fußballs im 670-Seelen-Dörfchen, könnte aber, mutmaßt man in der Rhön, Städtern doch gewisse Ängste bereiten und zu Vorbehalten führen…
Spiel des Jahres, des Jahrzehnts, des Jahrhunderts gar? Die Rhön ist und bleibt bodenständig, meidet derartige Superlative tunlichst…Der Stolz, da angekommen zu sein, wo man jetzt ist, der muss aus den Männern in den himmelblauen Trainingsanzügen erst herausgekitzelt werden. Nicht Leimbach, Unterbreizbach oder Gehaus kommen seit nunmehr fünf Jahren zum Kicken auf die Wiese am Dorfwasser, sondern erst Fambach und Barchfeld, dann Schweina und Viernau, jetzt gar Weimar, Gotha – und Jena. Jenes Jena, das einst zu Glanzzeiten in Europa für Furore sorgte.
Gewiss trifft das mit den Vorbehalten nicht auf die Nordhäuser Akteure zu, die ja selbst neben einem Kuhberg ihr Domizil haben. Eine weitere Gemeinsamkeit besteht in der guten Rolle, die beide Vereine in der laufenden Saison bisher spielen. Die Neunziger sind unbezwungener Tabellenzweiter, auch der SV Borsch hat als Siebenter schon für manche positive Überraschung gesorgt.
Vor allem gegen die Mannschaften, mit denen Wacker Probleme hatte, erzielten die Borscher gute Ergebnisse: Am ersten Spieltag siegte man beim SV Schmölln 3:0, gegen den Wacker letzte Woche mit 1:0 erfolgreich war; Schlotheim wurde 4:2 nach Hause geschickt, Wacker gelang nur ein 1:1 und Ilmenau konnte 3:0 bezwungen werden (Wacker spielte 2:1). Der nächste Kontrahent Sondershausen hat beim 2:2 die Heimstärke Borschs erfahren müssen.
All dies soll nur heißen, dass der nächste Gegner nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Wie der SV 1925 zu bespielen ist, haben Spitzenreiter Jena (0:4) und Rudisleben/Arnstadt (gar 0:5) unter Beweis gestellt. Für Nordhausen geht es darum, die respektable Bilanz der letzten Wochen auszubauen und auch am 13. Spieltag die günstige Tabellenposition zu behaupten.
Außerdem geht es schließlich gegen einen alten Bekannten – Rainer Berti Vogt, jetzt Trainer der Südwestthüringer (auf dem Mannschaftsbild in der mittleren Reihe links). Dieser trug von 1970 bis 1972 den Dress der Nordhäuser und erreichte damals in einer spielstarken Mannschaft, übrigens gemeinsam mit Wackers heutigem sportlichen Leiter Udo Hoffmann, den 3. und 5. Platz in der Endabrechnung der DDR-Liga, Staffel Süd. Vogt wird sicherlich darauf brennen, sich mit einem guten Spiel seiner Schützlinge dem einstigen Klub aus dem Südharz in Erinnerung zu bringen.
Im Aufgebot der Neunziger wird es zu Veränderungen kommen, die die Spielfreude der Akteure hoffentlich nicht hemmt. Es ist zu erwarten, dass sich jeder für das in der folgenden Woche stattfindende Duell mit Sondershausen empfehlen will. Man fährt also nach Borsch und hat dort auf jeden Fall Neuland, wenn auch nicht unter dem Pflug, so doch unter den Stollen. Dass der Gegner unbekannt ist, trifft jedoch für beide Vertretungen zu.
Klaus Verkouter
Autor: nnzVom Kuhberg neben die Kuhwiese geht am Sonnabend die Reise des FSV Wacker 90 Nordhausen, der für 24 Stunden den Platz an der Tabellenspitze innehatte. Viele vergebene Torchancen allein im letzten Spiel gegen Schmölln verwiesen Wacker auf Platz 2, allerdings mit einem Spiel weniger als Primus SV SCHOTT Jena.
