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Di, 10:52 Uhr
02.12.2008

nnz-Forum: Fachhochschulstadt Nordhausen?

Zur nächsten Stadtratsitzung, wohl auch heute im Bauausschuss geht es beinahe um die Fachhochschule. Dazu die Anmerkung eines Lesers im Forum der nnz...


Es ist ja allgemein bekannt, dass am Taschenberg ein Unternehmer die alte, im Konkurs gegangene Brauerei, abgerissen hatte und eine neue bauen wollte. Das ging nicht so gut. Lange Rede - kurzer Sinn, was hat das mit der FH zu tun?

Jetzt soll dort ein Studentenzentrum mit den Funktionen Wohnen und Freizeit entstehen. Eigentlich „die Idee“, der alte Brauereikeller soll „Club mit Musik“ werden, für alle, also ein „Junioren-Begegnungszentrum“.

Die Stadtverwaltung wollte am Standort schon lange Wohnungsbau zulassen, da es keinen zusätzlichen Einzelhandel mehr geben sollte und Gewerbe an dem Standort nicht funktioniert. Jetzt wäre eigentlich alles perfekt, ein Investor, der das umsetzt, was die Stadtplanung fordert - „also mach mers“, wie der Nordhäuser sagt.

Weit gefehlt, es gibt dort noch Einsprüche. Freier Wettbewerb soll durch Abhängigkeiten umorganisiert werden. Also ungefähr so: wir haben den Ratskeller und lassen deshalb keine andere Gaststätten zu! Wir sind aber eigentlich im Jahre 19 nach der Wende, oder?
Martin Höfer, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Chefkoch
02.12.2008, 12:51 Uhr
Fachhochschulstadt?
Ja, ich frage mich auch. Aber vor allem danach, was der Beitrag von Herrn Höfer mit der Fachhochschule zu tun hat.
Stadtbürger
02.12.2008, 13:38 Uhr
Logisch
Was das mit der FH zu tun hat? Ganz einfach:

Der private Investor möchte dort Studentenwohnungen errichten, sowie einen "Partykeller" für unsere Studenten. Den kann dann aber auch jeder Nicht-Student nutzen. Damit trägt das also auch zu allgemeinen Freizeitleben der Stadt bei. Und vernünftige Wohnungen für Studenten werden in Nordhausen gebraucht.

Allerdings scheint man wohl im Stadtrat der Meinung zu sein, dass man eher solche Investitionen der SWG zutraut, als einem privaten Investor. Da wird sich wohl nie etwas ändern, wenn nicht eine Privatisierung der SWG erfolgt. Aber dann müssten die Stadträte ja ihre Pöstchen im Aufsichtsrat räumen. Und das wäre schade, denn nur hier haben sie die Möglichkeit auch mal wichtig zu sein und den Anschein von Autorität verbreiten zu können.
Beate
02.12.2008, 13:57 Uhr
Welche Einsprüche?
Wenn hier nicht konkret steht um welche Einsprüche es sich handelt, kann man lange darüber rum spekulieren.
Nicht alle Einsprüche der Stadtverwaltung (und daher kommen sie wohl, wenn ich das richtig verstanden habe) sind aber per Definition schlecht.
Im Umkehrschluss muss nicht alles was ein privater Investor tun möchte gut sein.
Der Deal war soweit ich weiss eine Brauerei an dem Standort zu errichten, wenn man jetzt sagt April, April, ich mache etwas anderes, so wird man das ja wohl hinterfragen dürfen.
Stadtbürger
02.12.2008, 14:27 Uhr
Ist bekannt
Also dieser Investor ist der Stadt bestens bekannt und hat immer im Positiven für seine Stadt gewirkt.

Hinterfragen darf man immer, aber hier geht es um Blockade und persönliche Befindlichkeiten unter denen die einfachen Bürger bzw. in diesem Fall Studenten leiden müssen.

Aber wenn man natürlich will, kann man für alles eine Rechtfertigung finden. Darin waren und sind die Deutschen ja ziemlich weltklasseverdächtig.
Beate
02.12.2008, 14:43 Uhr
Bekannt oder unbekannt – egal.
Bekannt oder nicht ist ja erst mal egal.
Mich würde die „Einsprüche“ der Stadtverwaltung interessieren. Vielleicht kann man das ja dann sogar nachvollziehen.

Wo da Blockade ist kann ich nicht ganz verstehen? Es gab einen Plan für das Gelände. Der Investor hält sich nicht an diesen Plan und zaubert einfach einen neuen aus dem Hut. Der wird hinterfragt – in meinen Augen ist das legitim. Würde die Stadtverwaltung das nicht tun würden auch alle schreien.

Ganz nebenbei würde mich noch interessieren unter was die Studenten denn konkret zu leiden haben und wer ist den bitte der „einfache“ Bürger? Am Ende ist jeder Mitarbeiter der Stadtverwaltung auch ein einfacher Bürger.

Ich konnte bisher auch nicht feststellen, dass es in der Stadtverwaltung den „Masterplan“ gegen Studenten gibt. Im Gegenteil.
ein.nordhaeuser
02.12.2008, 14:50 Uhr
Fachhochschulstadt Nordhausen
Die Idee mit einer eigenen Nordhäuser Brauerei war keine Schlechte. Nur leider war die Absatzmenge vom Nordhäuser Bier nicht die, die eine so hohe Investition für eine Brauerei rechtfertigen. Damit wäre die Pleite absehbar gewesen. Und die Betroffenen hätten jede Menge Geld in den Sand gesetzt. Das hat nichts mit „April, April“ zu tun, sondern mit Mathematik und Marktwirtschaft. In der nnz waren in der Vergangenheit auch einige Artikel zu diesem Thema erschienen.

