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Mo, 14:10 Uhr
08.12.2008

Antrittsbesuch im Landratsamt

Über LEADER und die Nebenwirkungen hatte die nnz bereits mehrfach berichtet. Um all die Projekte besser zu koordinieren, bedarf es eines Managers. Für den Landkreis Nordhausen ist es eine Managerin...


Die Liste der Kriterien, die ein förderungswürdiges LEADER-Projekt einhalten muss, ist lang und variiert noch dazu von Förderschwerpunkt zu Förderschwerpunkt. Auch der Förderantrag selbst lässt sich nicht mal eben nebenbei ausfüllen. Nur wer die Richtlinien eins-zu-eins erfüllt, hat Aussichten auf Fördergelder. Ermessensspielraum gibt es keinen. Hilfe ist daher meist dringend notwendig, um einen Antrag so zu gestalten, dass er Aussicht auf Erfolg hat. Wer Gelder aus dem LEADER-Programm (steht für „Verbindungen zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“) will, den unterstützt seit Anfang Dezember die LEADER-Managerin Kathleen Hahnemann, die gerade ihr Büro im Scheunenhof in Sundhausen bezieht.

Antrittsbesuch (Foto: Piper/pln) Antrittsbesuch (Foto: Piper/pln)

„Schwierig bei den Anträgen ist der Wust an Informationen. Da stellt sich die Frage, wo fange ich an mit meinem Antrag, welche Schritte muss ich gehen, um möglichst schnell von A nach B zu kommen, wobei B das Fördergeld ist“, sagt Kathleen Hahnemann (Bildmitte), die heute zu einem kurzen Antrittsbesuch ins Landratsamt gekommen ist. Hahnemann hilft als LEADER-Managerin, diese Schwierigkeiten zu umschiffen und alle erforderlichen Unterlagen für einen Antrag zusammenzustellen. „Wir freuen uns über jeden neuen Antrag und wir wollen Lust und Mut machen, Anträge zu stellen“, ermuntert Hahnemann.

Denn ein wesentliches Ziel des LEADER-Prozesses ist es, dass die Akteure in der Region, einzelne Personen, Unternehmen oder Kommunen, durch ihre Projekte den Südharz weiterentwickeln und dabei finanziell gefördert werden. „Wichtig ist, dass die Ideen von den Leuten vor Ort kommen und nicht von außen“, sagt Hahnemann. Da Ziel ist, den ländlichen Raum weiterzuentwickeln, engagieren sich besonders die Südharzer Landwirte in der der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) Südharz, dem Träger des LEADER-Prozesses. „Wir müssen etwas bewegen“, fasst Susann Goldhammer, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordhausen, stellvertretende Vorsitzende der RAG Südharz und Vorsitzende des Fachbeirats der RAG, kurz und knapp zusammen.

„Eine unserer Aufgaben ist es dafür zu sorgen, dass auch die nachfolgenden Generationen einen Landkreis Nordhausen mit guten Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden“, sagt Landrat Joachim Claus (CDU), Vorsitzender der RAG Südharz. „Allerdings ist der Antragsprozess schon sehr bürokratisch geworden.“ Um genau diese Hürden der Bürokratie zu überwinden, ist die Aufgabe von Kathleen Hahnemann. „Wenn ein Akteur vor Ort eine Idee für ein Projekt hat, sei es zur Dorferneuerung, Brachflächensanierung, Wegebau oder Agrartourismus, berate ich ihn gerne.“ Dabei schaut Hahnemann darauf, ob das Projekt in die regionale Entwicklungsstrategie für den Südharz passt, mit dem sich die RAG erfolgreich für eine weitere LEADER-Förderperiode beworben hat, und ob es außerdem alle Vorgegeben der Förderfilbel des Landes erfüllt.

Bislang sind in 2008 rund 30 Förderanträge beim ABRAXAS – Büro für kreative Leistungen in Weimar, zuständig für das LEADER-Management, eingegangen, weitere Anträge werden gerade vorbereitet. Verschiedene Projekte aus dem Landkreis haben gute Chancen, bewilligt zu werden. Ein viel versprechendes Beispiel ist der Biogasverbund Goldene Aue, ein Kooperationsprojekt der Fachhochschule Nordhausen mit Landwirten aus der Goldenen Aue. Ziel ist es, eine Biogasanlage auf Erdgasbasis aufzubauen. Zunächst wird ein so genanntes Integriertes ländliches Entwicklungskonzept beantragt, um das Potenzial dieses Vorhabens zu prüfen.

Ein weiteres aussichtsreiches Projekt ist die "Gläserne Produktion" der Agrargesellschaft Harzungen. Die Landwirte wollen der Bevölkerung Einblicke in ihre tägliche Arbeit geben und dadurch gleichzeitig ihre Tierhaltung und -verarbeitung transparenter gestalten, um so dessen Akzeptanz zu erhöhen. Ein weiteres Vorhaben ist, auf diesem Weg eigene Produkte direkt zu vermarkten. Ein Projekt, das nicht aus der Landwirtschaft stammt, ist der Karstwanderweg, der unter anderem weiter beschildert und im Internet besser vermarktet werden soll. Ein viertes Beispiel ist die Kulturscheune Görsbach. Die Scheune soll so umgebaut werden, dass Vereine das Gebäude auf vielfältige Weise nutzen können, beispielsweise als Treffpunkt für Jugendliche oder als Begegnungszentrum.

Bei diesem Projekt hofft das ABRAXAS-Büro, noch in diesem Jahr den Bewilligungsbescheid zu bekommen. Auch bei allen anderen Anträgen wartet das LEADER-Management auf die Entscheidungen, die im Laufe des kommenden Jahres fallen sollen. Für alle 15 LEADER-Förderregionen in Thüringen stehen bis 2013 insgesamt rund 900 Millionen Euro Fördersumme zur Verfügung, bereitgestellt aus EU- und Landes-Töpfen. Jedes Jahr stehen rund 950 000 Euro an Fördergeldern für den Südharz bereit. Die Antragsteller müssen einen finanziellen Eigenanteil leisten.

Kontaktdaten:
Leader Management Südharz
Geschäftsstelle Scheunenhof Sundhausen
Uthlebener Str. 24
99734 Nordhausen/OT Sundhausen

Ansprechpartnerin: Kathleen Hahnemann
Bürozeiten: täglich von 8-16.00 Uhr
Sprechzeit: dienstags von 17-19.00 Uhr und individuell nach telefonischer Vereinbarung
Telefon: 03631-433 102
E-Mail: im-suedharz@abraxas-buero.de (ab Januar 2009)
Autor: nnz

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