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Mo, 07:30 Uhr
15.12.2008

Der innerste Zusammenhalt der Welt

Noch einmal treffen sich die Literatur-LiebhaberInnen in diesem Jahr in ihrem Pilgerort in Limlingerode in diesem Jahr. Dabei soll an die 200. Wiederkehr eines Erstdruckes erinnert werden.


Am Samstag, dem 20. Dezember, kommen ab 14.30 Uhr Auszüge aus Johann Wolfgang Goethes „Faust“, der Tragödie I. Teil, im Fachwerk-Haus auf dem Hügel in Limlingerode zum Vortrag. Anlässlich der 200. Wiederkehr des Erstdruckes im Jahr 1808 bei Cotta in Tübingen haben wir das Drama 2008 erneut zur Hand genommen, darin geblättert, uns festgelesen und das daraus ausgewählt, was uns besonders zusagt. Das soll unser Weihnachtsgeschenk für Sie, liebe Besucher der „Dichterstätte“, sein.

Erstausgabe (Foto: wikipedia) Erstausgabe (Foto: wikipedia) Am 25. April 1806 schrieb Goethe in sein Tagebuch: Faust letztes Arrangement zum Druck. Nach über 30 Jahren hatte er den I. Teil des Fauststoffes abgeschlossen. Wegen des Krieges mit Napoleon verzögerte sich der Druck um zwei Jahre. Damit begann die Geschichte eines Dramas, das von Thüringen aus Einzug hielt in den Kanon unsterblicher Weltliteratur, und das die Qualität besitzt, immer besser zu werden, je häufiger man es liest oder sieht und hört.

Goethes erste Begegnung mit dem Fauststoff geschah im Kindesalter durch ein Puppenspiel. In Straßburg wurde am 14. 1. 1772 Susanna Margaretha Brandt als Kindsmörderin hingerichtet. Goethes Vater besaß die Abschriften der Prozessakten, und 1773 entstanden z. B. die ersten Gretchenszenen. Das Manuskript, das der junge Goethe nach Weimar mitbrachte, ist verschollen und wurde erst später in einer Abschrift der Luise von Göchhausen, einer Hofdame der Herzogin Anna Amalia, entdeckt und wird seitdem als „Urfaust“ bezeichnet. In den ersten zehn Weimarer Jahren schrieb der durch Staatsgeschäfte und das Hofleben überlastete Dichter nicht am Faust. Erst als er 1786 nach Italien geflüchtet war, glückte ihm ausgerechnet in der südländischen Atmosphäre des Gartens der Villa Borghese eine „nordische Szene“, die „Hexenküche“. Anderes folgte, so dass er im November 1789 an den Herzog Carl August schreiben konnte: Ich bin wohl und fleißig gewesen, Faust ist fragmentiert, d. h., in seiner Art für diesmal fertig. So erscheint im Verlag Joachim Göschen 1790 „Faust. Ein Fragment“. Die Begegnung mit Friedrich Schiller 1794 in Jena, die für beide Dichter Auslöser einer großen Produktivität wurde, brachte auch Bewegung in die Faust-Tragödie, die aber erst ein Jahr nach Schillers Tod abgeschlossen war, wie wir eingangs erwähnten.

Der Herr fragt Mephistopheles in der Szene „Prolog im Himmel“, in der sich der Teufel mit dem Tun der Menschen auf der Erde äußerst unzufrieden zeigt: Kennst Du den Faust? Der bejaht, weiß aber mit dessen Wissensdurst wenig anzufangen. Der Herr ist sich gewiss, dass ihn der Teufel nicht auf seine Bahn ziehen kann. Hören Sie, was sich nun zuträgt! Die HausART zeigt zum letzten Mal die Ausstellung von Gerd Mackensen : „Witzig, spritzig und erotisch“, Arbeiten auf Papier.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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