eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Sa, 07:51 Uhr
24.01.2009

Horte an die Kommunen

Nach der Stadtverwaltung Nordhausen wird auch in der Kreisverwaltung überlegt, die Horte an den Grundschulen künftig in eigene Trägerschaft zu nehmen. Ist das eine Chance oder ein Rückschritt? Darüber soll im kommenden Monat diskutiert werden...


Am 17. Februar können sich Erzieher, Eltern und Politiker ab 17.30 Uhr im Plenarsaal des Landratsamtes Grimmelallee informieren und mit kompetenten Ansprechpartnern diskutieren. Die Kreistagsfraktion „Die Linke.“ hat Tamara Thierbach, Bürgermeisterin der Stadt Erfurt und verantwortlich für die Stadthorte seit dem 1. 4. 2008, dazu eingeladen.

Außerdem werden Loni Grünwald, 2. Beigeordnete des Landkreises Nordhausen, Vertreter der Stadtverwaltung und der Gewerkschaft ihre Standpunkte äußern.

Nicht nur im Schulausschuss des Kreises, auch innerhalb der Parteien wird dieses Thema kontrovers diskutiert. Gegner sehen das Land in der Pflicht und am Ende die Kommunalisierung, sprich vollständige Übernahme durch die Schulträger. Bisher brachte das in der Regel Mehrkosten bei klammen Kassen. Befürworter beschwören die sofort mögliche bessere Personalausstattung durch Neu- bzw. Wiedereinstellung von Erziehern. Der Landkreis möchte im März zu einer Entscheidung kommen. Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit sich selbst eine Meinung zu diesem schwierigen Thema zu bilden.

Das „Erprobungsmodell zur Weiterentwicklung der Thüringer Grundschulen (2008 bis 2012)“ entwickelte sich vom Stiefkind zum scheinbaren Selbstläufer bei den Schulträgern. Über die Hälfte machen bereits mit und wollen nicht erst auf Forschungsergebnisse warten. Aber diese Reaktion ist aus der Not geboren! Das Land wollte bereits 2004 alle Horte abgeben. So liefen viele Verträge nur bis 2008 und die Erzieher und Eltern dagegen Sturm. Und obwohl der Pressesprecher des Kultusministeriums im Oktober schriftlich bestätigte, dass das Land auch ohne Teilnahme am Modell nach Bedarf einstellt, gab es in vielen Schulen am Schuljahresanfang volle Horte und fehlende Erzieher.

Der Landkreis Nordhausen befasste sich sehr früh mit der Problematik und schlug erst im September 2008 einen Beschluss und im Vorfeld die Kontaktaufnahme mit der Stadt zur Absprache eines möglichst gemeinsamen Vorgehens vor. Während sich noch keine Mehrheiten im Kreis fanden, überschlugen sich die Ereignisse in der Stadt. Vor allem von den Linken gab es Kritik zur Vorgehensweise. Die Erzieher wissen bis heute nicht, wo die „größeren Spielräume“ zu suchen sind, wie es Oberbürgermeisterin Barbara Rinke ausdrückte. Auch arbeiten sie seit langem mit freien Trägern zusammen. Da die meisten Erzieher (noch) fest eingestellt sind und laut „Modell“ das auch die Ausnahme bleibt, ist ein „Wechsel der Bezugspersonen“ bei weiteren Befristungen und Honorarverträgen nicht auszuschließen.

Eine Trennung der Verantwortlichkeit für das Personal innerhalb der Schule erhöht nicht automatisch die Qualität der Betreuung. Wo bleibt da die vielbeworbene „Eigenverantwortlichkeit der Schulen“? So erfordern der seit diesem Schuljahr verpflichtende, sehr anspruchsvolle Bildungsplan von 0 bis 10 und der Ausbau des „Gemeinsamen Unterrichts“ mit förderbedürftigen Kindern eine enge Verzahnung von Unterricht und Hort. Das hat sich in Thüringen bewährt und sollte nicht auf`s Spiel gesetzt werden.
Elke Falley, Kreistagsfraktion Die Linke.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)