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Mo, 07:49 Uhr
19.01.2009

Kennen Sie den Harly?

Als „geologisches und botanisches Schatzkästlein“
wird der Harly in Fachkreisen bezeichnet. Und doch bleibt der kleine Höhenzug nördlich des Harzes bei der Stadt Vienenburg häufig unbeachtet. Hier eine virtuelle Stippvisite zum Schatz...


Blick ins Land (Foto: NP Harz) Blick ins Land (Foto: NP Harz) Als Teil des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen soll sich das nun ändern. Eine neue Broschüre weist den Weg auf drei Entdeckungstouren durch den Harly. Seinen Namen hat der Höhenzug nicht etwa von dem bekannten Motorradhersteller. Seine Tradition geht viel weiter zurück, auf die im 13. Jahrhundert errichtete Harlyburg.

Einst vom welfischen König Otto IV. als Befestigung für seinen Krieg gegen das staufertreue Goslar errichtet, sind heute von der Anlage nur noch einige große, in den Fels geschlagene Wehrgräben zu sehen. Die Burg selbst bestand nur 88 Jahre. Die Gesteine des etwa sechs Kilometer langen und ein bis zwei Kilometer breiten Höhenzuges entstanden vor über 240 Millionen Jahren im so genannten Erdmittelalter. An vielen Stellen im Harly sind Abfolgen dieser Gesteine an der Erdoberfläche sichtbar. Besucher finden im Harly auf diesen Gesteinen eine farbenfrohe Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Der Buchen-Laubwald zeigt sich jahreszeitenbedingt mal in sattem Grün und mal in schillernden Rottönen. Buschwindröschen, Bärlauch und ein beeindruckender Mammutbaum zieren die Wege. Typische und schutzwürdige
Tiere des Harly, die man beim Wandern mit etwas Glück auch sehen kann, sind z.B. der Eisvogel, die Wasseramsel, der Schwarzspecht, die Wildkatze und verschiedene Fledermausarten. Vom Harly-Turm, der an Sonn- und Feiertagen bewirtschaftet ist, hat man einen weiten Blick auf Harz und Harzvorland. Insgesamt ein beliebtes Naherholungsgebiet zum Wandern und Mountainbiken.

Ebenfalls zum Projekt des BUND gehörten vier neue Hinweistafeln entlang der Wege – sie zeigen eine Übersichtskarte mit allen Wanderrouten, die am Parkplatz beim Kloster Wöltingerode beginnen, und den Bezug der Geologie zu den Tieren und Pflanzen. Die neue, vierfarbige Broschüre beschreibt auf über 60 Seiten anschaulich die Entstehungsgeschichte und die Highlights des Höhenzuges, die entlang der Wege vorhandenen geologischen Zeugnisse und zu beobachtende Tiere und Pflanzen. Zudem lockern Geschichten und Sagen der Region den fachlichen Part etwas auf.

Die Erstellung der Broschüre wäre nicht möglich gewesen ohne die Förderung von Umweltlotterie Bingo-Lotto, Niedersächsischer Umweltstiftung, Sparkasse Goslar/Harz, E.ON Avacon AG, Landkreis Goslar,Stadt Vienenburg, Interessengemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe Vienenburg e. V. (IGV), Vienenburg-Tourismus e.V. sowie Volker Schmidt Tischlerei und Drechslerei Vienenburg.
Autor: nnz

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