Die obige tierische Anspielung rührt von einer Pressemeldung her, die eine Südthüringer Tageszeitung vor dem Spiel des Jahres für Borsch gegen den FC Carl Zeiss Jena im Landespokal veröffentlichte. Dort war über diese Borscher Aktivität zu lesen: Der Landwirt hatte seine rund um das Spielfeld am Borscher Dorfwasser friedlich grasenden Rindviecher vorzeitig abgezogen und die Weidezäune abgebaut. Beides gehörte bisher ganz selbstverständlich zum Ambiente des Fußballs im 670-Seelen-Dörfchen, könnte aber, mutmaßt man in der Rhön, Städtern doch gewisse Ängste bereiten und zu Vorbehalten führen…
Spiel des Jahres, des Jahrzehnts, des Jahrhunderts gar? Die Rhön ist und bleibt bodenständig, meidet derartige Superlative tunlichst…Der Stolz, da angekommen zu sein, wo man jetzt ist, der muss aus den Männern in den himmelblauen Trainingsanzügen erst herausgekitzelt werden. Nicht Leimbach, Unterbreizbach oder Gehaus kommen seit nunmehr fünf Jahren zum Kicken auf die Wiese am Dorfwasser, sondern erst Fambach und Barchfeld, dann Schweina und Viernau, jetzt gar Weimar, Gotha – und Jena. Jenes Jena, das einst zu Glanzzeiten in Europa für Furore sorgte.
Gewiss trifft das mit den Vorbehalten nicht auf die Nordhäuser Akteure zu, die ja selbst neben einem Kuhberg ihr Domizil haben. Eine weitere Gemeinsamkeit besteht in der guten Rolle, die beide Vereine in der laufenden Saison bisher spielen. Die Neunziger sind unbezwungener Tabellenzweiter, auch der SV Borsch hat als Siebenter schon für manche positive Überraschung gesorgt.
Vor allem gegen die Mannschaften, mit denen Wacker Probleme hatte, erzielten die Borscher gute Ergebnisse: Am ersten Spieltag siegte man beim SV Schmölln 3:0, gegen den Wacker letzte Woche mit 1:0 erfolgreich war; Schlotheim wurde 4:2 nach Hause geschickt, Wacker gelang nur ein 1:1 und Ilmenau konnte 3:0 bezwungen werden (Wacker spielte 2:1). Der nächste Kontrahent Sondershausen hat beim 2:2 die Heimstärke Borschs erfahren müssen.
All dies soll nur heißen, dass der nächste Gegner nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Wie der SV 1925 zu bespielen ist, haben Spitzenreiter Jena (0:4) und Rudisleben/Arnstadt (gar 0:5) unter Beweis gestellt. Für Nordhausen geht es darum, die respektable Bilanz der letzten Wochen auszubauen und auch am 13. Spieltag die günstige Tabellenposition zu behaupten.
Außerdem geht es schließlich gegen einen alten Bekannten – Rainer Berti Vogt, jetzt Trainer der Südwestthüringer (auf dem Mannschaftsbild in der mittleren Reihe links). Dieser trug von 1970 bis 1972 den Dress der Nordhäuser und erreichte damals in einer spielstarken Mannschaft, übrigens gemeinsam mit Wackers heutigem sportlichen Leiter Udo Hoffmann, den 3. und 5. Platz in der Endabrechnung der DDR-Liga, Staffel Süd. Vogt wird sicherlich darauf brennen, sich mit einem guten Spiel seiner Schützlinge dem einstigen Klub aus dem Südharz in Erinnerung zu bringen.
Im Aufgebot der Neunziger wird es zu Veränderungen kommen, die die Spielfreude der Akteure hoffentlich nicht hemmt. Es ist zu erwarten, dass sich jeder für das in der folgenden Woche stattfindende Duell mit Sondershausen empfehlen will. Man fährt also nach Borsch und hat dort auf jeden Fall Neuland, wenn auch nicht unter dem Pflug, so doch unter den Stollen. Dass der Gegner unbekannt ist, trifft jedoch für beide Vertretungen zu.
Klaus Verkouter