Der oben erwähnte Unternehmer steckte den Kopf nicht in den Sand, sondern suchte Investoren für das Gelände am Taschenberg, um dort Gewerbe anzusiedeln. Das ganze scheiterte jedoch daran, weil die Nutzungsfläche von Wohngebieten umgeben ist. Der Ärger mit den Anwohnern wegen Lärmbelästigungen im Arbeitsablauf wäre vorprogrammiert gewesen. Das war auch der Grund warum Investoren abwinkten.

Die Idee mir dem Studentenzentrum mit den Funktionen Wohnen und Freizeit war dann eine Alternative. Auch die Entstehung eines Studentenkellers ist durch die Lage optimal. Studenten sind nun mal auf der Suche nach kleinen Wohneinheiten und wenn’s geht, nicht weit weg von der Fachhochschule. Es ist bekannt, das in Nordhausen kleiner Wohnraum fast nicht mehr zu haben ist. Auch das hat seine Ursachen.

Bemerkenswert ist jedoch, das die Wohneinheiten mit regenerativen Energien versorgt werden sollte. Nun ist ja unsere Fachhochschule „Marktführer“ im Bereich Regenerative Energietechnik (RET), Bioenergie, Regenerative Energieanlagen und ein Joint-Venture oder ähnliches wäre der logische Schlusspunkt. Damit rückt die Frage „Fachhochschule Nordhausen“ wieder in den Mittelpunkt.

Da aber das Gelände der alten Brauerei Gewerbebauland ist und nicht Wohnungsbauland, sind jetzt die Stadträte gefragt um eine Umwidmung vorzunehmen. Und da gibt es die von „Stadtbürger“ genannten Einsprüche von hiesigen Wohnungsgesellschaften. Die werden nur hinter vorgehaltener Hand weitergetragen, jetzt hier weiter zu spekulieren macht natürlich keinen Sinn, aber Fakt ist: Es ist Stillstand.
Es wäre wünschenswert, wenn die Baugenehmigung an den besagten Unternehmer erteilt wird und dieser Schandfleck zur Verschönerung von unserer Stadt Nordhausen beiträgt.
Beate
02.12.2008, 15:00 Uhr
Praktisch wäre es schon.
Grundsätzlich fände ich ja Studentenwohnungen an der Stelle auch gut und praktisch. Der Investor will das aber sicher am Ende nicht weil er Studenten so prima findet, sondern weil er eine Gewinnerzielungsabsicht hat. Deshalb sollte ein Hinterfragen der Absichten erlaubt sein.
ein.nordhaeuser
02.12.2008, 17:01 Uhr
Hinterfragt!
Nun, die Zeiten von Ritter Arthur und der Tafelrunde sind gewiss vorbei (obwohl Camelot auch nicht umsonst zu haben war). Es sei einem Unternehmer also gestattet, da wo er investiert, auch Gewinn zu erwirtschaften. Auch das ist wieder Mathematik und Marktwirtschaft. Allein der Abriss der alten Brauerei hat eine nicht unbeträchtliche Summe von „guten Euronen“ verschlungen. Nun „Beate“, Sie können hinterfragen, das ist Ihr gutes Recht. Aber hier geht es um Investitionen und sinnvolle Nutzung von Grund und Boden für eine interessante Wohnanlage.

Aber vielleicht lässt oben genannter Unternehmer einfach die Finger von der Sache, Nordhausen ist wieder um einen Schandfleck reicher (wie Baugrube Wallrothstr. Ecke Am Hagen) und/oder es gründet sich ein e.V., erwirbt das Gelände und schenkt es der Stadt. Ist ja jetzt auch große Mode.

Fakt ist jedoch, eine von den hiesigen Wohnungsgesellschaften interveniert bei der Stadt, um lästige Mitbewerber des heiß umworbenen Wohnungsmarktes auszuschalten. Das sollte hinterfragt werden.
Stewart
02.12.2008, 19:08 Uhr
Alle in einen Topf - na prima!
Eine recht possierliche Diskussion. Die Stadtverwaltung, ein Privater, alle Stadträte, hiesige Wohnungsgesellschaften / -genossenschaften. Alle rinn innen Topp. Prima!

Und was haben wir gelernt?

• Studentenwohnungen haben nichts mit Studenten zu tun – zumindest nicht in Nordhausen.
• Alle Stadträte sitzen im Aufsichtsrat der SWG - nur hier haben sie ein Pöstchen und auch Autorität.
• Das Errichten einer Brauerei ist immer ein Deal – bis der nächste April kommt.
• Wir nörgeln auf Weltklasseniveau – wir können also Weltmeister werden.
• Die Brauerei muss her – ein Versprechen bricht man nicht.
• Einzig verantwortlich sind sowieso nur die Stadträte – aber bitte ohne Pöstchen und Autorität.
• Nur der Private investiert mit Gewinnerzielungsabsicht - eine Wohnungsgesellschaft (-genossenschaft) investiert immer für lau.
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