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Fr, 14:44 Uhr
23.01.2009

Das Ballhaus öffnet


Statement Dr. Matthias Beintker
Morgen ist es wieder soweit. Die Ballsaison 2009 in Nordhausen wird eröffnet. Wie immer in einem Autohaus. Doch eigentlich geht es schon heute Abend richtig los...

Auf zum Ball (Foto: nnz) Auf zum Ball (Foto: nnz)

Wer sich die Mercedes- und Chrysler/Opelhäuser der Autohaus-Peter-Gruppe in der Halleschen Straße derzeit anschaut, der wird nicht unbedingt an die Ausstellungsräume eines Autohauses erinnert. Schankanlagen werden platziert, mehrere Dutzend Tische stehen da, eine Bühne bietet Platz für einen Band, Dekorateure sind am Werk.

Es ist Ballzeit und wieder sind die Autohäuser der beiden „Peters“ die Stätten des Geschehens. Nicht mit dem Ärzteball, der morgen rauschen soll, geht die diesjährige Ballsaison los, sondern schon heute Abend mit einem Novum – dem Absolventenball der Nordhäuser Fachhochschule. 189 junge Frauen und Männer haben ihr Studium an der jüngsten Fachhochschule Thüringens abgeschlossen. Erst im Theater der feierlich-festliche Akt, dann die ausgelassene Feier in der Halleschen Straße mit Partnern, Freuden oder Familien.

Während morgen die Spuren des Absolventenballs in dem einen Autohaus beseitigt und das Autohaus wieder Autohaus werden wird, laufen die Organisatoren des diesjährigen Ärzteballs zur Hochform auf. Ab 19 Uhr wird im Mercedes-Haus getanzt und gelacht. Es ist der 13. Ärzteball und so langsam, meinen die Organisatoren, kommt das „Kind“ in die „Pubertät“. Und wie das im richtigen Leben auch ist, so geraten in der Pubertät nicht nur Hormone außer Rand und Band, sondern auch Emotionen. Obwohl es mit 450 Anmeldungen so viele wie noch nie gibt (2008 = 300), sind die Störfeuer allerorten zu spüren. Ein Grund könnte darin zu finden sein, dass sich das Nordhäuser Südharz-Krankenhaus den „Hut aufgesetzt“ hat. „Wir wollen damit keinen Affront gegenüber den niedergelassenen Ärzten schaffen, sondern als Finanzier und Hauptorganisator auftreten“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille und verweist darauf, dass die größte medizinische Einrichtung Nordthüringens durchaus „kritisch beäugt“ wird.

Diskussionen gab es bei der „notleidenden Ärzteschaft“ der Region auch wegen des Eintrittspreises. „Welcher Arzt könne sich das leisten und 85 Euro für ein zehnstündiges All-Inklusiv-Angebot auf den Tisch legen“, war im Vorfeld zu hören. Da kommen dem Otto-Normal-Verbraucher glatt die Tränen und auch ein Dr. Matthias Beintker fehlt für diese Argumentation jegliches Verständnis. Fast scheint es so, als schäme sich der Mediziner für seine Kollegen. Übrigens, so Beintker, seien die Ärzteballkarten noch mit 15 Euro subventioniert, schließlich kostet eine Karte für den Frühlingsball im März 100 Euro, bei etwa gleichem Angebot (siehe auch Video-Clip).

„Wir machen einfach ’ne Feier, wer mitfeiern will, der ist willkommen, wer nicht, dem kann nicht geholfen werden“, gibt Pille die Marschrichtung vor. Die nnz wird am Sonntag ausführlich berichten und viele Fotos zeigen.
Autor: nnz

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